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Brüssel, Bildung und Beamtenstaat: die Professionalisierung der Politik

Von Philipp | 16.Juni 2010

“Auf die zweite Reihe kommt es an”

Wie wird man Professor für Politikmanagement? Wie professionell waren die Rücktritte von Koch und Köhler, wie schlägt sich Bundesregierung? Leben wir in einer Beamtenrepublik? Welche Macht hat Brüssel? Staatseinnahmen erhöhen oder Ausgaben sparen? Wie verändert das Internet die Politik? Spannende Fragen, interessante Antworten jetzt im Interview.

Der aus Passau stammende Florian Hartleb wurde mit 30 Jahren am 17. Mai 2010 zum jüngsten Professor Deutschlands berufen und ist nun an der Berliner Hochschule für Exekutives Management Leiter des Instituts für Politikmanagement. Dort lehrt und forscht er mit den Schwerpunkten Politische Systeme, Europäische Regierungssysteme, Verfassung und Recht sowie politische Mediensysteme. Bereits früh durch die Konrad-Adenauer-Stiftung, die Hans-Seidel-Stiftung und den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefördert, ist er heute durch seine zahlreichen Publikationen und öffentlichen Auftritte ein viel gesuchten Gesprächspartner für Politik und Medien.

Die Berliner Hochschule für Exekutives Management (IHB Berlin) am Standort Berlin Schmöckwitz ist heute die einzige Hochschule im Berliner Raum, die mit der Abschlussmöglichkeit zum Bachelor und der Vorbereitung zum Masterstudiengang Politikmanagement lehrt. In kleinen Klassen werden die Studenten darauf vorbereitet, in der Geschäftsführung von Parteien, Verbänden, Vereinen, als Mitarbeiter von Abgeordneten, als Kampagnen- und Eventmanager, in der Politikberatung oder auch bei Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs) tätig zu sein. Einer sich stetig verkomplizierenden Arbeitswelt gerade im Bereich der politischen und organisatorischen Tätigkeit möchte die IHB spezialisierte Fachkräfte zur Verfügung stellen, die unter anderem auch ausgebildet in dem Bereich der EDV-Anwendungen und Statistik, Volkswirtschaftslehre und Betriebswirtschaftslehre, Rechnungswesen und Personalwesen zusammen mit den zu erwerbenden Fremdsprachenkenntnissen in der Lage sind, die neuen Aufgaben zu lösen.

Das Interview in voller Länge können Sie sich hier direkt anhören:

Interview


Auf Anfrage wäre es auch Möglich, das Interview als Audiodatei zu verschicken.

„Wir brauchen eine gesamt-gesellschaftliche Vision“

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Topics: Bildung | 13 Kommentare »








13 Kommentare to “Brüssel, Bildung und Beamtenstaat: die Professionalisierung der Politik”

  1. SelfmadeUser meint:
    16.Juni 2010 at 23:57

    Nachdem es lange schon kein gutes Interview mehr gab, sticht das ja doch hervor. Ich finde es sehr gut, dass Prof. Hartleb hier ja doch sehr direkt sagt, wie es um unsere Polit-Profis steht. Von daher halte ich es tatsächlich für richtig, eine Spezialisierung der Mitarbeiter voranzutreiben, damit wenigstens einer weiß, worum es geht….

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  2. francomacorisano meint:
    17.Juni 2010 at 03:35

    Genau diesen Nachwuchs brauchen wir, der mit den relativistischen und sozialistischen Ideen der 68er gar nichts mehr am Hut hat! Die Jugend tickt nicht mehr links und das ist unsere bessere Zukunft! Höchste Zeit für Freiherr zu Guttenberg!!!

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  3. Brutus meint:
    17.Juni 2010 at 06:23

    Ah, und dann … Abgeordneter, Staatssekretär, Minister … ??

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  4. Karl Schippendraht meint:
    17.Juni 2010 at 08:26

    klare Aussage: Die FDP war personalpolitisch überfordert, wird sie auch weiterhin bleiben.

    @ BG

    ” 17. Juni 1953
    Volksaufstand gegen die roten Volksverräter

    Totgeschwiegen, dem Vergessen anheim gefallen? ”

    Auch ich hätte zum heutigen Tage hier einen diesbezüglichen Artikel erwartet.

    Karl Schippendraht

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  5. NM B meint:
    17.Juni 2010 at 09:42

    Mit 30 Professor….oha! Wie selten sind solche Leute heute in Deutschland – das war früher anders!

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  6. Alfons Huber meint:
    17.Juni 2010 at 09:47

    Twitternachrichten:

    Es gibt ja immer wieder was Neues zu berichten oder auch alte Langweiler werden neu aufbereitet. FDP Magdeburg informiert über Haller Bündnis gegen Rechts. Dazu fragt nun ein neugieriger Twitterer:

    Vilstal

    @fdp_md #Halle gründet Bündnis gegen Rechts http://www.mz-web.de/a?id=1276749877964, macht da auch #FDP, #SED, #Stasi, #CDU…mit?

    Hat zwar nicht unmittelbar etwas mit diesem Thread zu tun, aber dieses Internetforum will ja das Einstellen von Twitternachrichten. Ich glaube solche Fragen sind FDP, CDU ….unangenehm, wenn sie öffentlich in Verbindung mit der SED gebracht werden.

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  7. Bauer Gerhard meint:
    17.Juni 2010 at 10:20

    zum wiederholten Male als Themenfremd gelöscht

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  8. Bauer Gerhard meint:
    17.Juni 2010 at 11:55

    @7
    Meint ihr, dass hilft was?
    Wieso wurde die Antwort von Karl auf meinen Beitrag nicht gelöscht? Ist auch themenfremd. Nr. 6 auch nicht, die Beiträge tun wohl nicht so weh.

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  9. Arthur Singer meint:
    17.Juni 2010 at 13:13

    Gibt es Auskünfte darüber, welche Chancen jemand hat, in beschriebene Stellungen zu kommen, wenn er an der IHB Berlin studiert hat?

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  10. Alfons Huber meint:
    17.Juni 2010 at 17:50

    Professionalisierung der Politik?

    Brauchen wir eigentlich solche Volksvertreter, die niemand kennt, die sich nicht trauen Fragen öffentlich zu beantworten, die für eine abwimmelnde Standartantwort 2 Monate trotz großzügigen, steuerfinanzierten Stabes und Büro brauchen?

    http://www.abgeordnetenwatch.de/ewa_klamt-575-39669–f254995.html#q254995

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  11. Bauer Gerhard meint:
    19.Juni 2010 at 04:11

    Laßt endlich unsere Kinder in Ruhe PDF Drucken E-Mail
    Donnerstag, den 17. Juni 2010 um 16:08 Uhr

    Seit über dreißig Jahren werden an unseren Schulen Versuche an lebenden Menschen durchgeführt: seit über dreißig Jahren jagt eine Reform die nächste, und gebracht hat das alles nichts, null, nada. Immerhin 20 % eines Jahrganges verlassen das kaputtreformierte Schulsystem ohne Abschluß, obwohl mancher Abschluß leichter zu erlangen ist als ein DB-Fahrschein von Köln nach Bonn. Und wieder soll reformiert werden. Ideologen geben nämlich auch dann nicht auf, wenn die Wirklichkeit sich standhaft weigert, ihnen zu willen zu sein…..
    …Dieses ist keine Polemik gegen die vielen Lehrer, die in diesem Lande oft über ihre Kräfte hinaus das Ethos ihres Berufes hochhalten. Es ist noch nicht einmal eine Polemik gegen jene jungen Lehrer, die bereits selbst Produkte des Systems sind und ganz sicher guten Willens und Glaubens arbeiten.

    Es ist der Aufschrei, in den eigentlich alle Lehrer und Eltern laut einstimmen müßten: „Laßt doch endlich unsere Kinder in Ruhe! Hände weg von unseren Kindern! Schluß mit den Menschenversuchen, von denen noch kein einziger gelungen ist!“
    http://www.civitas-institut.de/index.php?option=com_content&view=article&id=1073:lasst-endlich-unsere-kinder-in-ruhe&catid=1:neuestes&Itemid=33
    Gefunden bei Altermedia

    Sie werden uns nicht in Ruhe lassen, sie werden uns verfolgen, treten und versuchen zu formen, solange wir ihnen den Raum und Möglichkeit dazu geben.
    Widerstand auf allen Ebenen.

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  12. Bauer Gerhard meint:
    19.Juni 2010 at 04:14

    @Alfons Huber
    Natürlich brauchen wir sie nicht, sie nicht und das ganze Parteiengedöns auch nicht.
    Wir wären/sind ganz gut in der Lage unser Leben zu meistern, dass es eine gewisse Zeit gut gegangen ist, ist nicht das Verdienst der Parteien, sondern, es ist trotz der Parteien gutgegangen. Allerdings nicht lange.

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  13. Wächter meint:
    20.Juni 2010 at 16:00

    Das Interview mit Florian Hartleb ist ein guter Beitrag für diesen Blog. Es könnte dazu dienen, sich einmal losgelöst von der tagespolitischen Reizsetzung mit dem real wahrzunehmenden Handeln in der Politik und den Akteuren auf diesem Feld sich auch einmal „theoretisch“ zu beschäftigen.

    Als ich das Interview gehört hatte, blieb für mich dennoch die Frage offen, ob es notwendig ist, einen „Masterstudiengang Politikmanagement“ zu etablieren, mit dem Anspruch der „Professionalisierung der Politik“.
    Der Anspruch unterstellt, dass wir es bisher mit Unprofessionalität auf diesem Feld zu tun hatten. Die geäußerten Ansichten in der politischen Blog-Welt und gerade auch hier, scheinen dies ja stets zu bestätigen.
    Kann die „Professionalität“ in diesem Metier durch einen spezifischen Studiengang gesteigert werden?
    Durch einen Theorie – und in Deutschland oft Ideologie-lastigen Studiengang in „politischen Wissenschaften“ an einer deutschen Universität sicher nicht. Obschon es unzähligen Absolventen von oft nutzlosen sozial- und politikwissenschaftlichen Studiengängen gelungen ist, in Redaktionsstuben, Behörden, Ämtern bis hin zu Ministerialposten ihr Steuerzahler-alimentiertes Auskommen zu finden. Gefördert und erleichtert durch die in Deutschland traditionell vorhandene Staats-Geneigtheit gerade auch von Möchte-Gern-Intellektuellen.
    
Die Fachhochschulen und gerade die in privater Initiative und Trägerschaft entstandenen „Hochschulen“ haben ja den Anspruch, praxisnahe Curricula und Studiengänge anzubieten, welche den Absolventen neben gewissen „akademischen Weihen“ auch ein praxisnahes Rüstzeug versprechen. Das wird auch von vielen derartigen Einrichtungen so durchaus realisiert, zum Vorteil ihrer Absolventen und der potentiellen Arbeitgeber.
    Es ist aber m.E. auch Ausdruck einer stetigen Verflachung und oft negativer Nivellierung in unserem Bildungssystem. Natürlich brauchen wir Anpassungen an die Erfordernisse einer gewandelten Welt und man kann nicht der reinen Lehre des deutschen Humboldt-schen Bildungs- und Hochschulsystems in Ewigkeit nachhängen. Nur, was hat denn die steige Abkehr von diesem System gebracht?
    Dass nach der Elementarschule heute keiner mehr für eine Lehre in Handwerk, Industrie oder Verwaltung mehr geeignet erscheint. Es braucht wenigstens Mittlere Reife.
    Eine einfache Banklehre ist nur noch nach einem Abitur realisierbar. Gleichzeitig wird festgestellt, dass die Eignung zum Studium trotz oder wegen steigenden Abiturientenzahlen von den Absolventen überhaupt nicht mehr vorausgesetzt werden kann.
    Also schafft man Zwischenstufen und Abschwächungen mit Schein-Akademisierung durch (private) Fachhochschulen mit „Bachelor“- und fragwürdigen „MBA“-Abschlüssen.
    Ich kann mir nicht helfen, wenn ich lese „University of Applied Sciences“, schwanke ich zwischen der Einschätzung als Hochstapelei oder „Satz aus dem Bullshit-Generator“.

    Herr Hartleb ist ja bescheiden, wenn er den Anspruch äußert, mit dieser Ausbildung auf Beschäftigte in der „zweiten Reihe“ abzuzielen, jedoch „jungen Leuten zu ermöglichen, im Hintergrund Strippen zu ziehen“.
    Er argumentiert gegen die heute übliche Karriere „vom Hörsaal in der Plenarsaal“. 
Aber was bietet er an? Nichts anderes. Vielleicht mit dem Unterschied eines vielleicht weniger theorielastigen unterlegten Studiums versetzt mit „Praktika“ in einer Behörde, Parteibüro, etc.
    „Strippen ziehen im Hintergrund“, woran erinnert mich das?
    An die alerten JU-Mitglieder, die gerade mit dieser Fähigkeit über ihre Parteiorganisationen nach oben geschwemmt werden: Herr Christian Wulff aus Niedersachsen, Herr Mißfelder aus NRW, Herr Peter Tauber aus Hessen, Herr Jens Spahn ebenfalls NRW usw.
    Sollen also noch mehr Strippenzieher ausgebildet werden?

    Herr Hartleb hat ein interessantes „Geschäftsfeld“ gefunden und ich wünsche ihm durchaus persönlichen Erfolg damit. Was nicht heiß, dass ich tatsächlich eine Professionalisierung in der weitesten Bedeutung des Wortes auf dem angesprochenen Feld mir erhoffe.
    Herr Hartleb hat am Institut von Prof. Jesse in Chemnitz gearbeitet. Jesse ist ein „Parteienforscher“, der sich in seinen Analysen und seinen Publikationen wohltuend von den wohlbekannten Parteien- und Politikforschern unterscheidet, die bei Talkshows und in den sog. MST-Medien mit Banalitäten glänzen; und, er ist nicht auf dem linken Auge blind.
    Aber irgendwie habe ich den Eindruck, dass auch Herr Hartleb nicht ausscheren kann aus dem Anti-Rechts-Kanon, wenn er in einer Betrachtung des Rechtspopulismus von Jörg Haider schreibt: „Der populistisch geschürte Geist einer Neidpolitik kann und wird in Zeiten neuer Unsicherheiten und aktueller Missstände wie der Finanzmarktkrise weiter sein Unwesen treiben.“
    Seine Betrachtungen zum Populismus der PDS erscheinen mir in diesem Zusammenhang vergleichsweise milde, wenn er auf den Grundkonsens beider „populistischen“ Strömungen eingeht.
    Der zitierte Satz zum „populistisch geschürten Geist“ beschreibt eigentlich den Grundtenor der derzeitig wahrgenommen Parteien-Politik. Und zwar aller Parteien, nur in etwas unterschiedlichen Nuancen. Alle haben sich dem Mantra der (sozialen) Gerechtigkeit unterworfen.

    Ein „Klassiker-Zitat“ von Robert McNamara zu Management: „Management ist die schöpferischste aller Künste – die Kunst, Talente richtig einzusetzen.“
    Daran leidet es in Deutschland in der Politik, Talente richtig einzusetzen. Man hat den Eindruck, dass, wer zu talentiert ist, auf das Durchschnittsmaß gestutzt werden muss. Da ziehen dann „Parteifreunde“ und Medien an einem Strang.

    Bin gespannt, was aus dem Projekt wird.

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