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Opel ist am Ende – basta!

Von Torsten | 4.März 2009

Noch ringt die Politik um Opel. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Vorgang im Wahljahr 2009 kein Schmierentheater wird. Es wäre sehr leicht, Lösungen zu finden, die bis September prima ausschauen, bezahlen muss man ja erst hinterher. Selten klafften öffentliche Wahrnehmung und wirtschaftliche Perspektiven so weit auseinander wie bei den Schraubern aus Rüsselsheim. Dieser Artikel soll einschließlich seiner Überschrift absichtlich polarisieren, eine Diskussion ist wie immer ausdrücklich erwünscht.

Deutscher Automobilbau ist eine Erfolgsgeschichte. Natürlich: Seit dem 2. Weltkrieg gab es im Personenwagenbau keinen einzigen Konkurs (abgesehen von diversen Kleinherstellern und dem seltsamen Fall Borgward). Die Übernahmen von Glas (BMW) sowie Auto Union/DKW/Audi und NSU (beide Volkswagen) sind positiv zu werten. Audi wurde eine erfolgreiche Marke, und die Standorte Neckarsulm (NSU) und Dingolfing (Glas) sind heute wichtige Produktionsstätten für Audi bzw. BMW (außerdem konnte 1959 die beinahe von der Deutschen Bank erzwungene Übernahme von BMW durch Daimler-Benz verhindert werden). Warum sollte dann der Staat nicht eingreifen? Im Falle Opels geht es jedoch m. E. nicht so sehr um ordnungspolitische Grundsätze, sondern um wirtschaftliche Vernunft.

Opel ist mitnichten profitabel. Null. Nada. Man sollte sich von der Vorstellung losreißen, hier würde ein gut funktionierendes Unternehmen kaputt gemacht, nur weil Opel nicht ganz so überaus übel ausschaut wie der Rest von General Motors, sondern nur übel. Das erinnert an den Arzt, der den Todgeweihten damit zu trösten versucht, dass es ihn doch prima ginge, denn seine Zimmernachbarn wären doch schon klinisch tot. Spätestens seit Anfang der 90er kam es zu massiven Qualitätsproblemen, und bei jedem neuen Modell wurde seither beschworen, dies sei nun der Lichtschweif am Horizont. Dieses Imageproblem ist neben anderen Faktoren (s. u.) ein nicht zu unterschätzendes Hindernis für eine Fremdübernahme – sonst gäbe es wohl deutlich mehr Interesse. Ach ja: Der Opel Insignia ist “Auto des Jahres” 2009 – das ist ein schöner Blumentopf, aber keineswegs ein Garant für ökonomischen Erfolg.

Eine Entflechtung von GM ist möglich, wird aber ganz schön teuer. Ein “deutscher” Autobauer ist Opel nur bei den Arbeitsplätzen, alles andere gehört Detroit. In der Situation, in der sich GM heute befindet, wird es sich sogar das Schwarze unter den Fingernägeln vergolden lassen. Opel wird somit kein Sonderangebot – im Geschäftsleben gibt es keine Philanthropie, und selbst wenn, dann meist nur kurz. Es wäre eine Ironie der Geschichte, dass Opel im GM-Konzern technologisch recht gut da steht, jetzt aber nochmals für jedes einzelne eigens entwickelte Patent zur Kasse gebeten würde. Denn so nett wird GM nicht sein, dass Lizenzen kostenfrei erteilt werden. Dies wiederum wird die wirtschaftliche Situation von Opel kaum stärken. Hinzu kommt, dass verschiedene Übertragungsmodelle vorsehen, dass GM eine Sperrminorität an Opel halten soll. Mit dieser Fußangel finanzstarke Investoren zu finden oder eine Übernahme durch andere Automobilkonzerne, wird schwierig werden.

Überkapazitäten im Automobilbereich gibt es auch so genug. Die kann man schlecht wegreden oder dauerhaft subventionieren. Opel hat keineswegs eine systemische Bedeutung. Wenn die Bundesregierung glaubt, dem Autobauer Opel unter die Arme zu greifen, stellt sich ohnehin die Frage, inwiefern dann auch andere Hersteller Anspruch auf Staatshilfe stellen dürfen. Sieht man vom unseligen Chrysler-Abenteuer ab, haben sich fast alle anderen Konzerne in den letzten zwanzig Jahren gut aufgestellt. Volkswagen hat erfolgreich Skoda aufgebaut (die “Altlast” SEAT ist ein anderes Kapitel), BMW schrieb die Erfolgsgeschichte des neuen Mini, und selbst Ford Europa hat anders als seine amerikanische Zentrale mit den Marken Jaguar (bis 2008, an Tata Motors verkauft) und Volvo einen Schritt nach vorne gemacht. General Motors würde quasi für schlechte Konzernpolitik belohnt. Man denke nur an haarsträubende Entscheidungen, wie die koreanische Billigmarke Daewoo weltweit als Chevrolet zu vermarkten. Naja, immerhin nicht als Opel.

Hat Opel eine Zukunft als Nischen- oder Premiummarke? Die Zeit der Nischenmarken ist längst vorbei. Fast alle Marken bieten alles an. Selbst Porsche bringt jetzt einen Pkw-Diesel auf den Markt. Und als Premiummarke? Auch da hat Opel keine Zukunft. Volkswagen blieb mit seinem Modell Phaeton hinter den vorsichtigen Erwartungen zurück, auch wenn ein Kärtner Landeshauptmann äußerst eindrucksvoll demonstriert hat, dass man damit auch richtig schnell fahren kann. Wer das Geld für Premium hat, der gibt es auch für Image aus, und das ist bei Opel derzeit ja eher mau. Selbst wenn man dieses Geschäft mühsam anschiebt, würde es fünf bis zehn Jahre dauern, sich zu etablieren, und selbst dann nur, wenn keine groben Fehler passieren. Zudem würde eine umgehende Umstrukturierung der einzelnen Modellreihen mehrere Jahre brauchen (und noch länger, um wirtschaftliche Auswirkungen zu spüren).

Es geht um rund 50.000 Arbeitsplätze. 26.000 bei Opel und in etwa die gleiche Zahl bei den Zulieferern. Dieses Ziffer lässt sich unter Umständen durch die Mitarbeiter an der Ruhestandsgrenze noch bereinigen, und auch gut qualifizierte Mitarbeiter werden sicher wenig Probleme haben, sich umzuorientieren. Die Politik täte besser daran, ein zukunftsfähiges Konzept für diese 50.000 Arbeitplätze zu schaffen als Geld in einen wirtschaftlichen Leichnam zu pumpen. Es ist unserem Wirtschaftsminister bislang hoch anzurechnen, in diesem Fall nicht auf einfache und schnelle, aber nachhaltig sehr teure Lösungen zu setzen. Dazu bedarf es nicht einmal suggestiver Umfragen.

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Topics: Wirtschaft | 79 Kommentare »








79 Kommentare to “Opel ist am Ende – basta!”

  1. Bauer Gerhard meint:
    4.März 2009 at 09:31

    Wie stehst Du denn zu den 100 Mrd. bei der HRE und den restlichen zigMrd. für andere Banken?

    Ist die HRE profitabel? Wurde jemals ein Wort darüber verloren?

    Überkapazitäten an schlechten Banken haben wir ebenfalls genug.

    Wenn, dann sollte man dieses Feld grundsätzlich angehen. Keine Sonderbehandlung von Banken, die letztendlich für die Finanzkrise verantwortlich sind, neben willfährigen Politikern.

    Bei Unternehmen der Güterindustrie werden marktwirtschaftliche Argumente ins Feld geführt. Ich bin der erste, der hier zustimmt, nur muss dies dann auf der ganzen Linie erfolgen.

    Kurzfristige Staatshilfen, Bürgschaften sind im Wirtschaftsleben dieser Republik nicht neu sondern Bestandteil des Lebens.
    Falls Opel ein zukunftsträchtiges Konzept vorstellen kann, das könnte auch der Konkurs sein, um das Unternehmen dann in abgespecktem Rahmen weiterzuführen. Dann ist Hilfe richtig und muss zurückbezahlt werden. Ganz klar. Auch neue Eigentumsperspektiven könnten sich ergeben.

    Ich möchte es noch einmal schreiben, mich stört bei der ganzen Sache, die Sonderbehandlung der Banken.

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  2. Henning meint:
    4.März 2009 at 11:10

    Lieber Autor, ich denke es handelt sich wohl um eine dreiste und gedankenlose Frechheit die Arbeitslosigkeit von sicher deutlich mehr als 50.000 Menschen herbeischreiben zu wollen. Daher will ich in aller Form – und obgleich es sich um eine ungewöhnliche Maßnahme handelt – hoffen, dass einer der 50.000 Ihnen die Scheibe einwirft, damit Sie auch etwas Anteil am Schicksal seiner Familie haben. Ich will allerdings nicht tatsächlich dazu aufrufen, es geht mir vielmehr um die Vergegenwärtigung des 50.000-fachen Dramas, dass Sie herbeiführen möchten.

    Sie irren an einigen Stellen inhaltlich, vermutlich aufgrund mangelnder Information, es würden aber vermutlich auch weitere Argumente als Verklärung von Ihnen abgetan und ich spare Sie mir deswegen. Beim nächsten Mal sind Sie aber doch bitte etwas gründlicher bei Ihrer Recherche, bevor Sie einen Artikel verfassen.

    Einen wichtigen faktischen Irrtum möchte ich aber doch aufklären: profitabel ist Opel, einen über Jahre andauernden Kapital, Personal- und Know-How-Abfluss in den Gesamtkonzern kann allerdings kein Unternehmen einfach ausgleichen.

    Es handelt sich sicher – sollte man sich doch für eine Bürgschaft entscheiden – auch um eine einmalige Gelegenheit für unseren Staat, einen Automobilhersteller zur Entwicklung eines echten automobiltechnischen Zukunftskonzeptes zu zwingen (vgl. betterplace.com). Dies als Fingerzeig in eine deutlich positivere Denkrichtung.

    Und zum Schluss darf ich mich auch noch über den mangelnden Patriotismus gegenüber einer großen deutschen Marke beschweren. Sagen Sie mal, hätten Sie BMW auch einfach so ohne einen Euro zugemacht? Im Heimatland unseres glattgegelten Unsympathen zu Guttenberg? Ich wette nicht.

    P.S.: ich möchte nicht zu irgendwelchen Maßnahmen aus dem ersten Absatz aufrufen, das liegt mir fern, den ausserordentlich unüberlegten Formulierungen in diesem Artikel muss und darf aber mit ebenso überzeichneter Symbolik begegnet werden.

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  3. SG meint:
    4.März 2009 at 11:12

    Mich ärgern 100 Mrd. für HRE genauso wie 100 Mrd. für Opel. Aber 100 Mrd. für HRE sind immer noch besser als 100 Mrd. für HRE und 100 Mrd. für Opel.

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  4. SG meint:
    4.März 2009 at 11:17

    Lieber Autor, ich denke es handelt sich wohl um eine dreiste und gedankenlose Frechheit die Arbeitslosigkeit von sicher deutlich mehr als 50.000 Menschen herbeischreiben zu wollen.

    Ob die 50.000 nun arbeitslos werden oder nicht, wird cdu-politik.de kaum beeinflussen können. Daran trägt ausschließlich die verfehlte Unternehmenspolitik von GM und Opel der letzten Jahre und Jahrzehnte Schuld.

    Daher will ich in aller Form – und obgleich es sich um eine ungewöhnliche Maßnahme handelt – hoffen, dass einer der 50.000 Ihnen die Scheibe einwirft, damit Sie auch etwas Anteil am Schicksal seiner Familie haben.

    Nanana. Sowas macht man aber nicht, und es hat auch nichts miteinander zu tun. Oder werden in Deutschland bei Arbeitslosen regelmäßig die Scheiben eingeworfen.

    Und zum Schluss darf ich mich auch noch über den mangelnden Patriotismus gegenüber einer großen deutschen Marke beschweren.

    Ohauerhauerha. Gerade als Exportweltmeister ist Protektionismus wohl kaum eine überzeugende Idee für die Deutschen. Hinzu kommt: Opel ist übrigens seit 1929 kein deutsches Unternehmen mehr, sondern Teil des GM-Weltkonzerns.

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  5. Henning meint:
    4.März 2009 at 11:49

    Woher die liberal-kopierten Töne? Versuch der Profilschärfung wegen Umfrageschwächeln? Neo-liberale Nachahmung nach republikanischem Vorbild? Was ist aus der Partei der Unternehmer geworden?

    Die Opel-Modelle Corsa, Insignia und Astra erwirtschaften alle einen positiven Deckungsbeitrag, 3 Werke schliesst das Unternehmen wegen Überkapazität aus eigenem Antrieb, erhalten wir die profitablen Arbeitsplätze und machen Opel wieder zum deutschen Unternehmen.
    Die Modellpoltik von Opel und die Neuausrichtung unter Forster gelten in der Branche als sehr erfolgreich, es gibt keinen Grund für Ihren stark überzeichneten Pessimismus.

    Die schlechte Unternehmenslage erklärte ich bereits mit dem fortdauernden Kapitalabfluss zu GM, die Unternehmenspolitik ist aber sicher richtig. Bitte informieren Sie sich im Detail gründlicher.

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  6. Nikodemus meint:
    4.März 2009 at 13:37

    Ich befürchte niemand wird sich am Ende sagen lassen wollen, er/sie hätte Opel nicht gerettet, so dass am Ende wohl irgendeine “September-Lösung” stehen wird. Vermutlich wäre mit der vernünftigeren Lösung, Opel in die Insolvenz zu entlassen, tatsächlich kaum eine Wahl zu gewinnen. Aber grundsätzlich muss jedes Unternehmen für sich agieren und auch die Folgen tragen. Die Frage sollte tatsächlich eher sein, wie man den Leuten helfen kann, die ihren Arbeitsplatz verlieren.

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  7. Bauer Gerhard meint:
    4.März 2009 at 13:46

    @Henning
    “…Einen wichtigen faktischen Irrtum möchte ich aber doch aufklären: profitabel ist Opel, einen über Jahre andauernden Kapital, Personal- und Know-How-Abfluss in den Gesamtkonzern kann allerdings kein Unternehmen einfach ausgleichen….

    …erhalten wir die profitablen Arbeitsplätze und machen Opel wieder zum deutschen Unternehmen.”

    Volle Zustimmung.

    Die CDU schwimmt, sie weiß nicht mehr für was sie eigentlich steht. Das Fundament ist erodiert, der Mittel- und Oberbau zerbröckelt. Sie probiert´s einmal Hü und einmal Hott.
    Es fehlt ihr an Wissen, Können und integeren Menschen in den mittleren und gehobenen Führungspositionen.
    Es ist ein einziges Schielen auf Umfragewerte und mögliche Wahlergebnisse.

    Normalerweise ist die Frage Opel kein sonderliches Problem. Du gibst die Antwort.
    Wo ein Wille, da ein Weg.

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  8. Philipp Schwab meint:
    4.März 2009 at 13:51

    Ich ganz persönlich habe die Überzeugung, dass gesunde Unternehmen wie Opel gerettet werden müssen, wenn klar zu erwarten ist, dass sie innerhalb einer bestimmten Zeit und fortan auf Dauer profitabel sind. Unternehmen wie GM selbst allerdings müssen eingemottet werden – deren Zeit ist vorbei.

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  9. Bauer Gerhard meint:
    4.März 2009 at 13:54

    Dieser ganze, sog., Erfolg der letzten Jahre und Jahrzehnte war ein auf Kredite und Schulden basiertes System. Die Blase platzt.
    Der Staat ist verschuldet bis über beide Ohren, die Unternehmen und Verbraucher ebenso. Was ist aus dem Land geworden, in dem Sparen eine Tugend war?

    Selbst heute noch im Angesicht des aufziehenden Orkans, raten uns die Politiker aller Parteien, mehr Geld auszugeben. Anstatt den Menschen zu sagen, Leute sichert eure Ressourcen, wir wissen nicht was kommt. Es kann tatsächlich niemand sagen, wo es endet. Kaufmännische Vorsicht ist angebracht.
    Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

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  10. Bauer Gerhard meint:
    4.März 2009 at 13:56

    @Philipp
    Was die Amerikaner mit GM machen, kann uns vollkommen egal sein. Wichtig ist, dass Wege gefunden werden Opel von GM loszulösen und Opel wieder zu einer deutschen Firma zu machen. Zu einer wirklich deutschen Firma. Dann wird mein nächster Wagen ein Opel, ich bin überzeugt, dass viele so denken.
    Opel sind und waren gute Autos, lange Lebensdauer etc.. Wir müssen auch wieder dahin zurückkommen, unsere Autos wieder länger zu fahren. Es geht nicht an, dass sich die Menschen ständig verschulden um alle 2 oder 3 Jahre ein neues Modell zu kaufen. Solche Geschichten werden nicht allzu lange erzählt, wie man sieht.

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  11. Torsten meint:
    4.März 2009 at 14:47

    Der Pessimismus basiert auf den Geschäftsberichten von Opel. Die Grundlage für einen Optimismus vermag ich nicht zu erkennen. Siehe Link. 1994 hatte Opel noch einen Marktanteil von 17 Prozent. 2008 waren es nicht mal mehr 10 Prozent. Ein wenig mehr als BMW und Mini zusammen, und das mit einer deutlich breiteren Modellpalette (gerade in den Kleinwagenbereichen, in denen Volumen zählt). Klingt nicht wirklich gut. Deswegen würde ich auch nicht von einem gesunden Unternehmen sprechen.

    Es geht hier auch nicht um BMW oder Opel. Wie gesagt haben alle anderen Unternehmen ihre Hausaufgaben gemacht. BMW steht glänzend da, Opel schlecht und dazu an der kurzen Leine aus den USA. Wären Hilfen für BMW (oder Daimler, Porsche, Volkswagen/Audi etc.) notwendig, könnte man ganz anders agieren, ohne befürchten zu müssen, dass das Geld an der falschen Stelle landet. Und BMW bietet bessere Voraussetzungen – vor allem ein Qualitätsimage (Opel hat inzwischen wieder mehr Qualität, aber das Image ist kaputt).

    Vielleicht stellt sich die Lage durch bzw. nach einer Entflechtung besser dar, wobei selbst dann GM – vermutlich mit Sperrminorität – noch im Boot sitzen wird. Wenn es die Opel-Geschäftsleitung nicht einmal schafft, den neuen Enteignungskönig Steinbrück zu überzeugen, der sich und seinen Frank ohne Walter lieber heute als morgen als Retter der Arbeiterklasse feiern lassen würde, spricht das Bände.

    Wenn es in Deutschland nie den Versuch gegeben hätte, Strukturwandel zu betreiben, würde man im Ruhrgebiet heute noch Dutzende von Steinkohlezechen betreiben und Bayern könnte man weiterhin straflos als verschlafenes Agrarland bezeichnen.

    Ich möchte den Verlust von 50.000 Arbeitsplätzen keineswegs verharmlosen oder schönreden. Was aber haben diese Arbeitnehmer davon, wenn man die Malaise der Firma Opel künstlich verlängert (und auch nur um 1, 2 Jahre) und hinterher der Nachbar mit seinen Steuergeldern auch noch dafür bluten darf?

    Den Unterschied zwischen HRE und Opel würde ich primär darin sehen, dass HRE (angeblich, aber da bin ich auch skeptischer geworden) systemisch wichtig ist, Opel dagegen wohl kaum. Auch bei der HRE beschleicht einen das Gefühl, dass gar nicht erst versucht wird, alternative Modelle zu untersuchen (Fallenlassen der HRE, Rettungsschirm für verwickelte Banken).

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  12. Henning meint:
    4.März 2009 at 15:32

    Die Automobilindustrie gilt als Schlüsselindustrie in Deutschland, eine Notwendigkeit zum Strukturwandel kann man zwar teilweise erkennen, allerdings sollte man sich auf den Technologiewandel konzentrieren.

    Ich verwies bereits auf betterplace.com, wo Shai Agassi, ehemaliger Vorstand bei SAP, Strukturen grundlegend wandelt: in Israel, Dänemark und der bay area um San Francisco fahren bis 2011 Elektrofahzeuge mit Handy-Vertriebsmodell. Renault baut die Fahrzeuge – wieso war in Deutschland kein Hersteller dazu in der Lage? Details hier http://is.gd/laUt .

    Ein Katalog mit Bedingungen für eine Staatsbürgschaft bietet die Möglichkeit den Hersteller Opel in diese Richtung zu zwingen – und generiert neue Technologiekompetenz für die Zukunft in Deutschland.

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  13. Bauer Gerhard meint:
    4.März 2009 at 15:37

    Auch ein Unternehmen, dass nur ein paar Prozent Marktanteil hat, kann gesund sein.

    Auch Daimler ist zu 63 % in ausländischer Hand.

    Was ist “systemisch” schon für ein Wort, ein Begriff aus der Biologie bzw. Medizin aber nicht aus den Wirtschaftswissenschaften. Auch ein Anzeichen dafür, dass niemand so genau sagen will, warum die HRE unbedingt mit Mrd.-Steuergeldern gefüttert werden muss, bzw. die Hintermänner der HRE.
    Die HRE ist ein großangelegter Betrug, nur niemand geht darauf ein. Deshalb will ich noch eínmal schreiben wieso:
    Der ital. Großinvestor gründete die HRE als “schlechte Bank” nach Übernahme der HypoVereinsbank. Er garantierte 5 Jahre für den Müll des Instituts, diese Garantie lief im August 2008 ab. Just in dem Moment wurden die Schwierigkeiten der HRE “bekannt”. Es wurde kurz einmal darauf hingewiesen, nachdem niemand dies kommen sehen konnte, dass das Finanzministerium von der Bankenaufsicht im Jahr 2007 über die Schieflage des Instituts unterrichtet wurde.
    Nur wen kümmert das?

    Durch die HRE wird deutsches Geld zur Deckung von Müllpapieren ausgegeben, durch diesen Müll wurden einige sehr reich, das Geld wurde nicht vernichtet, es verschwand nur in gewissen Taschen. In diesem Zusammenhang müsste auch die Rolle von Flowers untersucht werden, er ist auch Aktionär an der HSH, die ebenfalls vor kurzem ein paar Mrd. Euros bekam (der Knabe kassiert ganz schön ab). Wer profitierte von dem Verkauf des Mülls an die HRE usw.. Der Geldfluss wäre doch leicht nachzuvollziehen. Oder?

    Der Betrag den Opel bräuchte, ist im Vergleich zu den hunderten Milliarden die ans Finanzkapital verschoben wurden/werden lächerlich gering. Damit könnten wir Opel kaufen, ein Streckennetz des Transrapids innerhalb Europas bis nach Moskau ausbauen usw. usf.. Arbeit gäbe es dann genug.
    Nur mal am Rande bemerkt, wenn schon Geld ausgegeben wird, dann sollte es nicht versickern.

    Man müsste nur wollen oder dürfen.

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  14. Demokrat meint:
    4.März 2009 at 16:13

    GELÖSCHT

    Wir wünschen keinen weiteren Kommentar von jemandem wie Ihnen. Sie sind gerade durch die ad absurdum -Führung Ihres Benutzernamens hier unerwünscht.

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  15. Bauer Gerhard meint:
    4.März 2009 at 16:20

    Koch, Oettinger, Steinbach, Rechtspopulisten, schön wär´s.

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  16. Henning meint:
    4.März 2009 at 17:04

    Gerade fällt mir noch eine Kleinigkeit auf: ‘Basta’, war das nicht eine Schröder-Floskel? Schröder, der Mann der Basta-Poltik; bedenklich. Das aber nur am Rande.

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  17. Torsten meint:
    4.März 2009 at 20:00

    Strukturwandel war der falsch gesetzte Begriff. Es geht nur darum, dass hier Geld in etwas gepumpt werden soll, was so, wie es derzeit aussieht, keine Zukunft hat. Und derzeit sieht ein weiteres gravierendes Problem so aus, dass das Geld in Detroit versickern würde.

    „Basta!“ hört man jeden Tag in Italien. Alles Schröderisten südlich der Alpen? Nur weil Schröder mal Basta gesagt hat, darf man das nicht mehr?

    P.S. Die Basta-Diskussion geht weiter:
    http://cdu-politik.de/2009/03/05/regulierung-der-manager-gehaelter/#comment-21565

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  18. Demokrat meint:
    5.März 2009 at 11:17

    gelöscht

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  19. Henning meint:
    5.März 2009 at 12:02

    Die Verhältnismässigkeit, die Demokrat aufzeigt ist auch interessant: 100 Milliarden wurden in die HRE gepumpt und deren Zukunft ist insgesamt sehr viel ungewisser, als die von Opel mit 3,3 Mrd (DT Anteil 2,8 Mrd?).

    Das ist wie wenn ich 100 Euros für Blumen ausgebe (die sicher nach wenigen Tagen Biomüll sind) und keine 3 Euros Trinkgeld für die Verkäuferin (mit bekanntermassen geringem Verkäuferinnen-Einkommen) habe: unsozial, schlimm, verwerflich, nicht verhältnismässig.

    Ich will aber die HRE-assets nicht mit Biomüll gleichsetzen ;-) .

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  20. Torsten meint:
    5.März 2009 at 14:52

    Bei der HRE und der kaum abwägbaren Verstaatlichung gab es auch in diesem Weblog kritische Stimmen, die z. B. fordern, nach alternativen Lösungen zu suchen.

    Die 100 Milliarden sind in erster Linie Bürgschaften, keine Zahlung (im schlechtesten aller Fälle ist das Geld allerdings tatsächlich weg).

    Noch ein Wort zu den Arbeitsplätzen: Opel will von sich aus schon 3500 von 26.000 Arbeitsplätzen streichen bzw. auch die Zahl 7000 steht schon im Raum. Noch 2001 gab es übrigens mehr als 42.000 Opelaner in Deutschland. Nur um mal den Maßstab zu wahren.

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  21. Torsten meint:
    5.März 2009 at 14:58

    Das folgende Zitat ist zwar sozialpolitisch nicht ganz korrekt, es enthält aber einige prägnante Aussagen für den Fall Opel:

    Was glaubt die Politik eigentlich, wofür Strategie-Bücher für Manager geschrieben werden? – Für die intellektuelle Zerstreuung der gestressten Führungskraft? – Wer am Markt versagt, ist draußen. Ohne wenn und aber. Punkt. Aus. Basta. – Jetzt so zu tun, als hätte Opel keine Vorgeschichte, als hätte seine Misere auch nur irgendwie etwas mit der Finanzkrise zu tun, als gäbe es eine Hoffnung, dass wenn jetzt – ja: nur jetzt, kurzfristig, temporär, so lange bis irgendwie alles wieder besser wird, warum und wie genau wissen wir aber leider nicht – der Staat mal kurz einspringen könnte: das ist doch Beschiss! – Und es ist für jeden intellektuell halbwegs im grünen Bereich unterwegs befindlichen Menschen ein hochgradiges Ärgernis! Eine Zumutung!

    http://www.weissgarnix.de/?p=1701

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  22. Alvar Hanso meint:
    5.März 2009 at 15:32

    @Bauer Gerhard
    “Der Staat ist verschuldet bis über beide Ohren, die Unternehmen und Verbraucher ebenso. Was ist aus dem Land geworden, in dem Sparen eine Tugend war?”
    Nur am Rande:
    Für unser Wirtschaftssystem ist verschuldung (Wachstum) zwingend erforderlich, nur irgendwann sind halt die Wirtschaftssubjekte systemisch bedingt ÜBERschuldet was einen Reset erfordert.
    Dieser Punkt ist m.E. aktuell erreicht.
    Genaueres dazu können sie z.B. bei weissgarnix.de nachlesen.

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  23. Henning meint:
    5.März 2009 at 17:04

    Es wird nicht behauptet, Opel sei durch die Finanzkrise in Schieflage geraten; Opel befinet sich in gar keiner Schieflage – moderne Modellpalette, gute Erträge. GM ist in Schieflage und das betrifft Opel mit.
    Opel hat in den vergangenen 3 Jahren ordentlich Gewinne nach Detroit abgeführt und der weltweite GM cashpool schuldet Opel einige hundert Millionen Euros. Natürlich sehen Bilanzen nicht gut aus, wenn man diese vorher erfolgten Abflüsse bei der Betrachtung nicht einbezieht – wenn Sie die Lage eines zukünftig eigenständigen Unternehmens bewerten möchten, müssen Sie allerdings die erwirtschafteten Deckungsbeiträge und obige Kaptialströme betrachten. Ohne von GM erzwungene Abflüsse sähen die Bilanzen der letzten 3 Jahre recht ordentlich aus, die zukünftige Tendenz ohnehin (der beschriebene Effekt spricht ja implizit für eine Abkopplung von GM).

    Zudem wurde ein guter Teil der Ingenieurskompetenz und ‘immaterial rights’ aka. Patentrechte nach USA abgezogen.

    Und zum OPEL-HRE Vergleich: auch Opel erwartet nur Bürgschaften, Forster hat vor der Presse zu keiner Zeit etwas anderes gesagt.

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  24. Bauer Gerhard meint:
    5.März 2009 at 17:19

    So wie es aussieht, wird GM Gläubigerschutz beantragen. Welche Konsequenzen hat dies für Opel?
    Opel hat ja auch Forderungen an GM, die fallen dann sowieso unter den Tisch und Opel bekommt keinen Heller mehr zu sehen.

    Im Notfall, finde ich, würde das GG greifen und die Verstaatlichung Opels zum Schutze der Allgemeinheit notwendig werden. Denn wenn ca. 400 000 Arbeitsplätze, sprich Existenzen, an dieser Firma und deren Existenz hängen, kann man getrost von Allgemeinheit sprechen.
    Über das Wie und wie es weitergehen soll, müssen Fachleute und nicht Politiker diskutieren und Konzepte entwickeln, über dann zu entscheiden ist.
    Opel könnte sich, bei geschickter Lösung des Problems, zu einem Glücksfall entwickeln.
    Entsprechende Vorbereitungen müssten getroffen werden.

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  25. Anno_Domini meint:
    5.März 2009 at 18:22

    Warum nicht einen Strich unter die Angelegenheit machen, Opel aufkaufen und anschließend Aktien im Wert von 50 € anbieten und auf diese Weise alle Opelfans und Nichtfans an einem Experiment beteiligen. Läuft Opel nach Radilkalkur wieder an, dann hat es sich gelohnt, ansonsten sind 50 € locker zu verkraften. Wenn unserer sozialistischen Gesellschaft Opel wirklich am Herzen liegt, dann kann sie es beweisen, wenn nicht hat sie auch kein Recht nach dem Staat zu schreien wenn passiert, was passieren musste. Warum nicht mal die Lafos und Byskis dieser Nation in die Verantwortung zwingen? Wenn die Angelegenheit dann in die Hose geht dann ist wenigstens sicher gestellt, dass der Markt Recht hat.

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  26. Torsten meint:
    5.März 2009 at 21:09

    @Bauer Gerhard
    Nur weil so ein Pressehansel von der IG Metall die Zahl 400.000 in den Ring wirft, sollte man nicht gleich mit dem Feuerlöscher hinterher rennen.

    @Henning
    Wenn Opel 3,3 Milliarden braucht, aber mehrere Hundert Millionen Gewinn gemacht hat, ist das unterm Strich dann positiv oder negativ? Auf jeden Fall nicht ordentlich.

    “Opel befinet sich in gar keiner Schieflage – moderne Modellpalette, gute Erträge.” Natürlich. Deswegen waren die Manager ja auch in der Lage, ein akzeptables Konzept vorzulegen. Steinbrück ist ein Unsympath, aber wenn selbst der sich drüber beklagt, dass vom Opel-Management alle paar Tage neue Zahlen (und wohl kaum bessere) vorgelegt werden, dann bin ich versucht, ihm fast zu glauben.

    Schade für Euch Opelaner.

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  27. Henning meint:
    5.März 2009 at 21:33

    Das Bemühen sich genauer zu informieren wird leider nicht grösser, stattdessen kommen Sie mit Ihren Milchmädchenrechnungen.

    Wie bei jedem Konzern mit internationaler Verzweigung handelt es sich um ein komplexes juristisches Geflecht höchsten Grades, das aufzulösen sicher nicht binnen weniger Tage vollends durchgeplant, geschweige denn auf Heller und Cent vorausgerechnet werden kann. Eine große Variable stellt zweifelsohne auch das Verhalten von GM dar: wird man in Deutschland entwickelte Patente und Technologien zurückkaufen oder pro Fahrzeug Lizenzgeführen entrichten müssen und wie wird der globale Teileeinkauf mit GM weiter gehandhabt – sind nur zwei von dutzenden Fragen, die im Zeitfortschritt geklärt werden müssen und deren Status sich in multilateralen Verhandlungen verändert. Wie werden die zu übertragenden Aktiva bewertet (hier gehen die Milliarden hin!)? Die Schwierigkeit einer genauen Voraussage ist also zumindest keine Überraschung, sie wird aber am Ende beherrschbar sein.

    Nebenbei, Wettbewerbsfähigkeit: die technologisch und prozessual modernsten Fahrzeugwerke in Europa gehören Opel (… und stehen nicht bei BMW und Damiler).

    Und ich bin übrigens kein Opelaner und nicht nah, entfernt oder über Dritte mit dem Unternehmen verknüpft (und obendrein noch konservativer Wähler), ich weigere mich nur Ihre zusehends verflachende Argumentation unwidersprochen stehen zu lassen.

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  28. Torsten meint:
    5.März 2009 at 22:52

    @Henning
    Selbst wenn ich nur die Verluste aus den Geschäftsberichten entnehme und die 300 Millionen abziehe, sieht es immer noch nicht schön aus. Sicherlich wird keiner von uns beiden in diesem komplizierten Geflecht eindeutig bestimmen können, wo denn nun die Wahrheit liegt.

    die technologisch und prozessual modernsten Fahrzeugwerke in Europa gehören Opel
    Das mag sein, aber der Begriff “modern” ist arg dehnbar und in der Tendenz subjektiv. Mit solchen Aussagen kommt man nicht weiter, zumal das sicher ein netter Aspekt ist, aber selbst moderne Produktionsanlagen helfen nicht, wenn es für das Produkt Überkapazitäten gibt, das Produkt seit 20 Jahren Imageprobleme hat und niemand das Produkt kaufen möchte.

    Auch der Themenblock Image ist subjektiv, zugegeben. Opel hat es aber dank der Leine aus Detroit nie vermocht, sich zu profilieren oder positionieren. Umweltschonende, sparsame Autos? Volkswagen. Premium? Mercedes, BMW, Audi, Porsche. Sehr bedenklich auch das “allerneueste” Baukastenprinzip à la GM – da wird ein Opel Agila fast bis auf die letzte Schraube identisch mit dem Suzuki Splash gebaut. Haarklein das gleiche Auto, das im gleichen Werk (Ungarn, glaube ich) nebeneinander in den gleichen Hallen von den gleichen Mitarbeitern gefertigt wird, nur die Embleme sind verschieden, und der Opel ist deutlich teurer. Wer kauft so ein Auto?

    Und ich bin übrigens kein Opelaner und nicht nah, entfernt oder über Dritte mit dem Unternehmen verknüpft – okay, das lag mit dem impressumfreien http://www.motorcityblog.de/ und einer nur knapp 60.000 Seelen zählenden Gemeinde Rüsselsheim recht nahe.

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  29. Henning meint:
    6.März 2009 at 01:17

    Beim Thema Image scheint es sich tatsächlich um eine tiefbayerisch-subjektive Wahrnehmung zu handeln, ohne Ihnen grobe Einseitigkeit unterstellen zu wollen – der Insignia Sportstourer ist ein unglaublich gutaussehendes Fahrzeug mit modernsten Motoren, schauen Sie doch einmal hier hin
    http://www2.opel.de/insignia/

    Der einzige Grund danach noch Opel zu schliessen ist wohl, dass der Konkurrenz bereits vor Angst die Nackenhaare zu Berge stehen. Schauen Sie sich den Preis an. Würde ich das mit den Nackenhaaren ernsthaft behaupten, hätten Sie mühe es zu entkräften, ich erspare es uns aber, da es sich um keine konstruktive Argumentation handelt.

    Ich denke die Wahl zum _europäischen_ Fahrzeug des Jahres bestätigt einen Hersteller sehr gut auf seinem Weg neue, richtungsweisende Fahrzeuge zu gestalten. Und viele denken wie Bauer Gerhard “Dann wird mein nächster Wagen ein Opel, ich bin überzeugt, dass viele so denken.”.

    Bauer Gerhard hat Recht, Opel ist eine Traditionsmarke mit viel Rückhalt in vielen deutschen Bundesländern und Haushalten und baut heute wieder hervorragende Fahrzeuge (auch unter dem Qualitätsaspekt). Der Markterfolg in den kommenden Jahren ist nur schwer ernsthaft anzuzweifeln.

    Und was bedeutet europäisches Fahrzeug des Jahres? Es bedeutet von unabhängigen Automobiljournalisten gewählt. Die Unabhängigkeit dieser Journalie nun auch noch zu prüfen, überstrapaziert etwas den hier gebenen Rahmen, ich nehme sie daher einfach mal an, wohlwissend, dass die Streuung europaweit so gross ist, dass man sie auch tatsächlich ableiten kann. Zweifeln Sie nun nicht auch noch am Wahlverfahren, das ginge zu weit.

    Modern will meinen nach den Aspekten Design, technologische Plattform und Qualität! Lesen Sie mal hier, wenn ich Sie noch nicht überzeugen konnte http://is.gd/m0sI .

    Die Werke des ‘leanfield’-Typs sind tatsächlich die Modernsten nach produktionstechnischen und logistischen Gesichtspunkten (da gibt es ja auch dieses set von logistik-Benchmarks zu Ihrer Beruhigung und einer vergleichbaren Messung), auch wenn das vielleicht den Erwartungshorizont des Durchschnitts-Opelbetrachters sehr weit dehnt.

    Modernste Produktionsanlagen helfen insbesondere nach dem bereits ausreichend diskutierten und vom Hersteller eingeplanten Abbau von Überkapazitäten ein sehr gutes Produkt monetär erfolgreich herzustellen!

    Sie sind nicht verlegen immer wieder einzelne Negativbeispiele aufzuzählen, ich vermisse den neuen bayerischen Konstruktivismus und den offeneren Umgang, sind die seehoferschen Maßgaben denn noch nicht bis zu den politstammtischen vorgedrungen?

    Einen richtigen Punkt sprechen Sie allerdings an: die Leine nach Detroit ist die Ursache des langjährigen Übels und die Chance ist ohnegleichen, sie dieser Tage zu kappen! Nur Mut!

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  30. Martin meint:
    6.März 2009 at 03:05

    @Henning,
    wenn Opel die modernsten Werke hat, werden sie nicht einfach stillgelegt.

    Sie werden dann im Rahmen eines Insolvenzverfahrens verwertet. Vermutlich wird sie ein anderer Autohersteller kaufen.

    Ob die “Leine nach Detroit” anderenfalls so einfach zu lösen ist, ist die Frage. Wenn GM glaubt, dass Opel noch werthaltig ist, wird es einen Preis dafür verlangen. Weltweit gibt es riesige Überkapazitäten im Automobilbau. Wenn Opel in irgendeiner Form subventioniert wird, läuft es nur darauf hinaus, dass später andere Hersteller schlechter dastehen.

    Im Bankenbereich kann ich eine solche Überkapazität nicht erkennen. Allenfalls die Landesbanken sind überflüssig, aber vor allem, weil dort nicht die geringste Kompetenz vorhanden ist. Die HRE hat vor allem ein Fristentransformationsproblem. Ich halte es für glaubwürdig, dass der Staat am Ende mit einem Gewinn aus der Sache wieder heraus kommt.

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  31. Bauer Gerhard meint:
    6.März 2009 at 06:20

    @Henning
    Ich bin Baier, Torsten ist, glaube ich ein Zugereister, nur nebenbei bemerkt. Meine Landsleute, ich habe sehr viel Kontakt zu ihnen, die meisten sind der Meinung Opel müsste geholfen werden und die Krise diene nur dazu um uns, die schaffenden Menschen um unser Erspartes zu bringen. Die Baiern denken meist sehr vernünftig, wenn es auch meist nicht mehr bis in die CSU-Spitze durchdringt.

    @Torsten
    Ich renne nicht der Zahl hinterher, die momentan durch die Presse geistert. Nur beziehe in Deine Überlegungen auch die Arbeitsplätze mit ein wie beispielsweise von Fremdfirmen die bei Opel arbeiten (Handwerker etc.) und deren Lieferanten, Zuliefererfirmen inkl. chemischer Industrie, Gaststätten, Kioske, Lebensmittelgeschäft etc. und immer wieder deren Lieferanten, bis hin zu den Banken deren Kredite nicht mehr bezahlt werden können (oh, ich vergaß, hier haben ja wir Steuerzahler die Garantie übernommen, die faulen Kredite der Banken bezahlen wir), was halt so alles im Verbund zu betrachten ist und alles von der Vernichtung der Existenz der Opelmitarbeiter abhängt. Ich spreche von Vernichtung, denn es gäbe Alternativen, wenn diese nicht genutzt werden, ist es die Vernichtung eines deutschen Unternehmens, wenn es auch in ausländischem Besitz ist, das kann geregelt werden.

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  32. Torsten meint:
    6.März 2009 at 07:22

    Nun, ich denke kaum, dass wir auf einen gemeinsamen Nenner kommen, wollte aber noch ein paar Sachen loswerden.

    Image ist zugegebenermaßen subjektiv, lässt sich aber auch nicht immer über den Preis wiederherstellen. Wäre der Preis für deutsche Autokäufer ausschlaggebend, gäbe es die Marken Mercedes, BMW und Volkswagen wohl nicht mehr. Selbst bei der Abwrackprämie ist die beliebteste Marke Volkswagen (38.000 Einheiten bis zum letzten Monat), obwohl die Fahrzeuge teilweise recht teuer und mager ausgestattet sind. Bei VW kommt als aktueller “Vorteil” der Modellwechsel beim Polo hinzu.

    Die Auszeichnung “Auto des Jahres” ist eine Auszeichnung, mehr nicht. Wer die Liste der Preisträger durchgeht, findet sehr wohl einige Beispiele, die beim Publikum durchfielen – http://de.wikipedia.org/wiki/Auto_des_Jahres. Irren ist nun einmal leider auch menschlich (auch wenn ich für Opel hoffe, dass es bei dieser Wahl nicht zutrifft).

    Leine nach Detroit kappen ist fein, dann muss aber genauso den Managerbestand bei Opel ernsthaft kritisch überprüft werden, schließlich zog GM immer wieder die Strippen, wenn auch im Unternehmensergebnis meist erfolglos. Ausnahme wäre vielleicht Carl-Peter Forster, der kommt von McKinsey (bis 1996) bzw. BMW Südafrika. Und GM wird für das Kappen der Leinen (und in der Zeit danach für Lizenzen etc.pp.) einiges an Geld verlangen, das wir sofort und unwiederbringlich in Detroit versenken werden.

    Vielleicht gibt es viele Deutsche, die sich denken „Jetzt erst recht!“ und als nächstes Auto einen Opel kaufen werden. Es wird auch einige andere Deutsche geben, die wegen der drohenden Insolvenz fürchten, dass es dann zu Problemen mit Garantie, Ersatzteilen und Service kommen könnte.

    Ich versuche keineswegs, hier nur Negativbeispiele aufzuzählen, und meine Argumentation basiert ebenso wenig auf keinem Lokalpatriotismus, sondern ich versuche nur, mehr Skepsis in die Diskussion zu bringen. Opel ist nicht wegen der Finanzkrise ins Straucheln gekommen, sondern weil General Motors schon seit Jahren schlecht wírtschaftet (und auch bei GM war die Finanzkrise nur der Auslöser, nicht die Ursache ein wichtiger Unterschied).

    Übrigens hat meine Mutter just kurz vor Einführung der Abwrackprämie einen neuen Corsa erstanden (das vorherige Auto war ebenfalls ein 15 Jahre alter Corsa). Ihr ist diese Diskussion ziemlich schnurz, nur ärgert sie sich mächtig darüber, dass das Fahrzeug nach nicht einmal drei Monaten jetzt defekt in der Werkstatt steht. Das sind Erfahrungen, die für viele Leute beim nächsten Autokauf eine größere Rolle spielen als Auszeichnungen wie das Auto des Jahres.

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  33. Bauer Gerhard meint:
    6.März 2009 at 08:07

    Die Abwrackprämie muss wieder geändert werden, jetzt haben sie “übersehen”, dass Autos auch Lieferzeiten haben und Leute die darauf warten müssen, in der Zwischenzeit ja nicht zu Fuß gehen wollen. Das müssten sie aber, denn sie müssen den Brief des stillgelegten Autos abgeben.
    Wie sollen Politiker die nicht einmal so einfache Dinge auf die Reihe bekommen, diese Krise vernünftig meistern.

    Da sieht man, wieweit diese Leute von der Normalität entfernt sind, 1. Klasse Bahn- und Flugtickets, Dienstwagen, Chauffeur, Reise- und Fahrbereitschaft. Was man braucht, fordert man einfach an.
    Das 1. Klasse Bahnticket sollte genügen. Sparen, sparen, sparen.

    Jetzt beschwert sich der Einzelhandel, die Leute kaufen sich jetzt Autos, dieses Geld geht dem Einzelhandel ab. Was machen wir denn da, noch einen Eingriff, noch ein Steuergeschenk?
    Überweisen wir doch den Unternehmen gleich einen gewissen Anteil vom Steuergeld, gerecht verteilt, dann kann sich niemand beschweren und bitte die ausländischen Unternehmen nicht vergessen, nur kein Protektionismus.
    Die Verbraucher bekommen Zuteilungsscheine, damit ja niemand zu kurz kommt und nichts gespart wird. Muss ja alles in den Wirtschaftskreislauf. Konsum, Konsum.

    @Torsten
    Ein Bekannter kaufte sich einen neuen Mercedes, Mercedes brauchte über ein Jahr um die Elektronik in Griff zu bekommen. Die Fenster öffneten sich während der Fahrt, die ZVR öffnete und verschloss die Türen nach belieben und lauter so kleine Scherze. Nur damit der arme Corsa nicht so alleine im Regen bleibt.
    Das deutsche Autos in der Qualität nachgelassen haben, wissen wir seit Borgward. Da war Qualität angeblich nicht mehr zu bezahlen. Wenn die Menschen das Rechnen nicht verlernt hätten, sondern nachrechnen würden wieviel Geld sie für so eine Dreckskiste ausgeben, wenn sie nur einigermaßen regelmäßig auf neue Modelle umsteigen, dann wüßten sie, wie billig ein Auto sein könnte wenn man es 20 und mehr Jahre fahren könnte. Autobesitzer waren in Deutschland mal stolz auf ihre Autos, wenn sie sie lange fahren konnten (der taugte was und das andere war Schrott) und viele Kilometer runtergeradelt wurden. Dann bräuchten sich die Menschen auch nicht zu verschulden, sie könnten in aller Ruhe gemütlich sparen, wenn sie das Geld zusammenhaben, kaufen sie sich wieder einen Wagen. Die Autobanken bräuchten dann auch nicht mit Steuergeldern gestützt werden, wie jüngst geschehen. Es könnte alles viel anders sein.

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  34. Torsten meint:
    6.März 2009 at 08:30

    Ohoh, Thema Borgward (fiel mir auch zu Opel ein):

    Borgward war sicherlich kein begnadeter Kaufmann, ist aber 1961 vom Bremer Senat quasi im Handstreich enteignet worden, nachdem der Spiegel eine sehr despektierliche Geschichte über Borgward mit Halbwahrheiten (“Der Bastler”) veröffentlicht hatte. Jahre später stellte sich heraus, dass 100 % der Gläubiger bedient werden konnten und sogar ein Überschuss verblieb. Soviel zur Macht der “Mainstream-Medien” und zum Spiegel im Besonderen.

    Übrigens: die Opelpatente liegen angeblich derzeit als Sicherheit im US-Finanzministerium: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/opel412.html – vertrackte Geschichte, viel Spaß beim Loskaufen…

    Die Frage der Nutzungsdauer ist sicherlich interessant. Wenn ich als Privatmann ein Auto kaufe, fahre ich damit so lange wie geht (und mehr als 2, 3 Jahre). Wenn ich mir als Selbständiger ein Firmenauto zulege, lease ich ein Fahrzeug und weiß genau, dass mir der Staat über Steuervorteile etc.pp. quasi die Hälfte dazugibt (Kaufen geht auch, ist aber steuerlich deutlich ungünstiger).

    Ein solches System ist eigentlich nicht richtig, stützt allerdings die laufende Nachfrage nach Automobilen. Bleibe ich (wie bisher) standhaft & ehrlich und verweigere mich diesem System, zahle ich für meine Mobilität deutlich drauf.

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  35. Torsten meint:
    6.März 2009 at 08:35

    Achja, und seit zwei Jahren zufriedener SEAT-Fahrer (nicht Besitzer, also auch nicht meine Kaufentscheidung). 60.000 km ohne jedes Problem – den qualitativen Verdienst rechne ich allerdings Volkswagen an.

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  36. Christian meint:
    6.März 2009 at 09:49

    Wenn der aktuelle SpOn-Bericht über die verpfändeten OPEL-Patente auch nur näherungsweise korrekt ist, sollte sich die Diskussion um Staatshilfen ohnehin erledigt haben, da eine Herauslösung aus GM dann objektiv nicht mehr möglich wäre:

    “GM habe die Patente als Sicherheiten an das US-Finanzministerium abgegeben, um Hilfen der US-Regierung in Milliardenhöhe zu erhalten, meldet die Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise. Das gehe aus dem von Opel vorgelegten Rettungskonzept hervor. Washington hatte GM zuletzt Mitte Februar vier Milliarden Dollar zur Verfügung gestellt, um eine Pleite des US-Konzerns abzuwenden.”

    Und es kommt noch besser / schlechter:

    “Wie die Zeitung weiter berichtet, hält die Bundesregierung das Opel-Rettungskonzept für unzureichend. In Regierungskreisen werde das Papier als Unverschämtheit abgekanzelt. Ein Großteil des 217 Seiten starken Plans sei auf Englisch verfasst und enthalte kein tragfähiges Geschäftsmodell. Stattdessen wimmle es von bunten Fotos. So werde der Minivan Opel Meriva unter der Überschrift “Türen wie bei Rolls-Royce” angepriesen.”

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,611660,00.html

    Natürlich ist es schade um jeden einzelnen Arbeitsplatz und natürlich ist bei so vielen Arbeitsplätzen auch die Politik gefordert, zumindest helfend einzugreifen (wenn auch nicht unbedingt mit Steuergeldern). Angesichts der offenbar verpfändeten Patente und einem englischen Rettungsplan mit Werbebildchen statt Inhalten muss man doch aber einsehen, dass es keinen Zweck hat, hier noch die Kastanien aus dem Feuer fischen zu wollen…

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  37. SG meint:
    6.März 2009 at 10:17

    Gerade bei SpOn gelesen: Schäuble empfiehlt Opel Insolvenz. Endlich mal eine Äußerung von Schäuble, der ich mich inhaltlich anschließen kann.

    Man muss nicht gutes Geld schlechtem Geld hinterherwerfen.

    Durch die Verschmelzung von Opel und GM ist es nicht legitim zu behaupten, Opel sei profitabel. Opel gehören, wie ich in der FAZ las, nicht mal die eigenen Fertigungshallen, von den Patenten ganz zu schweigen.

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  38. Torsten meint:
    6.März 2009 at 10:24

    Objektiv wäre ein Loseisen der Patente durchaus möglich, nur sinkt damit die ohnehin geringe Wahrscheinlichkeit, dass Opel Lizenzen dieser Patente zu Vorzugspreisen erhält. Leider.

    Die Beschreibung des Rettungsplans ist schon nicht mehr lustig und würde einerseits die sehr zurückhaltende Haltung selbst der Sozen auf den ersten Vorschlag erklären, andererseits scheint dieser Vorschlag somit unter Umständen primär auf dem Wunschdenken von GM Detroit zu beruhen.

    Allerdings ist bei Spiegel- und noch mehr bei SpOn-Berichten Vorsicht angesagt. Da wird gerne Stimmung gemacht.

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  39. Henning meint:
    6.März 2009 at 11:51

    Ob der Vorschlag von Schäuble nun sonderlich schlau ist oder nicht, lässt sich aus der Ferne nicht sagen: eventuell verbirgt sich dahinter die Denke, GM auf einfachere Weise loszuwerden. Er spricht ja nicht von Insolvenz im Sinne von Zerstörung, Zitat “sondern den Erhalt von wirtschaftlichen Werten” und sagt damit klar, in welche Richtung er denkt. Da fragt man sich, ob SG überhaupt den von ihm selbst angeführten Artikel gelesen hat.

    Patente: vielleicht geht’s nun sogar leichter, mal sehen welcher unserer schlauen Minister als nächstes über den Teich fliegt und was er mitbringt. Ein Kuhhandel unter Politikern ist ja immer leichter, als wirklich bei GM zu bezahlen “Du verschärfst Deine Aussenpolitik hier und da und dann kannst Du die Patente mit dem Laster abholen” ;-) .

    Interessant fand ich bei den ganzen Berichten vornehmlich, dass Henderson im Kanzleramt dabei war – das bedutet mit anderen Worten GM will Opel loswerden, wie immer im Leben wird nun einzig ein langes geschachere um den Preis losgehen – und die Regierung nutzt die Kritik am Konzept, um den Preis zu drücken.

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  40. Christian meint:
    6.März 2009 at 12:02

    @Henning:

    “Ein Kuhhandel unter Politikern ist ja immer leichter, als wirklich bei GM zu bezahlen “Du verschärfst Deine Aussenpolitik hier und da und dann kannst Du die Patente mit dem Laster abholen” ;-) .”

    Das halte ich für Wunschdenken.

    Erstens stecken die USA selbst gerade in einer Rezession, so dass die Regierung sich überlegen wird, ob sie GM weiteren Schaden zufügt und damit amerikanische Arbeitsplätze gefährdet. Ganz abgesehen davon, dass die Patente als Sicherheit für Gelder hinterlegt waren, die GM sicher schon nicht mehr hat – warum sollte man die also aus der Hand geben?

    Zweitens sind politische “Kuhhandel” auf der angedeuteten Ebene wieder mit anderen Problemen behaftet, denn was bedeutet denn “Aussenpolitik hier und da verschärfen”? Soll die Aussenpolitik unseres Landes und damit unsere nationale Sicherheit jetzt zugunsten der Rückführung von Opel-Patenten geopfert werden? Und was könnte man den Amerikanern schon anbieten? Deutsche Soldaten in den Irak entsenden, damit die Opel-Werke weiter arbeiten können?

    Es sieht momentan einfach nicht so aus, als sei eine Rettung zu bewerkstelligen. Das ist extrem schade, aber nicht zu ändern. Sich an jedem Strohhalm festzuklammern und nach extremen Lösungen zu rufen bringt da leider auch nichts…

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  41. SG meint:
    6.März 2009 at 12:05

    Da fragt man sich, ob SG überhaupt den von ihm selbst angeführten Artikel gelesen hat.

    Habe ich. Es geht mir auch nicht darum, dass Opel unbedingt zerstört wird. Nur soll die Opel-Sanierung nicht mit Staatsgeld finanziert werden.

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  42. Bauer Gerhard meint:
    6.März 2009 at 13:25

    @Torsten
    Betreffs: Opelpatente
    Schlau eingefädelt, von unseren Freunden.

    Deshalb dürfen deutsche Firmen nicht an Ausländer verscherbelt werden und der Transfer von Wissen und Know-How abgezogen werden. Wir verkaufen damit unsere Zukunft.

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  43. Bauer Gerhard meint:
    6.März 2009 at 13:28

    Ich habe mir vorhin kurz einen Ausschnitt aus der Parlamentsdebatte zum Untersuchungsausschuss HRE angesehen, weder die Kanzlerin, noch der Finanzminister waren anwesend.
    Eine Sauerei und Missachtung des Parlaments, da schicken sie einen parlamentarischen Staatssektretär, das war es dann.

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  44. Torsten meint:
    6.März 2009 at 14:17

    @Henning
    Interessant fand ich bei den ganzen Berichten vornehmlich, dass Henderson im Kanzleramt dabei war – das bedutet mit anderen Worten GM will Opel loswerde

    Klar, GM will Opel loswerden und a) Geld damit verdienen und b) die Kontrolle, zumindest aber vermutlich eine Sperrminorität halten.

    @Gerhard
    weder die Kanzlerin, noch der Finanzminister waren anwesend.
    Stimmt, das Opeltreffen ist wirklich schon vorbei. Im Ernst, das geht wirklich nicht, in solchen Tagen braucht es mehr als vollen Einsatz.

    Wäre Opel noch eine AG, wäre vieles leichter, leider wurde die Opel AG 2005 wegen “Bürokratieabbau” zur GmbH. Man darf spekulieren, ob man damit nicht auch unternehmensrechtliche Probleme elegant lösen wollte (Stichworte Bilanzierung, Aufsichtsrat), um das Elend geschickter zu vertuschen.

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  45. Torsten meint:
    6.März 2009 at 14:19

    @42 Gerhard

    P.S. Ähnliches Problem (Braindrain durch Abschauen und Kopieren) übrigens auch bei China-Geschäften, aber das nur am Rande.

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  46. Henning meint:
    6.März 2009 at 14:57

    @Christian: deswegen war auch ein ;-) dahinter, natürlich handelte es sich um einen Scherz! Bei der überzeichneten Formulierung dachte ich das sei zu erkennen. Die Amis werden es sich auf die eine oder andere Art und Weise bezahlen lassen, wenn auch vielleicht nicht unbedingt nur mit Bargeld.

    @Torsten: ja leider. Vormals beim Transrapid und vielen kleineren Projekten und neuerlich hat Siemens anscheinend auch noch den Franzosen weite Teile des gemeinsamen Atom-joint-ventures überlassen. Bedauerlich, wo doch der Atom-Markt bald eine Renaissance erfahren wird.

    Wo erkennen Sie größere Schwierigkeiten der Übertragung einer GmbH, als bei einer AG? Ebenso wie bei der AG, können bei der GmbH die Kapitalanteile beliebig gestückelt und übertragen werden, insbesondere dann ist das leicht, wenn alle Anteile – wie faktisch in diesem Fall – in einer Hand sind und man keine verschiedenen Anteilseigner miteinander abstimmen muss.

    Danach oder in einem Vorgang plant man die Umwandlung in eine europäische Aktiengesellschaft, deren Nach- und Vorteile mir nicht bekannt sind.

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  47. Torsten meint:
    6.März 2009 at 15:26

    @46 Henning

    Der Hinweis bezog sich auf das (wahrscheinlich) schnellere Verfahren bei einem Eigentümerwechsel, und auf weniger aufwändige Rechenschaftspflichten als GmbH.

    Zun den AGs verschiedener Länder: http://de.wikipedia.org/wiki/Aktiengesellschaft

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  48. Bauer Gerhard meint:
    6.März 2009 at 15:37

    @Torsten
    Natürlich, unser Wissen muss gegen alle Seiten geschützt werden.
    Wissen ist Macht.

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  49. Torsten meint:
    6.März 2009 at 16:22

    Einen habe ich noch: eine Umfrage bei der SZ:

    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/93/460725/text/

    Dass ich den Fall Opel kritisch sehe, ist mir klar, dass Opel derzeit allgemein so schlecht gelitten ist, allerdings nicht (obowhl, naja, Umfragen, und dann noch bei der SZ…).

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  50. Henning meint:
    6.März 2009 at 16:31

    Das mag wohl mit daran liegen, dass man bei der Opel-Rettung stets Bürgschaft mit Zuschuss verwechselt und diese Verwechslung auch (bewusst?) nicht aufgeklärt wird.

    Die Verhältnismässigkeit von 100 : 3,3 hatten wir ja schon reichlich besprochen. Und 100 Mrd waren ja nur die eine Bank ;-) .

    Die Frage, ob die 3,3 Mrd denn eher bei Opel als bei einer Bank verloren gingen könnten wir noch besprechen. Da würde der Punkt aber vielleicht eher zu Gunsten von Opel gehen, wie soll man denn jemandem trauen, der schon das Dreissigfache verbrannt hat.

    Die Politik ist eben einfach nach wie vor die Hure des Volkswillens. Welcher alte Grieche[1] hat gesagt “Demokratie führt zu Mittelmaß”? Es dürfen eben einfach zu viele Dumme mitentscheiden (man verzeihe mir diesen groben Scherz).

    [1]: mir fällt einfach nicht mehr ein, wer von den alten Philosophen das war.

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  51. Henning meint:
    6.März 2009 at 18:25

    Und obwohl ich Sie mit guten Argumenten und unter Wahrung der Form bis zu Ihrer Erschöpfung an die Wand diskutiert habe, beteiligen Sie sich durch Wiederholung und Herausstellung von nicht repräsentativen Phrasen auf twitter an der einseitigen Meinungsbildung gegenüber Opel.
    Das gilt als schlechter Stil und wird hier zu Lande als “hinterfotzig” bezeichnet.

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  52. Torsten meint:
    6.März 2009 at 21:19

    Hä? Wo?

    Der Account http://twitter.com/cducsu (vor wenigen Tagen erst von mir übernommen) wird zu 99 % aus Feeds verschiedener unionsnaher Weblogs gespeist. d.h. Weblogname + Doppelpunkt + Titel + Kurz-URL.

    Die Phrase “RT @m4gic Die Deutschen wollen Opel untergehen lassen: http://bit.ly/KM9iT” ist zu übersetzen mit “Retweet @m4gic” (=aufgegriffener Tweet von User m4gic) mit Inhalt dieses Tweets plus in diesem Falle einem Link auf eine Umfrage der SZ, auf die ch auch weiter oben hingewiesen habe. Das Schnipsel lässt sich unter http://twitter.com/m4gic als derzeit (!) neuntes von oben wiederfinden.

    Zu meiner Meinung zu Umfragen allgemein und der SZ im Besonderen siehe oben. Also nichts mit “hinterfotzig”.

    Jetzt muss ich auch noch Twitter erkären. Herrgottsakra!

    Edit: Da das “retweeten” auch unter http://twitter.com/motorcityblog gang und gäbe ist, hätte Henning sich die Aufregung und ich mich mir die Erklärung sparen können.

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  53. Hugo meint:
    6.März 2009 at 22:03

    Lieber Henning,

    ich begrüße ihren Enthusiasmus zur Rettung Opels. Aber vielleicht berücksichtigen sie auch, das Opel seit ca 80 Jahren zu GM gehört. Opel ist eine Marke dieses Konzerns- Schon lange keine eigenständige Firma mehr. Auch wenn ich die Deckungsbeiträge der einzelnen Opelprodukte nicht kenne- so behaupte ich einfach mal frei von der Leber, dass diese sofern Positiv auf die Größe GMs zurückzuführen sind.
    Ihre positiven Prognosen tuen gerade so als würde sich für ein eigenständiges Opel nichts ändern.
    Sie können doch nicht ernsthaft davon ausgehen, dass ein eigenständiges Opel beim Einkauf ähnliche Konditionen erhält wie es heute der Fall ist. Zumal die Entwicklung künftiger Modelle nicht billiger wird- vor allem wenn man den bisherigen Kapital und Know How(Köpfe und Patente) Transfer berücksichtigt.
    Worauf ich hinaus will ist, dass das Opel über das sie sprechen gar nicht mehr existiert- es ist nur noch eine Marke ohne Substanz. Was mir auch schwer vorstellbar erscheint ist, dass GM die europäische angebliche Cashcow nun einfach ziehen läßt oder glauben sie ernsthaft die Amerikaner verschenken jetzt kurz vor High Noon noch ihre potenzielle Zukunft(patente, umwelttechnologie usw)?

    Sinnvoller ist eine geregelte Insolvenz, die ja nicht die Schließung aller Produktionsstandorte zwangsweise zur Folge hat. Sind die Fabriken so modern wie sie sagen, bin ich zuversichtlich, dass ein Konkurrent zuschlagen wird. Und wenn nicht, dann soll die Regierung die 3,3 Millarden direkt an die endlassenen Mitarbeiter ausschütten- da können wir uns sicher sein das es nicht der falsche erhält;).

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  54. Philipp Schwab meint:
    6.März 2009 at 23:26

    Ich will doch, dass Opel, gerettet wird – sollte dies ohne unsinnig hohe Belastungen nicht möglich sein, dass muss es unterbleiben. Ansonsten muß die Union für eine Rettung arbeiten.

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  55. Torsten meint:
    7.März 2009 at 23:55

    Also ich habe das Folgende nicht gewusst:

    Wie sich herausstellte, hat Opel in Deutschland bislang keine Steuern bezahlt, da alle Gewinne an den Mutterkonzern in die USA abgeflossen sind. Dafür wurden die Verluste in Deutschland geltend gemacht, was dem Staat wohl bereits einige Milliarden gekostet hat. Das hätten mehrere Kabinettsmitglieder dem Focus berichtet. Damit dürfte es politisch noch einmal schwerer werden, das angeschlagene Unternehmen, das noch nicht einmal auf eigenen Füßen steht und bestenfalls eine ungewisse Zukunft hat, mit Steuergeldern zu unterstützen.

    http://www.heise.de/tp/blogs/8/134165

    Beim Focus selbst habe ich keinen Nachweis zu diesem Punkt gefunden. Das bedeutet nicht, dass Opel kein Wirtschaftsfaktor sei – man denke auch an Löhne, Kaufkraft usw.

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  56. Bauer Gerhard meint:
    8.März 2009 at 07:39

    Das kann man sich aber denken, wurden doch Gesetze gemacht, die es den Ausländern erlauben die Gewinne ins Ausland zu transferieren. Das dürfte heute gängige Praxis sein. Die Gewinne werden verschoben, die Verluste werden mit uns, dem Steuerzahler verrechnet.
    So einfach geht es bei uns. Jede Firma hat einen Pförtner der den Ein- und Ausgang kontolliert, Deutschland ist ein offenes Haus.

    Genauso wie Entwicklungen und Patente einfach abfließen können. Ist doch eine Sauerei.

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  57. Henning meint:
    9.März 2009 at 11:52

    @Torsten: wie Sie richtig erkannt haben, wäre eine Erklärung des RT nicht notwendig gewesen, der Kern meiner Aussage war ja auch der: durch permanente Wiederholung von negativen Schlagzeilen entsteht ein viraler Strom (Sie sind ja vom Fach) von Nachrichten, die hier in diesem Fall nicht in die sachlich richtige Richtung weisen. Dieses Phänomen haben Sie mit anderen verstärkt.

    Die FAZ schreibt beispielsweise – ebenso unklug, 50% der Deutschen wollten Opel nicht helfen. Sie hätte, direkt zwingend zu folgern, auch schreiben können, 50% der Deutschen wollen Opel helfen. Die halbe Nation!

    Es handelt sich um die Erzeugung einer einseitigen, negativen Stimmung. Und leider um einen merklichen und nicht zu vernachlässigenden Effekt in der öffentlichen Meinungsbildung.

    Thema Steuern: Bauer Gerhard schreibt völlig richtig, dass es heute normale Unternehmenspraxis ist, Verluste vor Ort zu bilanzieren und Gewinne nach Hause zu schaffen (oder eher in ein Steuerparadies). Das machen alle deutschen Unternehmen mit Niederlassungen im Ausland so und alle ausländischen Unternehmen mit Niederlassung hier ebenfalls. DaimlerChrysler, Hewlett Packard, EDS, Sanofi, Ticona sind nur die grössten hier im direkten Umfeld – und ALLE wenden diese Steuerpraxis an. Die ganzen Banken in Frankfurt wollen wir lieber garnicht fragen, ich würde noch Schlimmeres erwarten.

    Die ‘Steuersituation’ stellt sich folglich nicht heraus, sie ist und war offensichtlich.
    Es sei denn Opel wird wieder ein deutsches Unternehmen, dann versteuert man hoffentlich auch wieder hier – als Unternehmenssitz ist ja Rüsselsheim geplant.

    Es wird also immer mehr in den Krümeln gesucht, um die Stimmung gegen Opel zu manifestieren. Die Frage ist, ob und woher diese Stimmung lanciert wird. Etwa aus Berlin?

    @Hugo: die Einkaufssituation würde sich wenig verändern. Ursache: die wenigsten Teile werden komplett global für GM beschafft, die meisten im Verhältnis zum Fahrzeugpreis ‘teuren’ Einkaufsteile sind Einzelentwicklungen für europäische Modelle, die auch weiterhin in den bisherigen Stückzahlen gekauft würden und damit zu bisherigen Konditionen.

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  58. Torsten meint:
    9.März 2009 at 14:34

    @Henning
    Das Problem für Opel sind die Überkapazitäten und die Finanzkrise. Wären beide nicht da, stünden schon längst die Investoren Schlange. Ob beim Insignia nun Opel oder BMW/VW/Ford vorne und hinten draufsteht, sollte wohl auch den Opelanern egal sein – Arbeitsplatz first. Welcher Investor, den Opel sich herbeisehnt (zusätzlich zu den Sicherheiten der Regierung), würde aber derzeit massiv in diese Branche investieren?

    Eine Sache stimmt wohl: das mediale Krisenmanagement beherrscht Opel ganz und gar nicht. So geistert eine Geschichte durch die Medien, der Sanierungsplan bestünde größtenteils aus englischen Texten und bunten Bildchen ohne Aussagewert. Selbst wenn das stimmen sollte, verstehe ich nicht, warum Opel nicht – unabhängig von GM – aus der selbst gewählten Defensive tritt. Klaus Franz ist in den Medien präsenter als das gesamte Opel-Management zusammen. Das ist teilweise der politischen Haltung vieler Zeitungen und Medien geschuldet und teilweise unverständlich. Da dürfen undementiert Zahlen herumgeistern wie 3000 oder sogar 7500 Stellen weniger. Oder die Schließung des Eisenacher Werks, das in den Komnmetaren weiter oben noch (wahrscheinlich zu Recht) angepriesen wird.

    Übrigens wäre auch ein “deutscher” Opelkonzern im Kontext von GM Europe nach wie vor international verknüpft, und damit wären auch die Steuern weg (ich dachte immer, dieses Schlupfloch mit dem Absetzen ausländischer Verluste sei geschlossen worden).

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  59. Henning meint:
    9.März 2009 at 16:30

    Die zukünftige europäische Opel AG (vgl. http://is.gd/mxtn ) soll, soweit ich mich an die Worte von Herrn Forster erinnere, in Deutschland sitzen (und nicht mehr in der Schweiz und auch nicht in Spanien wie aktuell in Teilen). Damit würde erstmal hier in Deutschland versteuert.

    Gäbe es eigenständige Tochterunternehmen in Spanien, Belgien etc. könnte man die dort möglicherweise entstehenden Verluste immer noch dort geltend machen.

    Die Krisen-PR ist unter einigen Aspekten überarbeitungswürdig, bisher hielt ich es allerdings immer für einen Pluspunkt im Wirken von Herrn Forster, dass er weniger in den Medien erscheint und mehr an der Sache arbeitet. Persönlich scheint er ja recht schlau zu sein und die notwendige Qualifikation in allen Bereichen mitzubringen http://is.gd/mxue . Hinzu kommen 15 Jahre Erfahrung in leitender Position bei BMW.

    Daraus leitet sich meiner Beobachtung nach der zunehmende Erfolg von Opel in den letzten 3 Jahren ab, technisch ist der Einfluss bereits seit 5 Jahren zu sehen, aber die Entwicklungszyklen in der Automobilindustrie sind eben entsprechend lang und positive Auswirkungen stellen sich verzögert dar.

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  60. Henning meint:
    9.März 2009 at 16:50

    Frau Merkel äussert sich heute auch in vernunftgetriebener Weise: http://is.gd/mxJ2

    Nicht übereilt handeln, kein Geld aus Deutschland abfliessen lassen, der Wille zum Erfolg für alle ist auch erkennbar.

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  61. Henning meint:
    11.März 2009 at 11:29

    Kapazitätsabbau avisiert: http://is.gd/mQVw

    Siehe erster Absatz “Betriebsratschef Klaus Franz …”.

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  62. Bauer Gerhard meint:
    11.März 2009 at 12:54

    Auch der Lohnverzicht der Mitarbeiter sollte in Eigentumsanteile umgewandelt werden. Der Anteil von GM müsste entsprechend reduziert werden.

    ……………………..

    Nochmal zehn Milliarden: Hypo Real Estate braucht weitere Steuergelder
    Der “Süddeutschen” zufolge der 24. April der Tag, an dem die marode Hypo Real Estate ihre Bilanz für das vergangene Jahr vorlegen will. Aus Kreisen der HRE heißt es schon heute, dass die Bank ein Defizit von mehreren Milliarden Euro aufweisen wird, welches dringend ausgeglichen werden muss.
    Gelingt es dem Immobilienfinanzierer nicht, den Fehlbetrag, den Analysten auf zehn Milliarden Euro schätzen, mit weiteren Steuergeldern auszugleichen, droht die Insolvenz.
    Der CDU-Abgeordneten Otto Bernhardt erklärt, dass dann die Bankenaufsicht Bafin gefordert wäre einzugreifen, da der Bank nicht mehr genügend Eigenkapital zur Verfügung stünde. Ein Pressesprecher der Bank wollte sich bislang nicht zu dem Bericht äußern.
    http://www.shortnews.de/start.cfm?id=755053

    Natürlich bekommt die HRE weitere 10 Mrd., kein Problem, bitte schön.

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  63. Brutus meint:
    11.März 2009 at 15:04

    @62 – BG

    Wo bleibt eigentlich die Einlage des Eigentümers, Flowers?

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  64. Henning meint:
    12.März 2009 at 16:44

    Tweet von @hronline:
    #Opel: #GM gibt Patente frei. http://bit.ly/cuvUZ

    Fragt sich, ob es eventuell doch noch einen Haken gibt.

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  65. Bauer Gerhard meint:
    12.März 2009 at 16:49

    Der Haken wird sein, dass dafür bezahlt werden muss. Opel entwickelt und GM lässt es sich bezahlen. Für Geld tun die doch momentan alles.

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  66. Henning meint:
    18.März 2009 at 11:48

    Herr zu Guttenberg bewegt die Dinge in die richtige Richtung:

    “Ein paar Antworten hat zu Guttenberg bekommen: GM ist mit einer Minderheitsbeteiligung an der deutschen Tochter einverstanden und will einen Großteil der Patente an Opel zurückgeben. Beide Seiten einigten sich auf weitere Gespräche und einen Unterhändler.”

    aus http://www.zeit.de/online/2009/12/guttenberg-geithner-ergebnis

    GM festnageln, kein Geld abfliessen lassen.

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  67. Brutus meint:
    18.März 2009 at 12:06

    Klar, wenn GM OPEL abschreiben müßte, wäre GM gleich Pleite.

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  68. Henning meint:
    20.März 2009 at 12:35

    Interessant, was die Franzosen so alles können – 3 Mrd. für jeden Autobauer, kein Problem, einfach so. Wettbewerbsverzerrung? Nur bedingt, französische Staatsunternehmen überschwemmen ja seit Jahren (Jahrzehnten) den Markt mit subventionierten Fahrzeugen ;-) .

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,614493,00.html

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  69. Torsten meint:
    20.März 2009 at 23:53

    Naja, bei den Franzosen bleibt das Geld ja auch im Land. Und überhaupt: Wenn die Franzosen von der Brücke springen, springe ich noch lange nicht hinterher (der Vergleich hinkt natürlich absichtlich).

    Dreh- und Angelpunkt für Opel wird der Finanzinvestor sein, der noch zu finden sein muss. Problem: Welcher Finanzinvestor (und den braucht Opel) möchte in einen relativ unsicheren Markt mit Überkapazitäten investieren? Die Gefahr ist sehr hoch, dass hier ein Investor eher an einem kurzfristigen Engagement interessiert ist, im schlimmsten Fall, um die Sicherheiten und Subventionen abzugreifen.

    Natürlich wird kein Finanz- oder Wirtschaftspolitiker so naiv sein. Genauso wenig wie die bundesdeutschen Kämmerer, die vor wenigen Jahren viele, viele bunte Cross-Border-Leasing-Verträge abgeschlossen haben. War da was?

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  70. Henning meint:
    22.März 2009 at 20:22

    Wir hatten nun bereits vielfach diskutiert, dass es nur eine deutsche/europäische Lösung wird geben können; Sie drehen sich im Kreis.

    Mittlerweile arbeiten – zu meiner Überraschung – mit die wichtigsten Entscheider in Deutschland an einer Lösungsvariante, denen dürfen wir auch zutrauen nicht wie Berufseinsteiger hinzufallen.

    Und Frau Merkel will ja auch mit Herrn Obama sprechen
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,614583,00.html
    das wird schon werden.

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  71. Brutus meint:
    22.März 2009 at 21:48

    AM will wohl Staatshilfe für OPEL, da ist sie manchem in der Union schön in den Rücken gefallen.

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  72. Bauer Gerhard meint:
    23.März 2009 at 09:01

    @Brutus
    So glaubt sie ihre Position festigen zu können.

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  73. Torsten meint:
    25.März 2009 at 15:49

    Rumänien bekommt 20 Milliarden.

    http://www.tagesschau.de/wirtschaft/rumaenien126.html

    Für das Geld hätte die Regierung Opel aufkaufen und 1 Million Corsas verschenken können.

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  74. Bauer Gerhard meint:
    25.März 2009 at 15:52

    Daimler weitet Kurzarbeit aus Artikel in Merkliste
    25.03.2009, 15:02 Uhr

    Daimler weitet im April die Kurzarbeit noch aus. Fast jeder zweite Beschäftigte in Deutschland wird dann betroffen sein. Konzernchef Dieter Zetsche spricht von einer „Jahrhundertkrise“, die IG Metall rechnet schon bald mit Entlassungen bei deutschen Autobauern. …
    http://www.handelsblatt.com/

    Da warte ich doch lieber auf einen Mercedes.

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  75. Torsten meint:
    25.März 2009 at 16:04

    Der Mercedes wird aber nur in BaWÜ zugeteilt werden, in Bayern gibt es dann nur Autos der VEB BMW oder Audi umsonst.

    Natürlich meinte ich oben nicht “aufkaufen”, sondern die gewünschte Bürgschaft leisten. So billig ist Opel ja – noch – nicht, aber die Jungs in Detroit schaffen das vielleicht auch.

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  76. INFO68 meint:
    25.März 2009 at 16:05

    Die Höhenflüge auch der Waren-Industrie, insbesondere Auto und Bau, beruhten auch nur auf Schuldenmacherei um jeden Preis!!

    Logisch (und ökonomisch wie politisch heilsam, auch wenn es persönlich wehtun kann), daß da jetzt viel zusammenbricht!

    Ich empfehle zur interessanten Info die Seite hartgeld.com !!

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  77. Bauer Gerhard meint:
    25.März 2009 at 16:18

    @Info68
    Natürlich unser sog. Wohlstand ist auf Pump finanziert. Wären, beispielsweise, die fremdfinanzierten Kfz von der Straße verschwunden, hätten wir freie Fahrt.

    Wir lebten über unsere Verhältnisse und bekommen jetzt die Rechnung. Man kann immer nur das ausgeben, was man hat.

    Erst sparen und dann kaufen. Dann könnte man auch manche Wartezeit in Kauf nehmen. Es kann sich ja jeder selbst ausrechnen, wie lange er auf ein Auto sparen muss um es bar bezahlen zu können. Da fällt einem dann der Neukauf gleich nicht mehr so leicht.

    Erhard freute sich noch als die Sparquote der Deutschen nach oben ging, heute tut die Regierung alles um das Sparen unattraktiv zu machen.
    Wer für den Konsum Schulden macht, geht über kurz oder lang Bankrott, egal ob Privatleute, Firmen oder Staaten.

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  78. Bauer Gerhard meint:
    4.April 2009 at 14:51

    Opel will weiter produzieren Artikel in Merkliste
    04.04.2009, 15:27 Uhr

    Die Hiobsbotschaften für Opel nehmen kein Ende. Zuletzt hieß es, General Motors habe bereits alle Werke des Autobauers an Gläubiger verpfändet. Doch aus der Führungsriege kommt vorsichtige Entwarnung: Selbst bei einer Insolvenz der Mutter könne Opel weiter produzieren – wenn auch nicht mit Erfolgsgarantie…..
    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/opel-will-weiter-produzieren;2226584

    Wäre interessant zu wissen, an wen Opel verpfändet ist. Vielleicht wird die Bank direkt oder indirekt auch über das deutsche Bankenrettungspaket finanziert. Hier müssen Fakten auf den Tisch.

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  79. Opel vor der Rettung? « CSU-Blogger meint:
    10.April 2009 at 22:37

    [...] Ich bin ja nach wie vor sehr skeptisch, was eine mögliche Rettung des Autobauers Opel angeht (siehe hier). [...]

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Kommentare