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Bis an die Grenze
Von Gastredner | 2.Oktober 2008
Den folgenden Artikel schickt uns anläßlich des bevorstehenden Tags der Deutschen Einheit Staatsminister a.d. Heinz Eggert. Illustriert werden die Zustände, die noch ‘89 in der DDR herrschten und die Verlogenheit derer, die bis 89 treu dem Regime gedient, danach rückblickend stets opponiert haben.
In der Oybiner Bergkirche feiern wir Erntedank.
Auf der Einladung war vermerkt: Damit wir an diesem Tag auch etwas zu feiern haben.
Der Trompeter aus Cottbus kommt zum Konzert 1 Stunde zu spät
4 Mal an der Grenzstraße zu Polen Polizeisperren.
4 Mal musste er seine Instrumentenetuis öffnen.
Wirklich nur Trompeten.
Nach dem Konzert spricht mich ein Ehepaar an. Sie haben Tränen in den Augen.
Der Junge ist mit Freunden verschwunden. Richtung Ungarn. Ein Zettel: Wir rufen euch aus dem Westen an…..Der andere Sohn ist in Berlin bei den Grenztruppen. Urlaubssperre.
Abends bin ich fassungslos. Vor dem Fernsehen: Jubelnd ziehen Massen in Berlin am Generalsekretär der SED und Staatsratsvorsitzenden der DDR und Vorsitzenden des Verteidigungsrates usw., vorbei. Später werden die Marschierer sagen, ihre geballten Fäuste in Richtung Tribüne waren ihr Protest gewesen. Die lachenden Gesichter waren nur Tarnung.
Warum darf ich erst 1990 erfahren unter lauter Widerstandskämpfern gelebt zu haben.
Sie hatten sich wirklich gut getarnt. Gorbatschow äußert sich in Berlin sybillinisch über die Entwicklung in der DDR. Was er nicht weiß, in wenigen Monaten wird sein Imperium zusammenstürzen.
08. Oktober. Unser Sohn kommt von einer Schulveranstaltung aus dem Pionierlager.
Wir wissen nicht – woher auch – das es ein Internierungslager werden soll. Das wir auch auf der Liste stehen. Seine Frage: Wisst ihr schon das die NVA an der Grenze steht.
Er meint unsere Grenze. Wir wohnen 130 m von der tschechischen Grenze entfernt.
Ich mache einen Erkundungsspaziergang. Kinderwagen liegen in den Gebüschen. Sie hindern bei der Flucht. Familien versuchen illegal über die tschechische Grenze nach Ungarn zu kommen. Rostocker, Berliner, – Sachsen sowieso. Nachbarn, aufmerksame Grenzhelfer, informieren ihre zuständigen Dienststellen.
Ihr Kommentar später: Weißt du sonst wäre ich dran gewesen.
Ich weiß. Aber jetzt sind erst einmal die Ertappten dran. Die Flüchtigen werden auf LKWs verladen. Männer, Frauen und Kinder. Ins Gefängnis. Warum bleiben sie nicht. Die Wende kommt doch. Haben wir doch alle gewusst. Oder? Ich gehe weiter bis an die Grenze. Im doppelten Sinn.
Zwei junge Soldaten, mit MPI bewaffnet Bürger Ihren Personalausweis.
Ich sage: . Ich bin der Ortspfarrer ich trage meinen Ausweis nie dabei, wenn ich durch den Ort gehe.
Entschuldigen Sie, sagt der Eine, das haben wir nicht gewusst. Sie sind aber verpflichtet, sagt der Andere matt. Die sollen erst einmal in Berlin ihre Pflicht tun, sage ich. Sie nicken.
Am liebsten würden sie ihre Knarre an einen der umweltgeschädigten Bäume hängen und in Richtung Ungarn hinterherlaufen.
Vielleicht, sage ich zu meiner Frau, hält sich das hier nicht mehr lange. Vielleicht?
Topics: Patriotismus | 17 Kommentare »
















2.Oktober 2008 at 13:19
Angesichts der politischen Entwicklung bin ich immer erstaunt wie leicht der Deutsche seine eben errungene Freiheit wieder aufgibt und sich wieder der Mauermörderpartei zuwendet. Neid hat eine zerstörende Kraft, vielleicht ist er sogar die größte gemeinschaftsschädigende Kraft auf dieser Welt.
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2.Oktober 2008 at 13:24
Diese sogenannte ” friedliche Revolution ” war gleichzeitig eine verpaßte Chance. Die Folgen dieser Halbherzigkeit bekommen wir mit dem Erstarken der Linken täglich zu spüren. Da werden am 3. Oktober jede Menge salbungsvoller Reden gehalten, mitunter auch Krokodilstränen vergossen. Aber die gleichen Leute, die das tun, kungeln einen Tag später wieder mit den Linken. Andere wiederum werden schimpfen, daß die SED-Verbrecher wieder auf hohen Posten sitzen, vergessen aber dabei, daß sie es ja 1989 selbst in der Hand hatten, endgültig reinen Tisch zu machen. Sie haben es nicht gemacht und waren noch stolz auf die ” friedliche Revolution “. Das unterscheidet eben den Bürgerrechtler vom politischen Gefangenen. Wir hätten konsequenter gehandelt.
Karl Schippendraht
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2.Oktober 2008 at 14:05
Gericht rehabilitiert Eva Herman
HAMBURG. Die ehemalige Tagesschau-Sprecherin Eva Herman hat nach Ansicht des Hamburger Landesarbeitsgerichtes nicht den Nationalsozialismus verherrlicht. Nun rechnet Herman mit einer Aufhebung ihrer Kündigung durch den NDR. Nach Ansicht des Hamburger Landesarbeitsgerichts ist der vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) angegebene Kündigungsgrund nicht zutreffend.
Der Sender hatte im September 2007 die Zusammenarbeit mit der Journalistin wegen umstrittener Äußerungen über die NS-Familienpolitik beendet. Dagegen hatte Herman zunächst erfolglos beim Arbeitsgericht Hamburg geklagt. Im Berufungsverfahren beim Landesarbeitsgericht wurde gestern hingegen ihre Position gestärkt. „Eine Verherrlichung des Nationalsozialismus kann man aus den Äußerungen durchaus nicht entnehmen“, sagte der Richter. …
http://www.junge-freiheit.de/Single-News-Display.154+M50d3dd6798e.0.html
Wenigstens etwas. Jetzt bekommt die Herman vom NDR wahrscheinlich einiges an Gebührengeld als Entschädigung. Dies sollten den für die Kündigung verantwortlichen Funktionären vom Gehalt abziehen. Haftung muss sein.
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2.Oktober 2008 at 14:20
Was hat denn die Parteivorsitzende währenddessen so getrieben?
Hatte sie – da sie ja nun schlau ist – die Zeichen der Zeit erkannt und ist an der Spitze des zukünftigen Opportunismus mitmarschiert? Oder hat sie sich noch an altbackenen Spitzelaktionen beteiligt?
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2.Oktober 2008 at 15:59
Schöne Erinnerung, ich kann meinen Erlebnisbericht hinterherschicken: Anfang Oktober war ich für paar Tage bei meiner Tante im Westen, zum Geburtstag, wo ich ihr sagte, ich komme über Gießen bald wieder, in Gießen war ein Durchgangslager für die Flüchtlinge. So gern ich bei ihr war, so hibbelig war ich gleichzeitig. Wusste ich doch, dass es am 11.10. gen Ungarn geht, das Visum hatten wir uns rechtzeitig erstritten, nachdem wir im Mai schon mal dort waren und nach den Grenzen geschaut hatten, aber die waren noch dicht. Am 7.10. habe ich meiner Tochter wegen der Ausschreitungen auf den Straßen verboten, als Jungpionier mitzumarschieren, ich selber ging auch nicht mehr zur Demo, die Stimmung war wie heute: Es passiert bald irgendetwas. Am 11.10. ging ich noch einmal durch unsere Wohnung in Berlin, das Auto war mit unseren Papieren ausgerüstet, die mein Mann an versteckten Stellen anbrachte, Zeugnisse z.B. Meine Tagebücher verbrannte ich in einem großen Topf in der Küche, unsere Elektronik verschenkten wir einem Freund, der eingeweiht war. Meine Tochter wusste nichts, aber in der letzten Nacht haben wir jenem Freund auch ihr Meerschweinchen übergeb, der es mit einem Seufzer entgegennahm. Die Sachen waren gepackt für 7 Tage Ungarnurlaub, Kollegen fragten scherzhaft, ob ich auch abhauen will, nein, gewiss nicht. Die Grenzkontrolle zur Tschechei war akribisch, in allen Taschen geschnüffelt, ja alles nur für 7 tage, leichte Sachen. An der ungarischen Grenze filzte uns um 24 Uhr die tschechische Kontrolle noch schlimmer als die deutsche, meine Tochter wurde grob geweckt, aussteigen. Da standen wir nun nachts frierend am Straßenrand, während die Tschechen kontrollierten, ob wir bei denen auch nichts eingekauft haben, ich lachte dem einen ins Gesicht und meinte, was das wohl hätte sein können. Nachdem sie fertig waren, ging die Reise sofort Richtung Österreich, das Lager war voll, Schlafplätze gab es keine mehr, aber wir erhielten Tankscheine und Lebensmittel. Nun erfuhr auch meine Tochter, wo wir hinwollen, denn vorher hätte sie schwätzen können. Übernachtet haben wir auf einem Parkplatz in Österreich, nie werde ich das leere Gesicht einer Mutter mit Baby im Nachbarauto vergessen, als wir morgens aufwachten. Ein Anfang mit Kleinkind, wie satt hatten wohl diese Leute die DDR… Alle Hindernisse in Kauf nehmend, nur nicht dortbleiben… Auch wir hatten alles zurückgelassen, die Wohnung, die später die Stasi betreten wird, Nachbarn, die wochenlang die dunklen Fenster beobachten und dann eine neue Tür einbauen werden.
Die Wende überraschte uns im Lager, überall laute Stimmen, Geschrei, am nächsten Tag die Schlagzeilen: Die Grenze ist auf und wir bekommen auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt Konkurrenz. Aber ein Zurück gab es nicht mehr, nachem die Fäden zerschnitten waren, wer weiß, was noch kommt, aber dass die DDR light auf uns zukommen wird, hätten wir damals nicht gedacht. Wir haben uns geirrt.
Alles andere lässt sich überall nachlesen, bis 1998 hatte ich das Gefühl, in einer Demokratie zu leben, wir haben hier gearbeitet und fanden die Politik und die Medien vernüftig, jetzt nicht mehr. Heute fragte mich eine Freundin am Telefon, was hier eigentlich vorgeht, gute Frage, die ich weitergebe: Was geht hier vor? Die Kaspereien der CSU, die Verbots- und Kontrollorgie, eine Stasifrau im höchsten Amt, der Euro, die EU, der Bankenkollaps, die Privatisierungen, bei der einige den Reibach machen, aber die Allgemeinheit bei der erneuten Verstaatlichung zur Kasse gebeten wird, unsere Soldaten für US Interessen in aller Welt, die politisch gewollte Islamisierung, der Satanstanz der Medien mit Sexismus und Flachheiten, die Globalisierung und die Zersiedelung unseres Landes, die Vernichtung der Natur, regiert jetzt das Böse? Ja, was geht hier vor?
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2.Oktober 2008 at 16:23
http://www.mdr.de/sachsen/5809338.html
dafür haben die “experten” Zeit
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2.Oktober 2008 at 16:34
Das ist eben Absurdistan, je weiter wir uns zeitlich von den Ereignissen wegbewegen um so genauer weiß man dann über diese und deren Abläufe Bescheid, einfach toll, diese Experten!
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2.Oktober 2008 at 16:47
Irgendwann wird man nicht mehr vom Völkermord an den Deutschen sprechen dürfen.
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2.Oktober 2008 at 16:50
@kröte
Wir werden sehen was die Zukunft noch für uns bereit hält. Irgendwann wissen wir was gespielt wird, eine Ahnung haben wir ja schon. Bedenke: Kohl hatte im Ausland nie einen Arsch in der Hose. Schröder war in dieser Hinsicht nicht viel besser und Merkel kennt das Wort Arsch überhaupt nicht. Ein Adenauer hätte sowas nicht mit sich machen lassen, dem hamse mal verboten beim Stadtkommandanten von Köln den Teppich zu betreten, ein Schritt und der stand auf dem Perser wie eine Eins. Moskau ist ja sowiso zur Legende geworden, bei Merkel wären die Kriegsgefangenen schon in der Steppe zu Stockfisch vertrocknet oder der Schuldenberg wäre doppelt so hoch wie jetzt und die Goldreserven schon aufgebraucht, armes Deutschland womit hast du das verdient?
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2.Oktober 2008 at 16:57
Welche Goldreserven? Meinst Du die, die in den USA lagern? Die kannst Du vergessen, die sind weg.
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2.Oktober 2008 at 16:57
In hundert Jahren haben dann die deutschen Jäger die Flüchtlinge aus dem Osten in Dresden erschossen und die Engländer sind zur Hilfe gekommen und konnten das Schlimmste verhindern. Einfach toll, diese Experten.
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2.Oktober 2008 at 16:59
Schade ich liebe Gold aber ja, die sind weg. Stop, ein Teil soll ja noch in Deutschland lagern, ist dann nur so gut wie weg.
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2.Oktober 2008 at 17:24
“• die Goldvorräte Deutschlands (etwa 3.600 Tonnen) und der Schweiz (ungefähr 2000 Tonnen) nicht im Inland gelagert werden, niemand weiss, wieviel davon ausgeliehen wurde (möglicherweise alles) und dass selbst auf Anfragen von Parlamentariern in beiden Ländern alle Auskünfte verweigert werden. Im Krisenfalle hätten diese Nationen also keinerlei Gold mehr real verfügbar.”
http://www.perspektiven-brief.ch/pictures/Edelmetall.doc.pdf
Vielleicht könnte uns ein Fachmann der CDU mal was darüber sagen oder sich schlaumachen.
Wenn ich mich richtig entsinne, schreibt auch Konossa in seinem Buch “Die deutsche Karte”, dass die Goldvorräte in den USA lagern.
Es wäre an der Zeit das Gold zurückzuholen. Die 3600 t bringen wir schon unter.
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2.Oktober 2008 at 17:29
Ich habe gehört daß selbst die Mitarbeiter der Deutschen Bundesbank nicht wissen wo das Gold abgeblieben ist. Die wissen nur daß es nicht mehr in den Tresorräumen im Keller der Bank ist, es muß in einer Nacht und Nebelaktion abtransportiert worden sein, die Keller sind leer.
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3.Oktober 2008 at 03:44
Das Gute am GUTEN ist, dass er schon immer weiss, dass er der GUTE ist. Und dass er natürlich leicht den BÖSEN vorwerfen kann, böse gewesen zu sein. Komplizierter wird es aber, wenn die BÖSEN davon überzeugt sind, sie sind die GUTEN, während sie in den GUTEN die BÖSEN sehen.
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3.Oktober 2008 at 06:24
Jeder meint von sich er sei bei den GUTEN.
Deshalb lohnt es sich u. a. Nietzsche zu lesen.
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4.Oktober 2008 at 13:15
@ olaf61
Guter Beitrag! Gute Mischung von Ironie und Realität.
Karl Schippendraht
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