« Ruhe in Hessen | Home | Kriminalitätsstatistik: “Der unverstellte Blick” »
Das Fundament der Linkspartei
Von Gastredner | 6.Januar 2009
Artikel von Simon Zeimke
Die Linke in Hessen startet turbulent in das Wahljahr. So berichtet es zumindest die Badische Zeitung. Aufmerksam wurde ich auf den Artikel auf Wortbruch.info. Doch was ist passiert?
Wie die Badische Zeitung berichtet haben bereits zum Jahresende 33 Mitglieder den Ortsverein Baunatal der Partei Die Linke verlassen. 33 klingt nicht viel, aber wenn dies fast 40% der Mitglieder sind – dann gleicht das einem Super-GAU.
Unter den nun ehemaligen Mitglieder sind auch der Vorsitzende, Bernd Heinike, und seine Stellvertreterin, Stawri Sarbidi. Heinike begründet die Austrittswelle “mit fehlender Basisdemokratie, geheimen Zirkeln und E-Mail-Verteilern, mangelnder Streitkultur, Mobbing von Mitgliedern, Diskreditierung und Ausgrenzung von Hartz IV- und behinderten Mitgliedern sowie elitärer Kaderbildung.”
Interessant, dass gerade Hartz IV-Empfänger sich in der Nachfolgepartei der SED diskreditiert und ausgegrenzt fühlen. Spielt sich doch die SED Die Linke immer als die Rächerin der armen und schwachen auf.
Gegenüber der Badischen Zeitung erklärte ein Landesvorstandmitglied, dass die Partei und der Landesvorstand gespalten seien. Namentlich genannt werden wollte das Landesvorstandsmitglied natürlich nicht. Angst vor Repressalien?
Offene Kritik üben Kommunalpolitiker der Partei. Früher Mitglied der WASG, heute für Die Linke im Stadtrat von Rosbach (Wetteraukreis) kritisiert Helge Welker den zentralistischen Führungsstil der Berliner Parteiführung und die fehlende Basisdemokratie. Zitat: “Es geht in der Partei nur um Macht, Geld und Einfluss, nicht um Politik.” Dem Gründungsgeist der Linken entspricht dies wohl nicht.
Die Parteispitze versucht sich in Schadensbegrenzung. Der hessische Landesvorsitzende Ulrich Wilken spricht davon, dass es keinen Mitgliederschwund gebe. Die Landesvorsitzende Ulrike Eifler, gleichberechtigt mit Wilken, erklärt, die Probleme seien ”Ausdruck parteiinterner Schwierigkeiten, die intern gelöst werden müssen”. Intern geregelt wurde auch in der SED viel. Man könnte sagen Eifler gibt den Kritikern anscheinend recht.
Topics: Hessen, Linksextremismus | 13 Kommentare »















6.Januar 2009 at 01:51
Die sich selbst disqualifizierende Linkspartei mag zunächst, auf der Wählerangst aufbauend, einige Erfolge verbuchen, sie wird bei der anstehenden Rezession mit der Erkennung ihres umfassenden Unvermögens schnell in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Was auch nur gerecht ist.
Ein “Fundament” hat sie nie gehabt mit ihren Protestwählern und unverbesserlichen – mit denen der NPD gleichzusetzenden – Anhängern.
Funktionäre, die noch nie nicht wo was geleistet haben, sehen ihre Felle z.B. die Fulda herunter schwimmen.
Kommentar bewerten:
0
0
[Direkt antworten]
6.Januar 2009 at 07:47
Na und, dann gehen halt 33 Quertreiber, das sind sie in den Augen der Parteifunktionäre, aus der Partei raus. Sie haben Ruhe und die 33 versinken in der politischen Bedeutungslosigkeit, mittel- und auch langfristig mag dies den Zielen der kommunistischen Funktionäre nur dienen.
Man sollte sich die ausgetretenen Mitglieder auch mal ansehen, es haben sich auch viele Trotzkisten etc. in der Linkspartei versammelt um politischen Einfluss zu bekommen.
Dies sind nur die üblichen Linienkämpfe in kommunistischen Parteien.
Die CDU sollte sich lieber Gedanken um den eigenen Mitgliederschwund machen und versuchen die Ursachen zu ergründen.
“Es geht in der Partei nur um Macht, Geld und Einfluss, nicht um Politik.”
Parteien und ihren Parteifunktionären geht es in erster Linie um Macht, Geld und Einfluss, danach richten sie ihr Denken und Handeln aus.
Was soll man denn von Berufspolitikern und -funktionären anderes erwarten. Dies ist aber in allen Parteien gleich, da drehe ich die Hand nicht um. Das es den Linken nicht um Politik geht, ist Blödsinn. Wenn man ihnen eines nicht absprechen kann, dann, dass sie politisch-denkende Menschen sind.
Mal ehrlich, wer möchte denn Hartz-IV-Empfängern und damit meine ich die “Professionellen”, in einer Partei groß mitreden lassen? Vielleicht die “Arbeit-ist-Scheiße-Partei” aber sonst niemand. Welche Partei hat denn Sozialhilfeempfänger, im negativen Sinne verstanden, als Funktionäre in der Partei. Sie sind ja gerade Sozialhilfeempfänger, weil sie ihr Leben nicht in den Griff bekommen, wie sollen sie da in der Partei was leisten.
Zu den behinderten Mitgliedern, noch ein Wort, in welchen Parteien sind Behinderte in leitenden Funktionen? Schäuble ist ein Ausnahme, er wurde durch einen Unfall behindert und war schon ganz oben als er in den Rollstuhl musste.
Hier mit dem Finger auf die Linken zu zeigen, kann ganz schnell schief gehen und zum Rohrkrepierer werden.
Die Linken haben, weiß Gott, andere und bessere Angriffsflächen als ihre internen Querelen.
Zum Umgang mit politische Andersdenkenden innerhalb der eigenen Partei, erinnere ich den Gastredner nur an Hohmann und Nietzsche, Stichwort Repressalien.
Wer selbst im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen.
Kommentar bewerten:
0
0
[Direkt antworten]
6.Januar 2009 at 09:07
Die Linken in Hamburg haben gestern eine Soap gegen eine unbescholtene Bürgerin in Gang gesetzt http://archiv.mopo.de/archiv/2009/20090105/hamburg/panorama/brauner_spuk_bei_den_hunde_freunden.html , heute geht die Soap weiter. Hetzjagd auf Konservative nennt man das. Und die Medien machen mit, ein Skandal!!!!!!http://www.mopo.de/2009/20090106/hamburg/panorama/brauner_aerger_im_tierheim.html
Kommentar bewerten:
0
0
[Direkt antworten]
6.Januar 2009 at 10:07
Guter Link. Die Frau sollte ruhig sagen, sie sei rechts, was ist daran verwerflich oder verboten. Diesen Linken Hexenjägern muss man die Stirn bieten. Ich bin politisch ganz klar rechts angesiedelt.
Rechts steht für Unabhängigkeit und Freiheit.
Kommentar bewerten:
0
0
[Direkt antworten]
6.Januar 2009 at 11:32
@kröte
“Zeitung Junge Freiheit”
Es ist empörend, die Zeitung “Junge Freiheit” als rechtradikal
zu diffamieren. Das ist ein Anschlag auf die Pressefreiheit,
hier soll eine unabhängige Stimme totgemacht werden.
Alles, was nicht ins linksradikale Denkschema passt,
wird zum Rassisten oder Nazi ernannt.
Der Teufel soll diese linken Halunken holen …
Kommentar bewerten:
0
0
[Direkt antworten]
6.Januar 2009 at 15:14
Links kann ich auch wählen wenn ich bei der CDU mein Kreuz mache:
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/ruf-nach-staats-beteiligung-an-dax-firmen;2121015
Die Bundesrepublik mutiert tatsächlich zur DDR 2.0
Kommentar bewerten:
0
0
[Direkt antworten]
6.Januar 2009 at 18:15
Wen wundert es, die DDR-Karrieristen und Altkommunisten sitzen in der Regierung, Verwaltung und in den Parteien an wichtigen Positionen. Da hilft auch das “Haltet den Dieb” nichts, die 5. Kolonne arbeitet unbeirrt.
Kommentar bewerten:
0
0
[Direkt antworten]
6.Januar 2009 at 19:15
Der Hessen-Koch findet das auch ‘ne gute Idee, in Berlin und bei der Wirtschaft ist man perplex bzw. “entsetzt”:
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/juergen-ruettgers-und-die-rueckkehr-des-staatskapitalismus;2121015
Jetzt wird es spannend, was sagt denn der Wirtschaftsrat dazu? Und die CDA? Und äußert sich Merkel einmal öffentlich “und in aller Deutlichkeit”? Und die CSU … schließlich stellt sie ja den Wirtschaftsminister !?
Kommentar bewerten:
0
0
[Direkt antworten]
6.Januar 2009 at 19:25
Naja, wenn der Staat Geld gibt ist es durchaus eine Möglichkeit auch entsprechend Aktien an den Unternehmen zu halten. Oder wollte nun jemand behaupten, in Frankreich herrsche Staatskapitalismus?
Die Frage, die sich stellt ist doch folgende:
Soll der Staat Unternehmen Geld geben, die vor der Insolvenz stehen und wenn ja unter welchen Voraussetzungen, was ist mit KMU die von der Krise betroffen sind, was ist mit Unternehmen die zu ausländischen Konzernen gehören (z.B. Opel)? Wenn man diesen Weg wählt darf man auch darüber nachdenken, Steuergeld nur gegen Beteiligung zu geben, um im Erfolgsfall einen Gewinn dadurch zu erhalten – man behalte im Hinterkopf: Der Staat ist im Grunde nur Treuhänder für das Steuergeld!
Oder soll der Staat sich raus halten und den Markt das Regeln lassen? Das wäre die wohl radikalste aber sauberste Lösung, da sich niemand mehr beschweren könnte warum der eine Geld bekommt und der andere nicht.
In diesen Diskussionen wünsche ich mir manchmal ein wenig mehr ökonomischen Sachverstand, statt populistischen Äußerungen.
Kommentar bewerten:
0
0
[Direkt antworten]
6.Januar 2009 at 22:44
(Ich hoffe mal das dieser Beitrag nicht wie mein letzter gelöscht wird)
http://www.hr-online.de/website/specials/ltw2009/index.jsp?rubrik=40252&key=standard_document_36112964
Wie die Partei sicht selbst zerfleischt ist doch schön anzusehen.
Kommentar bewerten:
0
0
[Direkt antworten]
6.Januar 2009 at 23:21
@10 – Lennard
Ja, sicher. ‘kann aber auch sein, daß man die ex-SED bewußt herunterschreibt, weil man vor ihr Angst hat.
Auch bei FDP, CDU und SPD sind schon KVs komplett weggebrochen.
Kommentar bewerten:
0
0
[Direkt antworten]
7.Januar 2009 at 04:07
@Brutus das stimmt natürlich – jedoch ist die Art der Kritik, wie ich sie ja auch in dem Artikel beschrieben habe, etwas besonderes.
Bei der SPD sind im Zuge von Hartz IV ganze Verbände weggebrochen. Das war eine inhaltliche Kritik
Bei allen Parteien kommt es mal vor, dass sich Leute abspalten und z.b Unabhängige Wählergruppen bilden. Das hat dann aber meistens persönliche Gründe.
Hier ist die Kritik aber etwas anderes – der Stil der in der Partei gepflegt wird, insbesondere mit denen anderer Meinung und der reale Umgang mit der Basis ist schon was besonderes. Das ist keine inhaltliche Kritik – bei der ich Massenaustritte durchaus verstehen kann….
Kommentar bewerten:
0
0
[Direkt antworten]
13.Januar 2009 at 20:11
[...] die selben. Wir erinnern uns: “Es geht in der Partei nur um Macht, Geld und Einfluss” (auch hier zu lesen)- ok in anderen Parteien geht es auch um Macht und Einfluss, aber die Methoden sind [...]
Kommentar bewerten:
0
0