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“Die Traditionalisten und Konservativen in der Gesellschaft nehmen ab”

Von Torsten | 6.Dezember 2009

Der oben genannte Kommentar fiel hier im Rahmen einer Diskussion.  Würde nicht verwundern, wenn er von sozialdemokratischer oder grüner Seite käme. Allerdings kam dieser Satz von einem Stadtverordneten und stellvertretenden Vorsitzenden eines nordrhein-westfälischen CDU-Ortsverbands (und ich werde den Namen hier nicht veröffentlichen).

Es geht nicht darum, ein Mitglied einer anderen Partei (ich bin immer noch in der CSU) zu verunglimpfen oder bloßzustellen. Die Bemerkung “Die Traditionalisten und Konservativen in der Gesellschaft nehmen ab. Das ist so. Daran muss man nicht rumdiskutieren.” macht mich ziemlich ratlos.

Denn wo soll das herausgefunden worden sein? Im Spiegel? In der Frankfurter Rundschau? Gar in einer dieser spektakulären Studien der Friedrich-Ebert-Stiftung, die außer der Nahles nicht einmal mehr die Jusos beeindrucken. Oder ist das eine Erkenntnis an einem verrauchten nordrhein-westfälischen Stammtisch, nach dem achten oder neunten Bier?

Zwar folgen mehrere Absätze, welche diese flapsige Bemerkung wieder relativieren, es stellt sich mir jedoch trotzdem die Frage, auf welches Personal die NRW-CDU im Großen wie im Kleinen baut und auf welche Kräfte sie bauen will. Da gibt es einen Integrationsminister, der fleißig die Hände von Leuten schüttelt, die Moscheen bauen und die andernorts eher ein Fall für den Verfassungsschutz wären. Da gibt es die Kölner CDU, die sich dank magelnder inhaltlicher Stärke nicht nehmen ließ, mit Pro Köln eine Kraft rechts von sich aufzubauen.

Aber ich will die Frage auch gar nicht am Landesverband NRW oder an Einzelpersonen festmachen, sondern ganz allgemein fragen:

  • Wie konservativ oder traditionalistisch ist die Union eigentlich noch?
  • Ist Konservatismus auch für junge Menschen ansprechend? Was ist Modernität, und wie “modern” muss die Union sein?
  • Wenn die Union nicht mehr konservativ sein mag, was ist sie dann? Beliebig?

Natürlich sind das Fragen, die latent in diesem Weblog aufgeworfen und diskutiert werden; vielleicht ist dieser kurze Beitrag eine Möglichkeit, diese Frage einmal mehr zuzuspitzen.

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12 Kommentare to ““Die Traditionalisten und Konservativen in der Gesellschaft nehmen ab””

  1. Brutus meint:
    6.Dezember 2009 at 22:40

    a) es gilt: an den Taten sollt Ihr sie messen – daher: die CDU ist in ihrer gesamtheit weder konservativ noch traditionalistisch

    b) ja

    c) sozialistisch-beliebig (?)

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  2. Marc Oliver meint:
    6.Dezember 2009 at 22:45

    “Ist Konservatismus auch für junge Menschen ansprechend? Was ist Modernität, und wie “modern” muss die Union sein?”
    Bei der Jugend ist nicht das Problem, dass man sich nicht mit konservativen Werten identifiziert, sondern, dass man nicht als Konservativ gelten will. In meinem Umkreis hab ich die Erfahrung gemacht, dass für viele Konservativ fast gleichbedeutend ist mit Rückständig , wenn man es schulgerechter/ höflicher Ausdrücken möchte. Dennoch werden Werte und Sekundartugenden wieder geschätzt. Natürlich gibt es auch zahlreiche Linke/Linksradikale aber es betrifft nicht die Mehrheit meiner Generation, wenn dann kann man schon eher einen Desinteresse gegenüber der Politik feststellen. Der Unterschied zwischen Struktur- und Wertekonservativen ist fast nicht bekannt und hat mich schon eine Menge Erklärungsarbeit gekostet. Allerdings, kann ich das nur für meine Umgebung sagen, Stadt, Kleinstadt teilweise dörfliche Bereiche, wie es in Metropolen aussieht kann ich nur von außen Beurteilen.

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  3. Bauer Gerhard meint:
    7.Dezember 2009 at 06:38

    “…Folgen Sie mir also in meine Jugendzeit ins Jahr 1982. Der eine oder andere Anwesende mag sich erinnern: Es war die Zeit des Ausklangs der Regierung Schmidt. Der kleine André war 14 Jahre alt und trat in die Junge Union ein. Im turbulenten Jahr 1983 mit Regierungswechsel und den Demonstrationen gegen den Nato-Doppelbeschluss im sogenannten „Heißen Herbst“ stand ich im Wahlkampf und plakatierte für Helmut Kohl und leistete Widerstand gegen die Friedensbewegung.

    Wir schließen daraus, was „normale Interessen“ mit 14 wie Carrerabahnen oder so betrifft, war der Lichtschlag offenbar ein Spätentwickler. Die Freunde hatten besseres zu tun, der kleine André aber machte Wahlkampf für Helmut Kohl. Und nicht nur das, bei ihm im Zimmer hingen zwei riesige Plakate in Übergröße. Eines davon war von der CDU und zierte den kommenden Kanzler mit dem Versprechen der geistig-moralischen Wende. Und ein anderes zeigte einen dicken sowjetischen Panzer. Darunter der Spruch: „Alle reden vom Krieg. Wir führen ihn. In Afghanistan.“

    Wer von uns, liebe Freunde, hätte damals gedacht, dass sechs Jahre später die Mauer fallen würde? Dass Deutschland wiedervereinigt werden würde? Dass gute 20 Jahre später in diesem Deutschland eine Frau aus der FDJ Kanzlerin einer gesamtdeutschen CDU-Regierung sein würde? Die im ganzen Land staatliche Kinderverwahranstalten für die Kleinsten bauen und für das Zerstören von Autos Prämien zahlen lässt? Wer hätte gedacht, dass 25 Jahre später in den USA ein Schwarzer als Präsident gewählt und wie ein Messias gefeiert werden würde. Und dass dann auch nicht mehr die russischen Panzer am Hindukusch stehen würden, sondern nunmehr amerikanische und deutsche? …”
    http://ef-magazin.de/2009/12/06/1724-gerhard-loewenthal-preis-fuer-journalisten-2009-unsere-zeit-ist-angebrochen

    Gratulation an Andre Lichtschlag zum Gerhard-Löwenthal-Preis.

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  4. Karl Schippendraht meint:
    7.Dezember 2009 at 08:36

    Auch ich empfinde die Merkel-CDU als opportunistisch
    gegenüber einem kranken Zeitgeist.

    Karl Schippendraht

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  5. Brutus meint:
    7.Dezember 2009 at 08:58

    “Alle reden vom Krieg. Wir führen ihn. In Afghanistan.”

    Ha, tolles Plakat! :)

    So wie der etwas zweideutige Werbespruch des sowjetischen Fremdenverkehrsbüros (Intourist?):

    “Kommen Sie zu uns bevor wir zu Ihnen kommen!”

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  6. kröte meint:
    7.Dezember 2009 at 10:06

    Die Jugend wird zunehmend wertekonservativ, wie ich in meinem Umfeld feststellen kann. Übrig ist eine Handvoll linksgrüner Schreier in Medien und Politik, die ihre verkrustete Meinung veröffentlichen, mehr nicht. Andre Lichtschlag hat Recht, der Wandel ist da, nur wurde die CDU innerlich sozialdemokratisch/sozialistisch ausgehöhlt, nicht nur in NRW, auch in Hamburg und anderswo. Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken, Ihr müsstet Eure gesamte Spitze austauschen, einschließlich sozialistisch ausgerichteter Ministerpräsidenten. Beim großen Reinemachen müsste man sich auch über einen Systemwandel Gedanken machen, brauchen wir diesen politischen Wasserkopf überhaupt?

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  7. WahrerSozialDemokrat meint:
    7.Dezember 2009 at 19:08

    “wenn er von sozialdemokratischer oder grüner Seite käme.”

    Ein kleines Veto bzgl. sozialdemokratisch. Es gibt sehr wohl konservative oder traditionalistische Sozialdemokraten. Ich empfinde mich zumindest so, ich mag schon in vielen Punkten ein Linker sein: Aber im Einklang mit Familie und Vaterland und meinem Glauben. Das muss kein Widerspruch sein!

    Bezieht es sich jedoch auf die Partei SPD stimme ich dem, mit großem Bedauern zu und bin entsprechend nach 22 Jahre Mitgliedschaft ausgetreten.

    Allerdings wurde ich von der CDU auch “links” überholt! Und jede Partei die pro Islamisierung und pro Gender ist, ist für mich schlicht nicht wählbar!

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  8. TD meint:
    7.Dezember 2009 at 23:54

    Leute!

    Geht mal in die JU Ortsverbände rein! Da gibt es kaum noch Leute die streng katholisch erzogen worden sind oder gegen Homosexualität! Der typische erzkonservative Katholik stirbt nun mal aus! Gleichzeitig ensteht aber einer neuer moderner Konservatismus der aber mit dem Erzkonservativen wenig gemeinsam hat

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  9. WahrerSozialDemokrat meint:
    8.Dezember 2009 at 22:39

    #TD

    Jeder JU Ortsverband, der damit einverstanden ist:

    http://www.youtube.com/watch?v=cJQUfPaE0oM

    Hat sein C verloren, hoppla, da ist ja kein C was man verlieren kann!

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  10. Brutus meint:
    8.Dezember 2009 at 22:44

    Das “C” ist gar kein Buchstabe, sondern ein Halbmond …

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  11. Anita meint:
    8.Dezember 2009 at 23:04

    Auch müsstet ihr die DTU die zur CDU gehört auflösen,denn sie dient nur türkischen Interressen ,nicht für Deutschland!

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  12. WahrerSozialDemokrat meint:
    8.Dezember 2009 at 23:12

    #Brutus

    Den klau ich aber!
    ;—)

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Kommentare