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Marshallplan für Familienfreundlichkeit – Interview mit Johannes Singhammer (CSU)

Von Philipp | 9.Juli 2009

Singhammer

Bildquelle / Lizenz

 

Das folgende Interview führte CDU-Politik.de mit Johannes Singhammer, MdB. Gesprochen wurde über Familie, unsere Christlich-Abendländische Kultur, den Kern der sozialen Marktwirtschaft und den Einsatz der Bundeswehr. Hier werden Standpunkte bezogen, die ebenso klar wie richtig und in der Politik außerhalb von Unionskreisen kaum noch anzutreffen sind – ein Interview mit hohem Lesewert:

Frage: Welchen Wert hat Familie für Sie?

 

Antwort Johannes Singhammer:  Familie ist für mich Lebenssinn und Fundament unseres Landes.

 

Frage: Politiker, die die Familie mit Kindern als Kern der Gesellschaft begreifen und danach handeln stellen augenscheinlich nur noch eine Minderheit dar – wie erklären Sie sich das?

 

Antwort Johannes Singhammer: Ich meine, dass es eine Mehrheit von Politikern gibt, welche die Familien mit Kindern als Kern unseres Landes begreifen.  Als besorgniserregend empfinde ich aber, dass Familie zunehmend so unscharf verstanden wird, dass jede Art des Zusammenlebens als Familie definiert wird. Für uns gilt deshalb ein klares Leitbild: Ehe und Familie.

 

Frage: Bundesministerin Zypries will die gleichgeschlechtliche Ehe in das Grundgesetz aufnehmen. Wie stehen Sie dazu?

 

Antwort Johannes Singhammer: CDU/CSU lehnen eine rechtliche Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften mit der Ehe ab. Für eine Änderung des Grundgesetzes besteht deshalb kein Anlass.

 

Frage: Würden Sie der Beobachtung einer sich auflösenden christlich-abendländischen Kultur in Deutschland – auch angesichts eines immer offensiver auftretenden Islams in unseren Städten – zustimmen?

 

Antwort Johannes Singhammer:  Die Prägekraft der christlich-abendländischen Kultur nimmt ab. In einzelnen Stadtbezirken unserer Großstädte sind Menschen mit Migrationshintergrund bereits eine deutliche Mehrheit – vor allem bei den jüngeren Generationen. Es kann daraus aber auch eine Chance entstehen: Besinnung auf das, was unsere Verfassung trägt. Der königliche Artikel im Grundgesetz, dass die Würde des Menschen unantastbar ist, kann ohne christlich-abendländische Kultur nicht verstanden werden.

 

Frage:  Welche Folgen hat Ihrer Meinung nach der überbetonte Individualismus bis hin zum Hedonismus, der seit den siebziger Jahren die alten gesellschaftlichen Bindemittel wie Zugehörigkeit zu Volk, Staat und eigener Geschichte verdrängt?

 

Antwort Johannes Singhammer :  Alleinverwirklichung statt Gemeinwohl entzieht unserem Land die Zukunftsperspektive. Wie die Fussballweltmeisterschaft in Deutschland 2006 gezeigt hat, ist eine Mehrheit der Menschen stolz auf Deutschland und fühlt sich einem Patriotismus verpflichtet, der sich nicht gegen irgendjemand richtet. Wenn manche in der Politik den tiefen Wunsch nach Identität und Zusammengehörigkeit verleugnen, werden sie bei den Wahlen dauerhaft nicht bestehen.

 

Frage: Was kann die Politik Ihrer Meinung nach tun, um die demographische Katastrophe  abzufedern und die Geburtenrate effektiv zu erhöhen?

 

Antwort Johannes Singhammer :  Wir brauchen ein Umdenken in den Köpfen hin zu mehr Kinderfreundlichkeit, mehr Optimismus, mehr finanzielle Gerechtigkeit für junge Familien, Förderung von Bindungsfähigkeit, kurzum einen Marshallplan für mehr Kinder- und Familienfreundlichkeit.

 

Frage: Die mitunter marktradikalen Ansichten eines Friedrich Merz haben in der Union noch viele Anhänger. Andere stehen dem Modell der sozialen Marktwirtschaft rheinischer Prägung näher. Wo stehen Sie?

 

Antwort Johannes Singhammer: Nur die soziale Marktwirtschaft ist trainiert darauf, Finanz- und Wirtschaftskrisen zu entschärfen und zu überwinden. Die Linkspartei hat die Systemfrage gestellt und falsch beantwortet. Jetzt kommt es darauf an, das Erfolgsrezept der sozialen Marktwirtschaft wiederzubeleben.

 

Frage:  Generalsekretär Ronald Pofalla schwört die Union auf den Kurs der Mitte  ein. Viele Konservative fühlen sich von den Unionsparteien nun nicht mehr vertreten. Können Sie das nachvollziehen?

 

Antwort Johannes Singhammer: Die Unionsparteien wären keine Volksparteien mehr, wenn sie auf die konservative Säule verzichten würden. So ist es beispielsweise auch wichtig, sich klar zur deutschen Geschichte in ihren Stärken und Schwächen zu bekennen. Konkret bedeutet das, dass Frau Steinbach, unsere Bundestagskollegin und Vorsitzende des Bundesverbandes der Vertriebenen, einen Sitz in dem Kuratorium gegen Vertreibung erhalten muss.

 

Frage:  Welche Auswirkungen würde eine Rot-Rot-Grüne Regierung für Deutschland haben? Sind die Freien Wähler nach der Entwicklung in Bayern nun auch auf Bundesebene eine Gefahr für die Union?

 

Antwort Johannes Singhammer:  Eine Rot-Rot-Grüne Regierung in Deutschland hätte schlimmste Folgen für den Arbeitsmarkt. Viele Firmen würden Deutschland verlassen, Kapital würde abgezogen werden, die Arbeitslosigkeit würde explodieren. Die Freien Wähler sind nach der Entzauberung bei der Europawahl sicher geschwächt. Gleichzeitig gilt, dass die Union jede Stimme aus dem bürgerlichen Lager benötigt.

 

Frage:  Im Krieg in Afghanistan sind bisher 32 deutsche Soldaten gefallen. Wie belastbar sind wir Deutschen bei diesem Einsatz noch?

 

Antwort Johannes Singhammer: Die Belastbarkeit sinkt. Notwendig ist eine klare Exitstrategie. Gemeint ist, dass klare Zielvorgaben über Einsatzdauer, Einsatzzweck und auch Abzug der Bundeswehr festgelegt werden müssen. Entscheidend wird sein, die Verwaltungsstruktur in Afghanistan so schnell es geht und so gut wie möglich aufzubauen.

 

Frage:  Wo sehen Sie die Union in fünf Jahren?

 

Antwort Johannes Singhammer:  Als erfolgreiche, konservative soziale Union, welche die größte Finanz- und Wirtschaftskrise in der Geschichte der Bundesrepublik gemeistert hat.

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Topics: Familie, Konservatives, Kultur, Partei, Wirtschaft | 10 Kommentare »








10 Kommentare to “Marshallplan für Familienfreundlichkeit – Interview mit Johannes Singhammer (CSU)”

  1. 1000Sunny meint:
    9.Juli 2009 at 16:36

    Alle Kommentare gelöscht? Ich hatte Singhammer nicht beleidigt. Ich wollte nur wissen, wie die konkrete Familienmarshallplan-Politik aussehen soll.
    Aktuell wird das Jugendamt ja an seiner Kinderentzugsquote gemessen.

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  2. Bauer Gerhard meint:
    9.Juli 2009 at 16:57

    Die Löschung finde ich jetzt auch etwas stark übertrieben. Manches war vielleicht etwas überspitzt ausgedrückt, aber da waren hier schon andere Sachen zu lesen.

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  3. Karl Schippendraht meint:
    9.Juli 2009 at 18:07

    ” Gleichzeitig gilt, dass die Union jede Stimme aus dem bürgerlichen Lager benötigt ”

    Hoffentlich sieht das unsere Kanzlerin auch so.

    Karl Schippendraht

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  4. Nikodemus meint:
    9.Juli 2009 at 20:16

    Man wird die CDU/CSU an ihren Taten messen. In Bayern wurde die gleichgeschlechtliche Partnerschaft dieser Tage jedenfalls eklatant aufgewertet.

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  5. Anita meint:
    9.Juli 2009 at 20:18

    Familienpolitik:Warum müssen deutsche Eltern die es sich leisten können ihre Kinder auf Privatschulen tuen.Weil sie von der Politik im Stich gelassen wird . Die anderen deutschen Kinder können sehen wie sie zurecht kommen und sich schlagen,berauben und nötigen lassen von einer gewissen Gruppe in dieser Geschellschaft,die auch noch von dieser Politik betütelt wird und keinerlei Strafe erhält.Was kann die CDU dagegen tun?Will sie behaupt etwas dagegen unternehmen?Warum tut sie es nicht?

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  6. Brandenburger meint:
    9.Juli 2009 at 21:06

    Tolles Interview – klare Worte und notwendig sage ich.

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  7. Bauer Gerhard meint:
    10.Juli 2009 at 05:42

    CDU/CSU für Volksentscheid
    CDU/CSU-Mitglieder fordern die Einführung bundesweiter Volksabstimmungen

    Mit einem eigenen Aufruf fordern Reformkräfte innerhalb der CDU/CSU Direkte Demokratie auf Bundesebene. Das ist auch dringend notwendig.

    Denn das Nein der CDU/CSU zu bundesweiten Volksabstimmungen, das sie kürzlich in ihrem Wahlprogramm festschrieben, steht dem Wunsch ihrer Anhänger diametral entgegen. 65 Prozent der CDU/CSU-Wähler sprechen sich für die Einführung von bundesweiten Volksentscheiden aus, wie eine von Mehr Demokratie in Auftrag gegebene Forsa-Umfrage ergab.

    Auch das Bundesverfassungsgericht bestätigte am 30. Juni in seinem Urteil zum Lissabon-Vertrag, dass Direkte Demokratie auf Bundesebene möglich ist:

    “In einer Demokratie muss das Volk Regierung und Gesetzgebung in freier und gleicher Wahl bestimmen können. Dieser Kernbestand kann ergänzt sein durch plebiszitäre Abstimmungen in Sachfragen, die auch in Deutschland durch Änderung des Grundgesetzes ermöglicht werden könnten.”

    Wir unterstützen die Mitglieder der CDU/CSU, die bereit sind, den Willen ihrer Wählerschaft nicht länger zu ignorieren und möchten ihnen hier eine Plattform bieten.

    http://www.volksentscheid.de/cducsu/

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  8. Anita meint:
    10.Juli 2009 at 07:43

    @Bauer Gerhard:Ich glaube das erst ,wenn es zur Volksendscheidung kommt!Vor der Wahl ist nicht nach der Wahl!

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  9. Bauer Gerhard meint:
    10.Juli 2009 at 08:05

    An der Mailaktion kann man aber trotzdem teilnehmen.

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  10. wwender meint:
    11.Juli 2009 at 23:50

    “Konkret bedeutet das, dass Frau Steinbach, unsere Bundestagskollegin und Vorsitzende des Bundesverbandes der Vertriebenen, einen Sitz in dem Kuratorium gegen Vertreibung erhalten muss.”

    Ja und? Dafür ist doch Frau Merkel zuständig : Die Nominierung des Stiftungsrates wird vom Bundeskabinett bestätigt.

    Folgende Äüßerung hatten wir da ja vor kurzem die sicher die Wogen klein hält ^^ :

    Die “deutsche Ostsiedlung” außerhalb des deutschen Reiches von 1871, so die gewagte These Steinbachs, erfolgte seit dem Mittelalter “zumeist überwiegend friedlich”. Irritationen bei den östlichen Nachbarn seien wegen des Titels nicht zu befürchten, meinte die Vertriebenenchefin.

    GANZ TOLL…

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