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Arme ausgeschlossen?
Von guko | 12.August 2008
Wie die Zeitung das Parlament berichtet, sind nach dem Armuts und Reichtumsbericht der Bundesregierung Menschen mit geringerem Einkommen weniger politisch aktiv, als solche mit höherem Einkommen. Ursache hierfür seien nicht etwa die monatlichen Beiträge, die bei der CDU 5 Euro betragen (bei der SPD übrigens nur 2,50) sondern die sich aus geringem Einkommen und niedrigem sozialen Status ergebenden “Zugangsbarrieren”.
Man sollt aber jetzt nicht den üblichen Fehler bei der Interpretation einschlägiger Statistiken machen. Es ist eben nicht so, daß in den Parteien mehr Akademiker sind, weil diese mehr Geld in der Tasche haben, als “bildungsferne” Schichten. Menschen mit höherer Bildung sind eher bereit sich in Parteien zu engagieren als andere, weil sie sich mehr für Politik interessieren. Das mangelnde Interesse ganzer soziologischer Gruppen am Gemeinwesen, daß sich im übrigen auch im Konsum entsprechender Medien (RTL 2 u. ä.) manifestiert, ist natürlich bedauerlich, aber hat nun gar nichts mit Armut zu tun.
Eher schon damit, daß sich einige “Arme” ganz komfortabel im Sozialstaat eingerichtet haben und wenig Anlaß sehen sich zu engagieren, ganz anders als so mancher “Besserverdiener” übrigens.
Topics: Allgemein, Partei | 6 Kommentare »















12.August 2008 at 07:00
Mit Deinem Schlusssatz hast Du schon recht aber richtigerweise hast Du es auf “manche” eingeschränkt. Es sind wirklich nur manche.
Parteimitgliedschaft macht einen noch nicht zum politisch aktiven Menschen.
Was glaubst Du wieviele “bessergestellte” Menschen in einer Partei sind, weil sie davon persönliche Vorteile haben, Seilschaften, Netzwerke, Auftragsvergabe, Posten in Verwaltungen, Firmen etc.. Wieder andere sind in bierseliger Laune eingetreten, sind mir einige bekannt und treten halt nicht mehr aus weil sie sich irgendwie nicht trauen den anderen vor den Kopf zu stoßen.
Ich sehe den Grund eher darin, die Menschen spüren intuitiv, einige wissen es, dass die Parteien nicht Teil der Lösung sind, sondern Teil des Problems.
Warum soll man den Parteifunktionären die Gelder reinschieben, damit bekommen sie noch eine kräftige Zahlung aus dem Steuertopf. Deswegen spende ich auch keine Mark, denn diese Mark kostet uns, den Bürger, nochmal kräftig Geld, mit dem Parteibeitrag ist es ähnlich.
Welche Einflussmöglichkeiten hat man in den Strukturen der Parteien, nahezu keine, sie werden von oben nach unten geführt. Vielleicht bei der Ausrichtung des Gartenfestes und der Plakataktion kann man seine Meinungen einbringen, das war es aber auch schon. Ansonsten heißt es eingliedern, Maul halten. Dann ist man ein gutes Parteimitglied. Darauf verzichten eben viele Menschen gerne.
Politik ist eine Hure.
Dann noch was anderes Guko, stell Dir vor ein örtlicher Unternehmer mit, sagen wir mal, 50 Angestellten, oder ein Akademiker mit nachweisbaren beruflichen Erfolgen, tritt in eine der etablierten Parteien ein, zeitgleich tritt ein Hartz-IV-Empfänger in dieselbe Partei ein. Beim der ersten OG-Versammlung kommt es zu einer politischen Diskussion über ein beliebiges Thema, Kontrahenten sind die beiden Neuzugänge. Wer wird wohl Oberwasser behalten, wem werden sich die anderen Mitglieder eher anschließen, unabhängig von den Argumenten?
Dem Hartz-IV-Empfänger?
Ich glaube die beiden könnten die Argumente tauschen und das Ergebnis bliebe gleich.
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12.August 2008 at 07:13
@ Bauer Gerhard
” dass die Parteien nicht Teil der Lösung sind, sondern Teil des Problems.”
Richtig!
Wenn die Masse das nur endlich begreifen würde!
Karl Schippendraht
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12.August 2008 at 07:19
Die Masse hat es schon begriffen, deshalb treten sie nicht ein bzw. aus (diejenigen die austreten sind wahrscheinlich RTLII-Zuschauer und sozial schwächere)und verweigern ihre Stimmabgabe bei den Wahlen.
Nur die Masse sieht keinen Ausweg aus dem Dilemma.
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12.August 2008 at 08:48
Nun, auf unterer Ebene kostet Parteiarbeit richtig Geld: Stammtische, Fahrtkosten, Kopien, Literatur/Tageszeitung – es wird ja nicht alles “von der Partei” übernommen! Das läuft unter “Eigenleistung”. Das einzige was ein H4ler hat, ist Zeit.
Davon ab: welche “Leistung” bekomme ich als Mitglied einer Partei? Beim ADAC ist das wenigstens klar.
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12.August 2008 at 09:29
@4 Brutus
Richtig, aber:
Streben eines HIV-Empfängers sollte sein, wieder in Arbeit zu kommen und wieder ein weitgehend selbstbestimmtes Leben führen zu können.
Beim ADAC ist die Kosten-Nutzen-Relation in den 35 Jahren, da ich Mitglied bin, auch runter gegangen. Der ADAC schneidet aber immer noch besser ab, als die CDU (die Parteien). Sogar der Bund der Steuerzahler bietet mehr “Benefit” für den kleinen Mann.
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10.September 2008 at 05:01
[...] auf geraubtem Land, > bewässert mit geklautem Wasser kauft, macht mit. Danke, habe mir schon echt Sorgen gemacht, wie man Israel in ihrem gerechten Kampf gegen das Terroristenpack unauffällig unter die [...]
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