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Hubertus Heil – ein schlichtes Gemüt

Von Torsten | 28.August 2008

Quelle: Wikipedia

Hubertus Heil ist ja zum Amt des SPD-Generalsekretärs gekommen wie die Jungfrau zum Kinde. Spötter behaupten, so sähe er auch aus, aber ernsthaft betrachtet wäre bei der derzeitigen Lage der SPD jeder SPD-Generalsekretär zu bemitleiden.

Zu den Aufgaben eines Partei-Generalsekretärs gehört es sicherlich, einerseits gegenüber anderen Parteien gehörig – manchmal auch über Maßen – auszuteilen, andererseits die Reihen der eigenen Partei geschlossen zu halten. Hubertus Heil wird keiner dieser beiden Aufgaben wirklich gerecht. Da es dem SPD-Vorsitzenden ähnlich geht, fällt das nicht unbedingt so stark auf.

Nun hat Hubertus Heil eine Vision, in deren Mittelpunkt ein junger Präsidentschaftskandidat aus dem USA steht. Dem die Massen (noch) zujubeln, weil er herkömmliche Inhalte in einer knallbunten, Mogelpackung zeigt. So ist das Grundwesen der Sozialdemokratie, möchte der Beobachter meinen. Heil hat einmal versucht, einen SPD-Parteitag mit dem Obama-Slogan „Yes, we can!“ in Extase zu versetzen. Natürlich ohne Erfolg.

Deswegen versucht Hubertus Heil derzeit, im Glanze eines Barack Obama ein wenig Glamour für die SPD abzubekommen. Dazu benutzt er einen neuen Kanal – Twitter, einen Microblogging-Dienst, mit dem Nachrichten von 140 Zeichen Länge ins Netz gestellt werden können. Ein Politiker, der formulierungsstark und kritisch ist und Dinge gut zuspitzen kann, könnte sich dieses Werkzeugs gut bedienen. Leider fehlen Heil diese Eigenschaften. Nur, er merkt es nicht.

Kurznachrichten wie Mdb muetze hat ein skateboard, mdb annen schuh gekauft. Wir koennen jetzt weiterarbeiten oder Clintin kritisiert bushs unilateralismus und die ignoranz gegenueber der erderwaermung. Der mann ist gut drauf! demonstrieren eine Naivität, die man bei diesem Mann eher nicht vermutet hätte. Die Republikaner (mit Parteiabzeichen?), die vor dem Veranstaltungsort demonstrieren, sehen finster aus, meint der Beobachter. So sieht die Welt für junge Sozialdemokraten aus, wenn sie 14 oder 15 sind. Und spontan fällt einem dazu ein, dass dieser Mann nur als unbeabsichtigte Folge einer fehlgeschlagenen Intrige von Andrea Nahles ins Amt gekommen ist – gegen den Kandidaten von Franz Müntefering…

Alarmierend ist die fast einhellige Begeisterung, mit der dieses Experiment in der deutschen Blogosphäre  – anders als in der Presse (1, 2) – aufgenommen wurde. Selbst kritischere Beobachter sind derart verzückt über die neue Technik – die sicherlich viele Möglichkeiten bietet – dass ihnen letztlich egal ist, was da geschrieben wird.

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Topics: Allgemein, Kultur | 20 Kommentare »








20 Kommentare to “Hubertus Heil – ein schlichtes Gemüt”

  1. Michael Hamaler meint:
    28.August 2008 at 12:51

    Ignorieren und auslachen. ;)

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  2. Hans W. Noke meint:
    28.August 2008 at 12:58

    Der Typ ist doch echt…..sinnbildlich für die hysterische und erodierende SPD

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  3. Wächter meint:
    28.August 2008 at 12:59

    Es ist leicht, sich über einen Hanswurst der Konkurrenz-Sozialdemokratie lustig zu machen. Man sollte aber dabei auch das eigene Personal nicht aus dem Blicke verlieren.
    Da gibt es ein Pendant names Pofalla, Sozialpädoge (FH), seinerzeit gesponsert von einem Entsorgungsunternehmer in seinem Heimatkreis Kleve namens Bernhard Josef Schönmackers um noch ein Jura-Studium dranhängen zu können.
    Kann mir jemand etwas Erhellendes oder Tiefschürfendes aus dem Munde von Herrn Pofalla in letzter Zeit berichten?

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  4. Torsten meint:
    28.August 2008 at 13:32

    Pofalla ist auch nicht meine Kragenweite, aber er macht seinen Job im o.g. Sinne. Die Beispiele des Herrn Heil sind ohnehin schwerlich zu toppen.

    Dass Pofalla von einem Unternehmer gefördert wurde, ist absolut nichts Ehrenrühriges.

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  5. Bauer Gerhard meint:
    28.August 2008 at 14:32

    Mit den Generalsekräten haben die Parteien so ihre liebe (Personal)Not, auch die CSU ist notleidend.

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  6. kröte meint:
    28.August 2008 at 18:41

    Manche Entscheidungen aus der SPD sind mehr als gewöhnungsbedürftig, schlechtes Personal wohin man blickt.
    Was soll man davon halten? Reiseverbot? Mauerbau?
    Man sage bitte nicht, das betrifft ja bloß die, aber wir haben uns mittlerweile alle an die Salamitaktik gewöhnt.
    http://www.focus.de/panorama/welt/kampfhunde-spd-will-einreiseverbot-fuer-kampfhunde_aid_328001.html

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  7. Brutus meint:
    28.August 2008 at 20:48

    @5 – Bauer Gerhard

    Die Haderthauer sieht wenigstens besser aus. :)

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  8. Wächter meint:
    28.August 2008 at 21:32

    @ 7
    Aussehen ist Geschmacksache.
    Der letzte Auftritt von ihr in der “Münchner Runde” hat mich nur entsetzt. Das wurde hier im Blog auch schon angesprochen.

    Tut zwar nicht zur Sache, aber ich empfinde z.B. Claudia Roth aus dermatologischer Sicht auf einer Stufe mit Hubertus Heil stehend.

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  9. Brutus meint:
    28.August 2008 at 23:03

    Ja, das fliehende Kinn … bzw. Doppelkinn.

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  10. Besserwisser meint:
    28.August 2008 at 23:35

    “..spontan fällt einem dazu ein, dass dieser Mann nur dank einer Intrige von Andrea Nahles ins Amt gekommen ist..”
    Das stimmt nicht ganz, war die Intrige von Nahles doch darauf gerichtet, das sie selbst Generalsekretärin wird. Sie konnte sich nicht durchsetzen. Deswegen muss es richtigerweise ..als unbeabsichtigte Folge einer Intrige…heißen.

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  11. Torsten meint:
    29.August 2008 at 06:12

    @10 Besserwisser:
    Das stimmt natürlich. Wurde korrigiert.

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  12. Berliner Kindl meint:
    29.August 2008 at 06:18

    @Wächter
    “ich empfinde z.B. Claudia Roth aus dermatologischer
    Sicht auf einer Stufe mit Hubertus Heil stehend”

    Treffer, versenkt!

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  13. Alfons Huber meint:
    29.August 2008 at 14:05

    Bei http://www.runder-tisch-niederbayern.de befindet sich folgender Text:

    Der Obama der Lüneburger Südheide Peinliches aus Peine vernimmt man da, auch wenn der Hubertus diesmal nicht aus Edemissen (Dorf im Bundestagswahlkreis des SPD Generalsekretärs) berichtet, sondern vom Parteitag der US Demokraten schwärmt. Twittern nennt er seine Hofberichterstattung aus den USA, politische Zwitter wurden dort auch schon gesichtet, wie unser Obergrüne Prof. Joschka. Hey Hillary, wie geht’s altes Haus? Statt rote Socken trägt man nun schwarze! http://twitter.com/hubertus_heil Möglicherweise geht Heil bereits seinen Genossen in NRW auf den Geist. Ein Kommentator im “blog-nrwspd.de” sieht das so: “Hubertus Heil zeigt mit seinen Twittter-Beiträgen nicht gerade mentale Substanz. Beitrags-Niveau-Kinderkacke!” http://blog.nrwspd.de/2008/08/26/hubertus-heil-twittert-aus-den-usa-vom-parteikonvent-der-demokraten-in-denver/

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  14. Torsten meint:
    29.August 2008 at 20:49

    Der Kommentar bei der SPD ist klasse. Danke für den Hinweis.

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  15. Karl Schippendraht meint:
    31.August 2008 at 20:02

    Nicht groß diskutieren sondern einfach darüber froh sein, daß die Fähigkeiten und Fachkompetenzen bei der Splitterpartei SPD sich nicht nur summieren sondern potenzieren.

    Karl Schippendraht

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  16. Daniela meint:
    2.September 2008 at 18:27

    Wenn ich entscheiden müsste, was peinlicher ist: hubertus_heil oder cducsu …. ich müsste schon länger überlegen :-(

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  17. Weltregierung. meint:
    3.September 2008 at 12:02

    ….man könnte meinen, das hier konservativ = rückständig ist.

    Bashen ist einfach.
    Selber Realitäts-, Büger- und Modernitätsnähe
    zu beweisen ist schwierig.
    Wenn man schwarz denkt, scheinbar unmöglich.

    - Slightlyamusedregierung.

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  18. CDU-POLITIK.DE » Was bringen Twitter, Facebook und Co.? meint:
    26.März 2009 at 08:06

    [...] hätte das in Hessen 0,4 % mehr Stimmen für die SPD bedeutet. Wahnsinn, nicht wahr? Zu Hubertus Superstar auf Twitter sei noch dieser Nachschlag [...]

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  19. Was bringen Twitter, Facebook und Co.? « CSU-Blogger meint:
    10.April 2009 at 22:48

    [...] dann hätte das in Hessen 0,4 % mehr Stimmen für die SPD bedeutet. Wahnsinn, nicht wahr? Zu Hubertus Superstar auf Twitter sei noch dieser Nachschlag [...]

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  20. Herta meint:
    26.Mai 2009 at 11:13

    Naja, das alles klingt ein bisschen komisch, aber ich glaube wir sollen es einfach ignorieren.

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