twitter
CDU-POLITIK.DE

Schlagworte

Archiv

Meta

 

« | Home | »

Zwischen Wirtschaftsinteressen, Brutalität und Olympia

Von Philipp | 15.März 2008

olympische-spiele.JPG

Chinesische olympische Spiele

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, sind wieder Aufstände seitens der unterdrückten tibetanischen Mönche in Tibet (korrekt: Süd-west-China) ausgebrochen. Das erst von China invasierte (Rechtfertigung: Tibet gehörte eine zeit lang zu China. Wenn das eine Rechtfertigung ist, sollte man sich fragen, wen wir alles invasieren müssten) und dann ethnisch und kulturell immer weiter zurückgedrängte tibetanische Volk begehrt gegen die Eroberer auf. Gerade Bundeskanzlerin Merkel hatte noch vor kurzem mit dem Treffen mit Dalai Lama klar gemacht, dass Ihr und der Union christliche Werte und eine grundsätzliche garantierte Menschenwürde wichtiger sind, als die reine Wirtschaftsförderung. Wie reagiert die Bundesregierung nun auf die ungeheuren Vorgänge im diesjährigen Olympialand China?

14. März 2008 Lange hatte es so ausgesehen, als hätte die chinesische Regierung den Kampf um Tibet an allen Fronten gewonnen. Sie hat Massen von chinesischen Arbeitssuchende in das Gebirge wandern lassen, eine Eisenbahn aufs Dach der Welt gelegt und Straßen gebaut. Sie hat den Panchen Lama, einen ihr genehmen Religionsführer, installiert und zumindest einen Teil des buddhistischen Klerus auf ihre Seite gezogen. Sie hat Tibets Klöster mit „Patriotismus-Kampagnen“ überzogen und sogar Geld für die Renovierung des Potala-Palastes des Dalai Lama ausgegeben.

Doch die Ruhe war eine erzwungene und in den Klöstern und Tempeln der tibetischen Hauptstadt Lhasa und anderer Orte lebt auch nach sechs Jahrzehnten chinesischer Herrschaft ein Widerstandsgeist weiter, der sich nun erstmals in gewaltsamen Aktionen Luft gemacht hat. Erinnerungen an das Jahr 1989 werden wach, als das letzte Mal tibetische Mönche Proteste gegen die chinesische Herrschaft anführten und die Sorge ist verbreitet, dass wie damals die chinesischen Herrscher Tibets und ihre tibetischen Statthalter mit harter Hand die Proteste niederschlagen werden.

„Unvorstellbare Menschenrechtsverletzungen“

Nach allen Berichten, die über Menschenrechtsorganisationen und Exil-Tibeter nach außen dringen, haben sich viele Mönche in Tibet keineswegs mit der chinesischen Herrschaft arrangiert, zählt bei ihnen das Wort des Dalai Lama immer noch mehr als die Anweisungen der chinesischen Behörden. Der Dalai Lama hatte sich am Montag, dem 49. Jahrestag des missglückten Aufstandes gegen die chinesische Herrschaft, mit einer scharfen Rede an die Öffentlichkeit gewandt. „Unvorstellbare Menschenrechtsverletzungen“ hätten unter der chinesischen Herrschaft in Tibet stattgefunden, seit Jahrzehnten lebten die Tibeter in Angst – und vor allem sei die Lage in Tibet, entgegen der Beteuerungen der chinesischen Regierung, in den letzten Jahren nicht besser geworden.

Die chinesische Regierung zerstört die Identität Tibets durch den massiven demographischen Druck durch die Han-Chinesen, die zu Millionen die Tibeter einfach an die Wand drücken. Auch die kulturelle Selbstständigkeit ist diesem Volk genommen worden -Tibet ist nichts, China ist alles -und Tibet ist seine süd-west-Provinz. Selbst die Religion wird von den Herrschern in Beijing vorgeschrieben – wer verehrt wird, entscheidet das ZK.

Wenn Deutschland nun aber schon wieder -um Menschenrechte zu schützen und die Tibeter zu unterstützen -Protest einlegt und scharf reagiert, erregt es innerhalb kurzer Zeit wieder den Zorn Chinas. Das könnte wirtschaftliche Konsequenzen haben, wie viele meinen. Ich glaube das nicht – erstens gab es solche beim letzten mal auch nicht, zweitens braucht China uns existentiell als Absatzmarkt und drittens kann China sich keinen großen Streit mit seinem wichtigsten Partner in der EU erlauben – zu groß sind die Interdependenzen.

Sollte China so weitermachen, könnte es gar ein Nachdenken über einen Boykott der olympischen Spiele in China geben – was dann der absolute Super-Gau für das Image und auch die Export-Wirtschaft Chinas wäre, da es mittlerweile immer mehr Menschen gibt, die sehr wohl auf das Herkunftsland eines Produktes achten. Man erinnere sich auch an den großen Schaden für Festlandchina, als es nach dem Tiangmeng-Massaker isoliert wurde. Eine solche Isolation wäre heute zwar ausgeschlossen – aber die Volksrepublik würde bei zu heftigem Auftreten in Tibet Schaden nehmen. Helfen wir also als Union dem tibetanischen Volk und schweigen nicht über das Unrecht – denn noch sind wir in der Lage dazu.

Das gefällt mir - Informationen teilen...

Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.

  • TwitThis
  • Facebook
  • LinkedIn
  • Google Bookmarks
  • MySpace
  • MisterWong
  • del.icio.us
  • Blogosphere News
  • Live-MSN
  • YahooMyWeb

Topics: Außenpolitik | 15 Kommentare »








15 Kommentare to “Zwischen Wirtschaftsinteressen, Brutalität und Olympia”

  1. Bauer Gerhard meint:
    15.März 2008 at 06:14

    Wer jetzt über die Zustände in China lamentiert hat irgendetwas übersehen.
    Die Olympiade hätte an China gar nicht vergeben werden sollen.
    Außerdem ist die Olympiade ein zu großes Geschäft um dieses zu vermasseln. Es wird kein Boykott stattfinden, dies hat nur in der UdSSR geklappt, da sich hier zwei feindliche Blöcke gegenüberstanden. Der Grund war damals die Besetzung Afghansitans durch die Rote Armee, die haben wir ja jetzt abgelöst und versuchen die Afghanen nach unseren Vorstellungen umzuerziehen. Die Russen haben es nicht geschafft, wir schaffen es schon.

    Das Image Chinas schert die Chinesen herzlich wenig. Sollen die Langnasen dann eben auf die Geschäfte verzichten die sie in und mit China machen werden. Dies wird nicht geschehen. Mögen Idealisten daran glauben, an der Realität geht es meilenweit vorbei.

    So wie hier gegen China argumentiert wird, könnte man gegen die moslemischen Staaten dieser Welt ebenfalls argumentieren. Nur herrscht dort nicht das ZK sondern die Mullahs, Imame und wie sie alle heißen mögen.

    Jeder kann für sich entscheiden ob er Waren aus China kaufen will und das soll jeder für sich tun. Große Forderungen aufzustellen hilft gar nichts, Abstimmung mit dem Geldbeutel ist das einzige was wir in diesem Fall tun können.
    Ansonsten gilt Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Länder. Dies wird den deutschen und us-amerikanischen Missionaren zwar schwerfallen aber die Chinesen werden sich einen Dreck um sie scheren.

    Kommentar bewerten: Thumb up 0 Thumb down 0

    [Direkt antworten]

  2. Kröte meint:
    15.März 2008 at 08:22

    Wie sich der Tibet nicht unterjochen lässt, werden sich die Völker Europas nicht von einer EUDSSR unterjochen lassen, das Ding wird nach hinten losgehen. Was unsere Regierung tun wird? Gar nichts, ich schätze mal, wir werden gar nicht mehr regiert, nur noch repräsentiert.

    Kommentar bewerten: Thumb up 0 Thumb down 0

    [Direkt antworten]

  3. Frank meint:
    15.März 2008 at 08:29

    Doch, doch, Kröte. Sie versucht ja immerhin, den Zusammenbruch des Erfolgsmodells EUDSSR durch die Mittelmeerunion zu beschleunigen. Wir haben das nur noch nicht erkannt.

    Kommentar bewerten: Thumb up 0 Thumb down 0

    [Direkt antworten]

  4. Frank meint:
    15.März 2008 at 08:47

    Ursachen sind nebensächlich, wenn Beweise gegen einen Schuldigen gefunden sind.

    http://www.n-tv.de/934250.html?150320080805

    Kommentar bewerten: Thumb up 0 Thumb down 0

    [Direkt antworten]

  5. Ulli meint:
    15.März 2008 at 09:08

    Ich werde mir diese blöde Olympiade sowiso nicht ansehen. Wir bekommen hier bald die gleichen Zustände wie im Tibet, nur das unsere Besatzer keine Chinesen sind.

    Kommentar bewerten: Thumb up 0 Thumb down 0

    [Direkt antworten]

  6. Bauer Gerhard meint:
    15.März 2008 at 09:22

    @Ulli
    Richtig, mir kann die Olympiade auch gestohlen bleiben. Brot und Spiele.
    Wie war das einmal, Jugend der Welt und so. Heute treten millionenschwere Vollprofis an. Uninteressant.

    Wär würde hier von Klimaschutz sprechen? Niemand, ganz im Gegenteil. The show must go on. Der Rubel muss rollen.

    Kommentar bewerten: Thumb up 0 Thumb down 0

    [Direkt antworten]

  7. Wächter meint:
    15.März 2008 at 15:31

    Gefunden bei:
    http://www.netzeitung.de/politik/deutschland/828232.html

    Und unsere Regierung verschleudert Steuergelder an China…

    “Mit einer Aufstockung von 667.241 Millionen Euro erfährt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die größten Erhöhungen im Haushalt 2008. Diese Mittel werden aber leider nicht zur Erreichung vernünftiger Ziele eingesetzt, sondern dienen allein dem Erfüllen internationaler Verpflichtungen zur Steigerung der öffentlich finanziellen Mittel an Entwicklungsländer (ODA-Quote).
    Diese Aufwendungen müssen von den Steuerzahlern erwirtschaftet werden, was nicht nur Anerkennung verdient, sondern zu einem sorgfältigen Umgang mit diesen Geldern verpflichtet. Betrachtet man aber die Politik der Bundesministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul, wird offensichtlich, dass diese sich durch Verschwendung und ein konsequentes Festhalten an einem falschen Ansatz auszeichnet. Durch die Große Koalition hat sich an diesem seit zehn Jahren bestehenden Kurs nichts geändert.
    Beispielhaft dafür ist unter anderem der beharrliche Umgang mit den aufstrebenden Wirtschaftsgiganten China und Indien. Es ist nicht nachzuvollziehen, dass die Bundesregierung im Haushalt 2008 die finanzielle Hilfe für China um zehn Millionen Euro auf 67,5 Millionen erhöht. Betrachtet man die Devisenreserven Chinas, die sich auf 1330 Milliarden Euro belaufen, so fällt auf, dass der bevölkerungsreichste Staat Asiens diesen Betrag durch Zinseinnahmen innerhalb von zwölf Stunden selber erwirtschaften könnte.”

    Kommentar bewerten: Thumb up 0 Thumb down 0

    [Direkt antworten]

  8. Bauer Gerhard meint:
    16.März 2008 at 15:23

    Tibet wäre doch auch wieder einmal eine gute Gelegenheit den realexistierenden Sozialismus an den Pranger zu stellen. Sozialistische Großmacht- und Nationalitätenpolitik. Die mutige Bundesregierung könnte Tibet natürlich auch als souveränen Staat anerkennen und die nationale Selbstständigkeit Tibets einfordern. Wenn sie dies nicht tut, sind es Angelegenheiten Chinas und Tibet ist ein Bestandteil Chinas und Deutschland hat kein Recht sich hier einzumischen. Ganz im Gegenteil, durch Einmischung wird der Aufruhr evtl. verlängert und die Leiden der tibetischen Bevölkerung werden sinnlos verlängert. Das China Tibet freigibt, wird ja kaum jemand ernsthaft annehmen.

    Kommentar bewerten: Thumb up 0 Thumb down 0

    [Direkt antworten]

  9. KJ meint:
    16.März 2008 at 17:54

    Einerseits ist es natürlich nicht in Ordnung, dass China systematisch die tibetanische Kultur zerstört. Warum Tibet andererseits ein eigener Staat sein soll, erschließt sich mir nicht sonderlich.
    Ich verstehe die Proteste in Tibet – die chinesische Regierung ist ja ‘normalen’ Formen von Kritik nicht zugänglich – aber es scheint mir doch so, dass es im Grunde um das internationale Ansehen des Dalai Lama geht. Gäbe es denn nicht, würde man Tibet soviel Interesse wie den Uiguren entgegen bringen. Und man muss auch mal sehen, in welchem Zustand das Land damals an China gefallen ist, nachdem es von den Vorgängern dieses penetrant grinsenden Lieblings der MultiKulti-Gesellschaft regiert wurde. Tibet ist bei China an sich schon gut aufgehoben – was China braucht ist auch keine Demokratie die genau dem westlichen Typus entspricht, sondern Rechtsstaatlichkeit.

    Kommentar bewerten: Thumb up 0 Thumb down 0

    [Direkt antworten]

  10. Bauer Gerhard meint:
    16.März 2008 at 18:01

    @KJ
    Tibet wurde 1907 in Verhandlungen von Großbritannien, Russland und China, den Chinesen zugeschlagen. Nachdem Russland den Briten zuvorkam und Tibet unter seinen Einfluss bekam. Das tibetische Volk wurde natürlich nicht gefragt.
    Es geht um das Selbstbestimmungsrecht der Völker, nicht um das was Du oder irgendjemand anderer mein(s)t, wo ein Volk gut aufgehoben wäre.

    Kommentar bewerten: Thumb up 0 Thumb down 0

    [Direkt antworten]

  11. KJ meint:
    16.März 2008 at 18:13

    @Bauer Gerhard
    Auch wenn das durch das Völkerrecht nicht gedeckt sein mag, denke ich, dass es für ein Volk das wichtigste ist, dass es gut regiert wird und nicht, dass es sich einen eigenen Staat machen kann. Und diese gute Regierung erscheint mir grundsätzlich eher durch und in China möglich – unter der Voraussetzung, dass diese die tibetanische Kultur anerkennen. Diese Voraussetzung ist zur Zeit nicht gegeben, schon klar.

    Kommentar bewerten: Thumb up 0 Thumb down 0

    [Direkt antworten]

  12. Ulli meint:
    16.März 2008 at 18:26

    @KJ
    Dann können wir Deutschen uns ja von den Amis regieren lassen, zwangsweise, versteht sich. Bei uns sind die Leute ja auch mit der Regierung nicht zufrieden. Oder wie wäre es mit den Russen, die würden doch auch eine schöne Zwangsregierung abgeben, oder?

    Kommentar bewerten: Thumb up 0 Thumb down 0

    [Direkt antworten]

  13. Ulli meint:
    16.März 2008 at 18:39

    Wenn ein Volk nicht von einer fremden Macht regiert werden will, hat das jedes andere Volk der Welt zu akzeptieren. Alles andere ist hohler Unfug!

    Kommentar bewerten: Thumb up 0 Thumb down 0

    [Direkt antworten]

  14. Bauer Gerhard meint:
    17.März 2008 at 04:10

    @Ulli
    Richtig.
    Wenn Völkerrechte nach Befindlichkeiten und Vorlieben ausgerichtet werden dann ist das Totalitarismus. Genauso gut kann man dann ja die Leute eines Landes “vernünftig” regieren. Für irgendjemanden ist es immer vernünftig, für andere aber nicht. Soll es immer nach dem Recht des Stärkeren gehen, tut es in diesem Fall, dies nennt man auch Faustrecht.
    Dafür gibt es Grundlagen, genannt Gesetze, Völkerrecht etc.. Auch kleine Völker haben das Recht auf Erhaltung ihrer Selbstständigkeit und die Anerkennung ihrer Wünsche.

    Mit einer solchen Anschauung könnte der Westen sehr viele Länder dieser Erde annektieren und ihnen “Gutes” bringen, beste Beispiele Irak und Afghanistan, dass dies bewaffnet und durch militärischen Druck geschieht wird geflissentlich übersehen.

    @KJ
    Du wirst lieber gut regiert als selbstständig und frei zu sein. Bei mir ist dies anders, ich bin der Meinung ich weiß am Besten was gut für mich ist und nicht irgendein Beamter oder Politiker, auch unterstellt er will nur das Beste für mich, was ja in der Regel nicht der Fall ist und auch nicht sein kann, denn dann würde er mich nicht regieren wollen.
    Dies gilt für Personen genauso wie für Völker.

    Kommentar bewerten: Thumb up 0 Thumb down 0

    [Direkt antworten]

  15. Van Doan meint:
    19.März 2010 at 20:19

    Kommentar: CDU Politik

    Welche Gelbgefahr begegnen wir?
    Ich meine nicht die so versimmpele gesagt, die deutsche Wirtschaftsinteresse durchzusetzen oder zu verteidigen.
    Das ganze westliche System sei durch die Chinesen bedroht und sogar schon angeschlagen.Meine Abschätzung, es ist nicht lange mehr, überrannt die Chinese die westliche Verteidigungsstellung. Die Verwundbarkeit sei deutlich ersichtlich.
    Mit dem Aufrechtstehen von Europa vor 500 Jahren haben die Weisen leicht, mit dem Kanonen alle Kontinente unter dem Fuß getreten. Tibet sei niedergeschlagen, weil sie Nicht-chinesisch sein wollt. Ihre Freiheit ist berauben worden. Aber die Militär von China sei nicht zu befürchten gegen die Westen hat es keine Reichweite.
    Auf anderen Weg hat die Chinese die Westen getroffen. Das ist die Produkte von China, die direkt im Herz Europa und Amerika bombardiert. Keine Politiker von dem Westen sei klug genug einen Verteidigungsring auf zu bauen: Was und Wie.
    Die Diskrimierung von “made in China” nutzt wenig.
    Die Chinesen haben die gleichen Chance die Westen zu blamieren wie die Westen vor 500 Jahre den Rest der Welt blamieren.
    Van Doan
    (Anthroposophe)

    Kommentar bewerten: Thumb up 0 Thumb down 0

    [Direkt antworten]

Kommentare