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Ein großer Abgeordneter
Von Philipp | 3.November 2009

Er ist siebenundfünzig Jahre alt, römisch-katholisch, hat drei Töchter mit seiner Ehefrau. Er hat als Supermarktsleiter gearbeitet, bevor er auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur nachmachte, Jura studierte und als Mitglied der Union Bundestagsabgeordneter wurde. In der Bundestagswahl 2009 wurde er direkt mit 50% der Stimmen seines Wahlkreises gewählt. Aber er hat ein Problem: er ist ein Konservativer aus Überzeugung.
Wolfgang Bosbach gilt als einer der profiliertesten Konservativen der Republik: zu vielen Themen hat er eine fundierte Meinung, gilt als Mann der klaren Worte auch bei Themen, die unter dem Mantel der political correctness lieber ausgespart werden.
Doch all sein Fachwissen half ihm nicht: weder Staatssekretär noch Fraktionsvorsitz oder gar Ministeramt wurden ihm angeboten. Statt dessen bedient man sich lieber seiner Fähigkeiten und seiner Bindungskraft für Konservative: wirklichen Einfluß auf Politik und Partei kann und soll er aber nicht ausüben.
Aus diesem Grunde kündigte Bosbach nun an, nicht mehr für das Amt des stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden zur Verfügung zu stehen. Ausdruck seines Charakters ist es, darüber keine weiteren Worte zu verlieren und Gelassenheit auszustrahlen: doch die Enttäuschung kann kaum verborgen werden.
Wenn dies die Personalpolitik der Union ist, die heute nicht einen einzigen Konservativen in ihrer Führung aufweisen kann, dann werden die Wähler rechts der linken Mitte bald nach Alternativen suchen.
Topics: Konservatives | 28 Kommentare »





3.November 2009 at 03:06
Merkel wurde in einem Umfeld sozialisiert, in dem sich die Ost-CDU mehr als einmal anschickte, die SED links zu überholen. Ihr Vater hatte, als Pfarrer, ein Spitznamen: der rote Kasner . Sie selbst aktiv in der FDJ. Ihr „Fachgebiet“ als FDJ-Kreisleitungssekretär einer ostdeutschen Universität: „Agitation und Propaganda“. Unter anderen also zuständig für die Inhalte des „FDJ –Studienjahres“. Das waren wöchentliche Schulungen der Studenten in Marxismus-Leninismus. Ausgezeichnet mit der „Arthur Becker Medaille“ in Silber. Die zweithöchste Auszeichnung, welche die „Kampfreserve (FDJ) der Partei (SED)“ zu vergeben hatte.
Die und ein römisch-katholischer Konservativer? Niemals. Das geht nicht zusammen. Die Dame sagt nicht, was sie denkt. Sie sagt gar nichts. Aber sie mobbt, wo sie kann: Hohmann, Merz, Koch, Oettinger …
Aufwachen Leute, sonst endet ihr als Blockflöten in einer „Nationalen Front“ (Einheitsliste bei den Wahlen zur DDR–Volkskammer) als Koalitionspartner der Linkspartei und der Grünen. Motto: alles Demokraten.
Vielleicht übertreibe ich oder bin paranoid. Aber in diese Richtung triftet die CDU. Sie nennt es „Modernisierung“. Leute wie Bosbach stören da nur.
3.November 2009 at 06:04
[...] Gestatten, dass ich prustend loslache und auf einen CDU-Link verweise: Ein großer Abgeordneter. [...]
3.November 2009 at 06:56
Fachwissen und eine eigene Meinung, beides ist in dieser CDU nicht gefragt. Die Wähler “rechts der Mitte” suchen längst.
Mcp kann ich nur zustimmen. Es kann niemand sagen er hätte nichts gewusst.
3.November 2009 at 08:06
Die SED hat also auch die CDU übernommen. Und Ihr Westler und Ost Protestler seht dabei seelenruhig zu, selber schuld. Ich wähle diese CDU seit 1989 nicht mehr, Kohl tat wenigstens der Presse gegenüber zurückhaltend, die neue Schar leutseliger Politiker, die vor nichts zurückschrecken, verachte ich nur noch.
3.November 2009 at 08:25
Herr Bosbach oder Herr Wiefelspütz – beiden traue ich nicht über den Weg.
3.November 2009 at 08:27
Ja Philipp, danke für diesen Artikel , sehe ich auch so.
Wolfgang Bosbach gehört zu den wenigen in der CDU,
weshalb man sie (noch!) wählen konnte. Einer, der
Vertrauen, Respekt und Dankbarkeit verdient hat.
Es ist jammerschade, um diesen integeren und klugen Mann.
Allerdings ist dieser Trend in der CDU schon
länger absehbar. Bei René Stadtkewitz dachte
ich schon, wer wird der Nächste sein …
Solidarität und Treue ist ein hohes Gut, aber
Nibelungentreue ist auch ein Stückchen Dummheit.
Dringend über Alternativen nachdenken …
3.November 2009 at 09:09
Als Konservativer, gar als Katholik, hat Bosbach in der CDU nichts verloren.
3.November 2009 at 09:11
Zahlendreher: Ich meinte 1998, da hatte ich Kohl noch gewählt, die Führungspolitiker, die danach kamen, waren allesamt nur noch schrecklich.
3.November 2009 at 10:02
Bosbach ist mir noch aus meiner Jugendzeit in Berg.Gladbach bekannt. Seine schleimige Art und sein serviles Wesen höherangesiedelten Lokalpolitikern gegenüber war für uns konservativ eingestellte Jugendliche das allerletzte. Ich bin froh, dass er nicht weiterkommt.
3.November 2009 at 10:18
@P. Kurzbach
“Seine schleimige Art”
Wie Bosbach “früher” war, kann ich nicht beurteilen. Sollte es so gewesen sein, bin ich froh, daß er sich weiter entwickelt
hat, was man offensichtlich von Anderen nicht sagen kann.
3.November 2009 at 10:54
@Kröte
Kohl hat viele Verdienste, ohne Frage.
Aber einen großen Fehler gemacht, der sich heute bitter rächt: Er hat auf eine “Entsozifizierung” – zumindest der CDU – nach der Einheit aus unerfindlichen Gründen verzichtet. Dasselbe gilt für die Überprüfung von Stasi-Kontakten durch West-Politiker. Bis heute herrscht diesbezüglich eine hoch merkwürdige Funkstille. Die Früchte dieser unglaublichen Naivität – so sie denn eine war – ernten wir „Wessis“ jetzt.
3.November 2009 at 11:20
@Mcp
Kohl hat noch mehr Fehler gemacht, das Privatfernsehen hat er eingeführt und die EUdSSR vorangetrieben.
Es erfolgte tatsächlich bis heute keine Sozialismusaufarbeitung, die alten Kader im Osten sitzen an den alten Stellen und auch ihre willigen Helfer im Westen kennen wir nicht.
Der geistige Mief in diesem Land ist unerträglich geworden.
3.November 2009 at 12:57
Schöner Link von Kardinal Meisners Rede am 1.11.09
http://www.kath.net/detail.php?id=24391
3.November 2009 at 13:30
Warum setzt sich denn Herr Bosbach nicht zur Wehr und redet endlich Klartext: Merkel muss weg! Er hat doch nichts mehr zu verlieren.
3.November 2009 at 14:59
Diese “große Abgeordnete” ist mir persönlich bekannt. – Weder groß, noch konservativ.
“… gilt als Mann der klaren Worte auch bei Themen, die unter dem Mantel der political correctness lieber ausgespart werden.”
Beispiele?
Und wenn man sich sein Abstimmverhalten anschaut, bleibt von den großen Worten gar nichts mehr übrig.
3.November 2009 at 16:33
Bosbach ist mir negativ in Erinnerung, als er gegen Hohmann “die harte Kante” gezeigt hat und so das Mobbing gegen Hohmann eröffnete – war er der “nützliche Idiot”, hat er aus seinem damaligen Fehlverhalten gelernt und zieht er sich jetzt resigniert zurück weil er erkannt hat, daß er gegen den anti-deutschen Linkstrend der Merkel-CDU allein nichts mehr ausrichten kann?
Diese Fragen bewegen mich im Fall Bosbach.
3.November 2009 at 16:40
Um noch eines obendrauf zu setzen:
Er zählt zu eben jenen CDU-Abgeordneten, die mal aufblitzen lassen, daß das ganze natürlich nicht ideal sei, aber das beste, was man aus der Situation machen könne.
Das ist Opportunismus und sonst nichts.
Genau diese Typen sind es, die mir die Union (vom Personal) her völlig verleidet haben.
Wenn diese nun ausgerechnet als die großen Konservativen gefeiert werden … Was war dann Alfred Dregger? Was Kanther? Was ein Nitzsche? Was vielleicht auch ein Strauss?
Dagegen ist ja selbst der explizit nicht-konservative Gauweiler noch konservativ.
Aber vor allem sind oder waren die Genannten alle eins: Starke Persönlichkeiten. Und das ist der zweite – und in meinen Augen wesentlichere – Unterschied zu Bosbach.
Wo genau liegt jetzt seine angebliche Größe? Die kann ich einfach nicht finden.
Er ist vielleicht unter der riesigen Herde an Opportunisten keiner der allerallerallerersten Reihe. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Non liquet.
3.November 2009 at 18:38
@ 16 Danke für den Hinweis auf seine Rolle beim Rauswurf von Martin Hohmann. Hatte ich schon faßt vergessen, obwohl ich (nicht nur)in der Sache nachtragend bin.
Wenn man ihn im Fernsehen erlebte, hatte sein Konservativismus immer etwas sehr Geschwätziges, seine rechtspolitische Attitüde ebenfalls.
Durchsetzungsstark können eigentlich nur Nicht-Oportunisten sein, so ist sein “Karriereknick” nur logisch.
Zu seinen (konservativen) Einstellungen soll man gleichermaßen konsequent stehen, wie zu einem körperlichen Makel wie schütteres Haupthaar.
Da ist die Merkel schon konsequent, sie kaschiert ihre Leibesform nicht mittels Orthesen oder Ersatzstücken.
Bosbach lebt künftig gesünder – das ist ihm zu wünschen – da er fern von Merkel nicht mehr der möglichen Gefahr von Erkältungen ausgesetzt ist. Was hatte ich Frau Merkel schon mal zugeeignet?
“Öffne deine Herzenstür bitte nur einen Spalt breit, damit uns nicht kalt wird.”
3.November 2009 at 22:31
Wäre Bosbach “Konservativer aus Überzeugung”, hätte er nicht für den schändlichen Lissabon-Vertrag gestimmt…und er wäre auch nicht Mitglied der Union.
4.November 2009 at 05:40
Die Rolle Bosbachs bei der causa Hohmann war auch mir nicht gegenwärtig. Ironisch könnte man jetzt sagen: Undank ist der Welten Lohn. Ich hoffe, die übriggebliebenen Konservativen ziehen die richtigen Lehren daraus.
http://www.rp-online.de/politik/deutschland/Bosbach-Sympathisanten-von-Hohmann-die-Kante-zeigen_aid_28857.html
4.November 2009 at 08:33
@ Mcp
Ich habe damals diese Anzeige mitgezeichnet. Nachdem ich dann auch im Ortsverband erleben konnte, welche kriecherischen Schleimer und Opportunisten das Sagen haben, habe ich meinen Rückzug aus der CDU eingeleitet.
6.November 2009 at 18:17
Oje, ich will ja nicht unhöflich werden, aber diese Lobhudelei auf einen der schlimmsten Schleimspacken in der CDU-Nomenklatura lässt tief dahingehend blicken, wie naiv hier weite Teile dieses Blogs sind, weil sie nicht wirklich über die Zustände dieser Partei und ihres sogenannten ,,Führungs”-personals informiert sind. Kein Wunder, dass dann immer noch solche Hoffnungen oder gar Sympathieen in Richtung von CDU bezüglich ,,Konservatismus” gesetzt werden.
Ohne ausführlicher zu werden, will ich nur mal kurz daran erinnern: Bosbach hat sich nicht nur massiv für den Ausschluss des aufrechten Deutschen Martin Hohmann aus der CDU ausgesprochen. Sondern er hatte auch gleich die Unterstützer der Initiative ,,Kritische Solidarität mit Martin Hohmann” massiv angegriffen, indem er über diese sagte, man müsse ihnen ,,die klare Kante” zeigen. Über die konservative Wochenzeitung ,,Junge Freiheit” schwadronierte er, ,,aufrechte Demokraten” hielten sich von dieser Zeitung fern.
Auch toll:
,,Der Satz “Deutschland ist kein Einwanderungsland” habe eine rationale Debatte über das Thema unnötig erschwert, schreibt Bosbach, der als neuer Fraktionsvize für den Bereich Innenpolitik zuständig ist. Man werde ernsthaft nicht bestreiten können, dass die Bundesrepublik ein Einwanderungsland ist.”
Quelle:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,81636,00.html
Die ,,Welt” meinte gar – wohl nicht ganz zu Unrecht – Bosbach verkörpere die ,,neue” CDU. Und die sieht dann z.Bsp. auch so aus:
,,Dagegen bekam er beim Streit um die Gleichstellung homosexueller Lebensgemeinschaften Unterstützung von unerwarteter Seite: Die Grünen lobten Bosbachs Vorstellungen. Zwar hatte sich der CDU-Mann nicht für das Institut der eingetragenen Partnerschaften ausgesprochen, aber die von ihm als denkbar bezeichneten Rechtsänderungen beim Mietrecht, beim Zeugnisverweigerungsrecht, bei Auskunftsrechten in Krankenhäuser und selbst bei der Totensorge kamen dem rot-grünen Projekt schon verhältnismäßig nahe.”
Quelle:
http://www.welt.de/print-welt/article531761/Wolfgang_Bosbach_verkoerpert_die_neue_CDU.html
Zensiert
9.November 2009 at 12:00
Hört mir bloß mit diesem Hohmann Gesülze auf. Hat schon mal einer von Euch diesen Herrn erlebt? ich bin froh, dass die CDU hier klare Kante fährt. Das Problem ist, dass die SPD das in Richtung Linksaußen nicht tut. Die SPD hat hier ein Problem, nicht die CDU.
Frage mich ja wirklich, warum das Ding hier noch CDU-Politik heißt…
12.November 2009 at 15:33
Es ist schon bezeichnend, dass jeder Versuch der Einbindung der demokratischen Rechten, mindestens der nicht dezidiert-linken im Sinne eines Franz-Josef Strauß gerade aus den linken Reihen der CDU als erstes mit der Nazikeule bekämpft wird.
Gut gemacht, Hans.
12.November 2009 at 16:12
Hohmann hat vielleicht nicht die intellektuelle Schärfe eines Alfred Dregger, aber er stand zweifelsohne in seiner Tradition. Dregger wäre, folgt man der Logik der Merkel-CDU, längst gemobbt.
Nein, so wird das nichts. Beim besten Willen. Wenn sich die CDU nicht auch auf ihre konservativ-reaktionären Granden besinnt, kann sie mir gestohlen bleiben.
12.November 2009 at 17:32
Man stelle sich vor, Deutschland wird angegriffen, die Gestellungsbescheide gehen raus. Am Sammelpunkt stellen die Soldaten fest, dass da andere Soldaten mit ganz gegensätzlichen Meinungen und Ansichten sich am Sammelpunkt einfinden und verweigern daher den Dienst und distanzieren sich von diesem und jenem.
Glaubt jemand ernsthaft, diese “Armee” hätte nur den Hauch einer Chance?
Der Kampf wird derzeit ohne Waffen geführt, der Angriff erfolgt ebenfalls ohne Waffen.
Der Angriff ist konzentriert, die Verteidigung hoffnungslos zersplittert, unfähig zu EINER gemeinsamen Aktion. Ergebnis: Leichte Beute.
Es geht in erster Linie um den Fortbestand Deutschlands und des Deutschen Volkes. Alles andere ist Käse und absolut nachrangig.
Du sollst an Deutschlands Zukunft glauben,
an deines Volkes Aufersteh’n;
Laß diesen Glauben dir nicht rauben,
trotz allem, was gescheh’n.
Und handeln sollst du so als hinge
von dir und deinem Tun allein
das Schicksal ab der deutschen Dinge
und die Verantwortung wär dein.
Albert Matthai
12.November 2009 at 17:36
Aktionen für den Fortbestand Deutschland müssen immer unterstützt werden, egal von wem sie ausgehen.
Aktionen gegen Deutschland müssen bekämpft werden, egal wer sie initiiert.
Runter mit der Parteibrille, ab heute gibt es nur noch Deutsche.
Der Unterschied ist leicht festzustellen, dienen die Aktionen der deutschen Nation um als unabhängiger, selbstständiger Staat weiterzuexistieren. Auch kleine Schritte führen zum Ziel, genauso wie kleine Schritte in die falsche Richtung sich davon entfernen.
12.November 2009 at 17:36
@ Philipp
Respekt!