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Keine Blankoschecks!
Von guko | 2.Oktober 2008
Grundpreis 218.000: Das gab der Bonus her (Bild)
Es ist gar nicht lange her, da konnte man in den Medien von märchenhaften “Bonuszahlungen” für “Investmentbanker” und anderer Beschäftigte der “Finanzbranche” lesen. Diese Leute, häufig um die 30, deren Hauptkompetenz das Erstellen von Excel-Tabellen ausmachte, hatten dann echte Probleme. Wohin mit der ganzen Knete? Die Ferrari, Lamborghini- und Porschehändler mußten Überstunden schieben, so viel juvenile Kundschaft mit vollen Taschen drängte in die Läden.Alles vorbei. Die Party ist vorüber. Wie bei Kettenbriefsystemen gingen irgendwann die Dummen aus, die neues Geld in die Hände der Finanzakrobaten legen wollten. Die gesamte Glückspielindustrie an der Wall Street und in der Londoner City, manche nennen sie auch jetzt noch “Finanzbranche”, steht vor dem Zusammenbruch. Keiner will mehr Derivate, Zertifikate und “synthetische” Produkte haben, bei den immer nur die Emitenten verdienen. Selbst untereinander trauen sich die Akteure nicht mehr. Das Geld geht aus.
Jetzt soll der Steuerzahler für den Schaden aufkommen. Plötzlich geht es nicht ohne den verhaßten Staat. Natürlich muß keiner der Täter seinen Sportwagen zurückgeben.
Das ist bitter, aber ein Kollabieren des Systems wäre wahrscheinlich teurer als die Hilfen an die Finanzjongleure. Diese dürfen aber keine Blankoscheck werden, der allzusehr Ansporn für künftige Abenteuer wäre. Nur wenn auch die Spielregeln so geändert werden, daß in Zukunft das Zertifikate/Derivate Monopoly nicht wieder losgeht, wären Hilfen vertretbar.
Jetzt müssen die Rahmenbedingungen neu geregelt werden. Boni ohne Reue und mit nachgelagerter Staatsgarantie darf es nicht mehr geben.
Topics: Wirtschaft | 22 Kommentare »
















2.Oktober 2008 at 09:03
Keine Hilfen für marode Banken.
Sollen sie pleite gehen wie jeder andere Betrieb auch der misswirtschaftet.
Bankrotteure dürfen nicht gestützt werden.
Wieso räumt niemand die Konten derer leer die den Profit aus diesen faulen Geschäften gezogen haben? Sollen die doch das Geld zurückzahlen.
Geht nicht. Warum nicht. Es geht doch auch dem Steuerzahler seine Groschen abzunehmen.
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2.Oktober 2008 at 09:13
Der Schaden muss nur groß genug sein, dann hilft Dir auch der Staat.
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2.Oktober 2008 at 09:18
Jeder in Hartz IV gerutschte Arbeitslose wird einschliesslich seiner gesamten Angehörigen durchleuchtet und muss alles offenlegen.
Diese spielsüchtigen Jungbankerschnösel müssen voll und ganz haftbar gemacht werden. Es kann alles gefunden und eingezogen werden, wenn man nur will.
Ein Unding auch, was sich der Franzose leistet: 300 Milliarden € sollen die eu-Staaten aufbringen.
Das System muß kollabieren, sonst machen genau die gleichen Verbrecher weiter, wenn das Gras wieder hoch genug ist. Soll die US-Wirtschaft doch kollabieren, dann wäre es mal mit dem american way of life vorbei.
Ein reinigendes Gewitter reicht schon lange nicht mehr.
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2.Oktober 2008 at 09:45
Stimmt leider ganz genau. Während die Gewinne jahrelang durch Privatpersonen abgeschöpft wurden, sollen die Verluste jetzt vom Steuerzahler beglichen werden. All das, während diejenigen, welche die ganze Misere mehr oder weniger sehenden Auges herbeigeführt haben, auch jetzt nicht auf ihre Bonuszahlungen verzichten.
Bei Lehman Brothers, der in Konkurs gegangenen US-Investmentbank (in welche unsere KfW ja noch schnell 350 Millionen Euro an Steuergeldern versenkt hat), existiert zum Beispiel ein “Bonuspool” von 2,5 Milliarden(!) US-Dollar, der trotz Insolvenz noch schnell unter der Führungsschicht verteilt werden soll:
http://www.independent.co.uk/news/business/news/fury-at-25bn-bonus-for-lehmans-new-york-staff-937560.html
Für die Damen und Herren Finanzzauberer ist also bestens gesorgt, ansonsten kann der Laden ja zusammenbrechen – der dumme amerikanische Steuerzahler übernimmt am Ende bestimmt die Rechnung. Und auch wir leisten uns KfW-Pleite und Hypo-Rettungspaket. Es ist absolut unverantwortlich, wie hier die Risiken einer ganzen Branche verstaatlicht werden, während die Gewinne (auch in Zukunft) weiter in private Hände wandern.
Die wohl dämlichste Form von Sozialismus: Verstaatlichte Verluste und private Gewinne…
Ein Wahnsinn auch, was bei der KfW gelaufen ist: Die gesamte Führungsetage trifft sich Freitag noch zur Krisensitzung und berät über die drohende Lehman-Pleite, anschließend verschwinden alle ins Wochenende und nicht einer macht sich die Mühe, an seinen freien Tagen auch mal den Fernseher einzuschalten, wo man am Sonntag schon sehen konnte, wie die Lehman-Banker ihre Büros räumen. Spätestens da hätte man die für Montag angesetzte Transaktion noch stoppen können – aber nein, es war ja gerade Wochenende:
http://www.sueddeutsche.de/finanzen/301/311224/text/
Von Bankern, die mit Steuergeldern hantieren und dafür im Jahr fast eine halbe Million abräumen, erwarte ich, dass sie auch am Wochenende mal ihr Hirn einschalten. Jeder kleine Angestellte muss 24/7 verfügbar sein, damit er noch als “flexibel” durchgeht…
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2.Oktober 2008 at 12:29
War doch klar, dass die Börsenblase irgendwann platzen musste. Den Spekulanten an der Quelle kann es Latte sein, die haben ausgesorgt. Das Geld ist schließlich nicht verschwunden. Absolut begrüßenswert, dass das Finanzpaket bislang am Widerstand der Republikaner gescheitert ist.
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2.Oktober 2008 at 13:43
Von wegen bankrott. Das Mittelalter hatte viele rustikale Methoden mit Übeltätern umzugehen. So wurden z.B. die polierten Marmortische der Geldwechsler zerschlagen wenn sie das Geld nicht ordnungsgemäß verwaltet hatten. Italienisch “banko-rotta” zerschlagene Bank.
Ich denke ein wütender Mob in der Schalterhalle würde erzieherische Wirkung zeigen. Aber wir sind ja zivilisiert…
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2.Oktober 2008 at 14:19
Unter welcher Regierung wurden diese faulen Papiere in Deutschland zum Handel zugelassen und die Banken mussten ja auch von irgendwem die Erlaubnis bekommen. Entstanden ist der Kram ja in den letzten Jahren. Weiß da jemand genauer Bescheid?
Z. B. Shortverkäufe waren um die Jahrtausendwende in Deutschland noch nicht erlaubt, wenn ich mich recht erinnere.
Auch hier sollten die politisch Verantwortlichen genannt werden.
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2.Oktober 2008 at 15:35
Finanz-Sozialismus: Wie baut man sich eine Krise?
von Johan Norberg
Der Staat pflasterte den Weg zum Kollaps
Im schwedischen Wirtschaftsmagazin „Dagens Industri“ erläutert Johan Norberg, Autor des Bestsellers „Das kapitalistische Manifest“, die Vorgeschichte der gegenwärtige Finanzkrise. „Eigentümlich frei“ erhielt von Norberg die Erlaubnis, den Beitrag ins Deutsche zu übersetzen und zu veröffentlichen.
1933: Im Zuge des New Deal durften Investment-Banken nicht mehr gleichzeitig als Handelsbanken fungieren, was ihnen indes Bankeinlagen und somit mehr Stabilität verliehen hätte.
1938: Als Teil des New Deal schafft Präsident Roosevelt die Hypothekengesellschaft Fannie Mae, und 1970 schafft der Kongress Freddie Mac. Mit ihren implizierten staatlichen Garantien können Mae und Mac billigere Kredite vergeben, und sie expandieren solange, bis sie den amerikanischen Hypothekenmarkt beherrschen.
1989: Die amerikanische Regierung schreitet ein und zahlt die Zeche für die Sparkassenkrise, was einen Präzedenzfall schafft: Wer zu hohe Risiken mit Hypothekenanleihen eingeht, den rettet am Ende der Staat.
1995: Der „Community Reinvestment Act“ wird geändert, so dass Banken und Sparkassen nicht mehr Wohlhabende bevorzugen dürfen und gezwungen werden, Immobilienkredite auch an Haushalte mit mittlerem bis niedrigem Einkommen zu vergeben. Im Gegenzug wird ihnen erlaubt, sich neu aufzustellen und die Subprime-Risiken anderen zu verkaufen. Ein Pionier für solche Geschäfte ist seit dem Jahre 1997 die Bank Bear Stearns.
2001-2003: Statt nach der Dotcom-Blase und dem Elften September den Markt sich schlechter Geschäfte und Anleihen entledigen zu lassen, senkt die Fed den Zinssatz von 6,5 auf bis zu 1 Prozent. Es gibt daher zwar nur eine leichte Rezession, doch wird dies erkauft mit einer dramatischen Expansion der Geldmenge, was eine Immobilienkrise zur Folge hat…
http://ef-magazin.de/2008/10/02/713-finanz-sozialismus-wie-baut-man-sich-eine-krise
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2.Oktober 2008 at 17:46
Wenn’s nur so einfach wäre. Am Tag nach der Entscheidung des Repräsentantenhauses, das 700-Mrd-$-Paket scheitern zu lassen, verlor der Dow-Jones-Index 777 Punkte – der größte Verlust nach Punkten an einem Tag. Da ist den Leuten, deren Altersversorgung auch am Aktienmarkt hängt, schlagartig bewußt geworden, was ein Dominoeffekt von weiteren Bankenpleiten für sie bedeuten würde. An der (wahrscheinlich noch zu kleinen)vorübergehenden Übernahme der faulen Hypothekenpapiere durch den Staat führt leider kein Weg vorbei.
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2.Oktober 2008 at 19:43
@9 – G.
“Da ist den Leuten, deren Altersversorgung auch am Aktienmarkt hängt, …”
Pssst, das darf doch hier in Deutschland keiner wissen. “Riester” ist doch soooo toll!
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3.Oktober 2008 at 00:49
Das übliche Geschrei in Deutschland nach mehr Staat, mehr Regulierung und weniger “Kapitalismus” war ja vorauszusehen. Dabei kann man als Ursache für die Krise durchaus staatliche Interventionen sehen, wie der von B.G. verlinkte Artikel des e.f. Magazins zeigt. Die Überflutung des Marktes durch Geld hat die riesigen Blasen in der IT-Branche und den Immobilien erst entstehen lassen, die dann der Markt abbauen wollte. Zum Vergleich: während die Weltwirtschaft um 60% wuchs, nahm die Geldmenge um 90% zu (Zeitraum habe ich nicht mehr im Kopf).
Außerdem sind in Deutshcland vor allem staatliche Banken betroffen, in denen prominente Politiker in hohen Positionen sitzen.
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3.Oktober 2008 at 01:17
@ Bauer
Leerverkäufe sind nicht a priori des Teufels, sondern können sinnvollerweise zur Absicherung von Aktienpositionen dienen und generell zu höherer Liquidität des Aktienmarkts beitragen. Kriminell wird es dann, wenn die Shorties böse Gerüchte streuen, um die betreffenden Aktien herunterzuprügeln. Und dann natürlich das Grundübel: Es werden mittels (früher billiger) Kredite riesige Hebel aufgebaut: die Blase entsteht.
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3.Oktober 2008 at 06:07
Sicherst Du Dein Depot mit Leerverkäufen?
Wem nützt es?
Wenn ich für 100 Einkaufe, müsste ich gleichzeitig auch leer verkaufen um nicht von fallenden Kursen überrascht zu werden. Nur, dann bin ich auf beiden Seiten investiert und gewinne weder von steigenden noch von fallenden Kursen. Da bin ich doch fein raus, oder?
Wenn ich meine Aktien mit Leerpositionen absichere, gehe ich bei fallenden Kursen pari raus und bei steigenden ebenso.
Leerverkäufe sind ein reines, zusätzliches Spekulationselement um auch bei fallenden Märkten Profit machen zu können.
Im Grundsatz widerspricht dieser Handel, deutschem Denken, Dinge zu verkaufen die ich noch nicht in Besitz habe. Normalerweise ist so etwas verboten, mit recht.
Der Hebel wird nicht nur mit Krediten aufgebaut, sondern hauptsächlich mit Optionen, auch hier natürlich Kauf- und Verkaufsoptionen. Hier kann ich mit wenig Geld eine Menge handelbarer Ware bewegen, und hier wirken die Hebel erst richtig, wenig Geldeinsatz im Vergleich zur möglichen Ware. Im Gewinn, wie auch im Verlust. Wie man sehen kann.
Der Optionsscheinhandel war mir immer zuwider. Gerade dieser Handel wurde, auch in Deutschland, in den letzten Jahren verstärkt aufgebaut und die verschiedensten Zockerpapiere geschaffen.
Wer da Geld verliert, dem geschieht es recht, jeder muss sein Lehrgeld zahlen. Wenn diese Zocker, angeblich, seriöse Banker sind, ist mir dies egal und sie sollen vom Markt verschwinden, es geht immer weiter. Dies wird der nächsten Generation eine Lehre sein. Ebenso für die Politik nicht allen geldgeilen Lobbygruppen freie Hand zu lassen.
Auf jeden Fall, der Steuerzahler darf für diese Missbräuche nicht in Regress genommen werden.
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3.Oktober 2008 at 06:43
Mal was anderes, was unternimmt die Union um den geplanten Börsengang der Bahn zu stoppen.
Wenn man schon Volksvermögen verschleudert, sollte man wenigstens versuchen den bestmöglichen Preis zu erhalten. Den Verkauf während der Finanzkrise durchzuziehen ist nicht nur falsch sondern geradezu sträflich.
Die Vorstände werden ihre Boni schon einstreichen, wenn das Volkseigentum verscherbelt wurde.
Keine Blankoschecks für Politiker, deshalb Volksabstimmungen, auch auf Bundesebene.
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3.Oktober 2008 at 06:50
Wieso springt eigentlich nicht der italienische Eigentümer für die Hypo ein? Hat Merkel oder Steinbrück dazu irgendetwas verlauten lassen?
Seit wann müssen deutsche Steuerzahler für ausländische Investoren zahlen?
Wir retten das Weltklima, wir retten das Weltfinanzsystem. Seit Merkel sind wir nur noch am retten und gehen dabei unter.
Geht es noch eine Hausnummer größenwahnsinniger?
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3.Oktober 2008 at 18:12
@ Bauer Gerhard
Ich habe nur Fonds im Depot, bei Aktiengeschäften hast Du recht. Das Absichern ( zumeist mittels Optionen und Futures) ist eigentlich nur bei Währungen und Rohstoffen sinnvoll.
http://de.wikipedia.org/wiki/Shortselling
Der Begriff “Spekulation” wird meist pejorativ gebraucht, sollte aber wertneutral verstanden werden. Es gab einen großen amerikanischen Finanzinvestor, der schon vor Jahresfrist sich öffentlich über die schlechten Aussichten bei Lehman geäußert hat und dann short gegangen ist. Warum sollte er nicht so wetten dürfen, der Longseller aber darf?
Ich gebe Dir Recht, es sollten eigentlich nur die Geschäfte am Kassamarkt gestattet sein. Der Shortseller muß sich die Aktien also tatsächlich leihen, sie in Besitz haben.
Lt. o. a. Quelle sind ungedeckte Leerverkäufe interessanterweise in der Schweiz verboten.
Daß nur Gerüchte, von den Shorties in Umlauf gesetzt, reihenweise Großbanken zusammenbrechen lassen, halte ich für ein Märchen, gebe jedoch zu bedenken, daß George Sorosz eine ganze Währung (brit. Pfund) in die Knie gezwungen hat.
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4.Oktober 2008 at 15:58
“SZ”: Bundesbank hatte KfW-Zahlung an Lehman zunächst gestoppt
Samstag, 4. Oktober 2008, 14:55 Uhr
Frankfurt (Reuters) – Wirtschaftsprüfer werfen der KfW im Zusammenhang mit der Millionen-Überweisung an die inzwischen zusammengebrochene US-Bank Lehman Brothers einem Zeitungsbericht zufolge weitere Fehler vor.
Die KfW hatte am 15. September rund 320 Millionen Euro an Lehman überwiesen, obwohl zu diesem Zeitpunkt deren Kollaps praktisch feststand. Die Bundesbank habe die Überweisung zunächst gestoppt, berichtete die “Süddeutsche Zeitung” (Samstagausgabe). Das KfW-Konto bei der Bundesbank sei nicht ausreichend gedeckt gewesen. Die KfW habe das Konto daraufhin aufgefüllt, so dass die Überweisung ausgeführt werden konnte. Die Zeitung beruft sich auf einen vertraulichen Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC). Der Bericht sei für den Verwaltungsrat der Förderbank angefertigt, hieß es in der Zeitung weiter.
“Die Wiederauffüllung des Bundesbankkontos ist ein quasi automatischer Vorgang ohne inhaltliche Prüfung”, erklärte ein Sprecher der KfW am Samstag. An dem besagten Montag sei um 8.37 Uhr ein Bündel von etwa 1000 Überweisungen initiiert worden. Auf dem Bundesbankkonto, das ein reines Transaktionskonto sei, sei dann irgendwann nicht mehr ausreichend Geld gewesen. Ohne inhaltliche Prüfung sei es aufgefüllt worden, so dass die Überweisungsvorgänge fortgesetzt werden konnten, sagte der Sprecher. Die staatliche Förderbank hat inzwischen zwei Vorstände wegen der Überweisungspanne gefeuert.
Der Bericht von PwC weise nach, dass in der Bank die schwierige Lage von Lehman schon frühzeitig bekannt gewesen sei, heißt es in der Zeitung weiter. Die Prüfer machten sieben Vorschläge zur Verbesserung von Abläufen und Kontrollen bei der KfW.
http://de.reuters.com/article/companiesNews/idDEBEE49305Z20081004
Ob da nicht jemand seine Altersversorgung aufgebessert hat?
@Genossenschreck
Spekulationsgeschäfte die nur die reine Spekulation zum Inhalt haben ohne Bezug zur Ware oder was auch immer, halte ich für grundsätzlich schädlich. Damit werden die Märkte zum Spielball von Finanzgruppen mit ungeheueren Geldmitteln.
Beispiel:
Wenn ein Getreidehändler glaubt er könne einen günstigen Preis für sich sichern, soll er das tun, wenn ein Finanzmensch Getreide in großen Mengen aufkauft, weil er rechnet, dass die Ernte geringer ausfällt und mit steigenden Preisen rechnet, treibt er mit seinem Verhalten den Preis in die Höhe und verknappt die Ware ohne ein wirkliches Interesse an dieser zu haben.
Diesen Handel würde ich schlichtweg verbieten. Dies ist Spekulation im negativen Sinn. Das Ende vom Lied erleben wir gerade und der Steuerzahler soll es wieder richten.
Spekulationsgeschäfte entziehen dem Wirtschaftskreislauf benötigtes Geld.
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5.Oktober 2008 at 06:22
Hypo Real Estate: Rettung ist gefährdet – Statt 50 werden 100 Milliarden benötigt
ShortNews berichtete am Tag der Deutschen Einheit über die Rettung der Hypo Real Estate (HRE).
Jetzt melden die Medien, dass wesentlich mehr Geld benötigt wird, um den Hypothekenfinanzierer zu retten. Ursprünglich sollten 15 Milliarden Euro sofort zur Verfügung gestellt werden und weitere 35 Milliarden Euro auf längere Sicht.
Jetzt soll die Deutsche Bank festgestellt haben, dass kurzfristig 50 Milliarden benötigt werden und im kommenden Jahr weitere 20 bis 50 Milliarden Euro.
http://www.shortnews.de/start.cfm?id=730107
War doch von vorn herein klar, dass das Geld nicht reichen würde. Soll sie doch pleite gehen, keine Steuergelder für Bankrotteure.
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5.Oktober 2008 at 08:30
Da wäre die Bundesregierung – und der Steuerzahler (!) – voll ins offene Messer gelaufen. Bei der LBBW sieht’s scheinbar auch nicht so gut aus. ‘mal sehen, was auf die Sachsen mit der SachsenLB-Garantie noch zukommt.
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5.Oktober 2008 at 11:27
Die Bundesregierung ist ins offene Messer gelaufen. Scheinbar haben sie den Zustand der Bank nicht ordnungsgemäß überprüft. Wie sollten sie auch, haben ja vom tuten und blasen keine Ahnung. Ob da jemand schon mal eine Bilanz versucht hat zu lesen? Wohl kaum.
Der Steuerzahler ist die Melkkuh, die brav die Tretmühle tritt und widerspruchslos bezahlt. Dafür wird er, wenn er Rentner ist, als Transferempfänger bezeichnet.
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6.Oktober 2008 at 15:38
“Der damalige Depfa-Chef Gerhard Bruckermann soll mit 100 Millionen Euro verabschiedet worden sein – HRE-Aktionäre dagegen haben ihren Kurs seither nur fallen sehen.”
http://www.sueddeutsche.de/finanzen/900/312811/text/
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8.Oktober 2008 at 16:10
Kurz nach staatlicher Hilfe vor Konkurs: AIG-Manager auf Luxusreise
Der Ermittlungsausschuss des US-Kongresses hatte die staatliche Finanzspritze in Höhe von 85 Mrd. US Dollar auf den Prüfstand gestellt und den Hergang des Zusammenbruchs des Versicherungskonzerns AIG untersucht. Nun kam heraus, dass nach dieser Hilfe sich einige Manager auf Luxusreise begeben hatten.
Der Mitte September 2008 vor dem Kollaps stehende Konzern hatte aus staatlichen Mitteln den Zuschuss erhalten. Nur wenig später begaben sich die AIG-Manager auf Kosten des Konzerns zum Verwöhnen in ein kalifornisches Luxusressort.
Die Rechnung für Wellness, Golfen und Galadinners präsentierte nun ein Prüfer dem Ausschuss: Die Manager benötigten für ihren Luxusausflug 440.000 US Dollar. Es wären zwar nicht direkt die für die Finanzkrise schuldhaften Manager gewesen, die diesen Luxus frönten, trotzdem löste dies Empörung aus.
http://www.shortnews.de/start.cfm?id=730737
Schade um jeden Steuerdollar/-euro der in diese verkommenen Unternehmen gesteckt wird.
Die unteren Chargen werden entlassen (Kostenfaktor), die oberen feiern ihre “Erfolge” und lassen sich diese mit hohen Erfolgsprämien vergolden.
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